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Zierfische, Familie Cyprinidae
Sumatrabarbe Puntigrus (Puntius) tetrazona
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Puntigrus tetrazona hieß früher Puntius tetrazona. Die Sumatrabarbe (Puntigrus tetrazona) ist eine hochrückige, seitlich abgeflachte Barbe aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) und erreicht bis 7 cm Gesamtlänge (TL).
- Schwierigkeit: Einfach
- Schwarm
- Territorial
- Kupferempfindlich

bis 7 cm TLEndgröße
22-26 °CTemperatur
6-7,5pH-Wert
5-15 °dGHGesamthärte
ab 112 lAquariengröße
Beschreibung
Namensgebend sind vier schwarze Querbinden auf hellem, gelblichem Grund: Die erste verläuft durch das Auge, die zweite vor dem Ansatz der Bauchflossen, die dritte über der Afterflosse und setzt sich auf ihr fort, die vierte liegt an der Schwanzwurzel. Die Rückenflosse ist überwiegend schwarz. Bleeker beschrieb die Art 1855 als Capoeta tetrazona, später stand sie in den Gattungen Barbus, Puntius und Systomus, seit 2013 in der Gattung Puntigrus. Die Identität der im Handel verbreiteten Sumatrabarbe ist ungeklärt, wahrscheinlich handelt es sich nicht um Puntigrus tetrazona: Echte Wildfänge aus Sumatra haben Schwarz in den Flossen, wo die bekannte Aquarienform Rot zeigt, und die Handelstiere lassen sich derzeit keiner beschriebenen Art sicher zuordnen. Neben dieser Form gibt es zahlreiche Zuchtformen, etwa Albino, Moosgrün, Gold, Platin oder Black Marble, die dieselben Ansprüche haben.
Haltung und Pflege
Wasserwerte: 22 bis 26 °C, pH 6,0 bis 7,5 und eine Gesamthärte von 5 bis 15 °dGH. Nachzuchten aus kommerzieller Zucht sind anpassungsfähig, für Wildfänge eignet sich leicht saures bis neutrales, eher weiches Wasser. Eine Gruppe ab 8 bis 10 Tieren braucht ein Becken ab 80 cm Kantenlänge (112 Liter), eine Grundfläche von 80 x 30 cm ist das untere Ende. Die Einrichtung ist nicht entscheidend, in einem gut strukturierten Becken zeigen die Tiere aber die bessere Färbung. Gut angenommen werden Schwimmpflanzen oder überhängende Pflanzen sowie Wurzeln und Äste, dazwischen sollte offener Schwimmraum bleiben.
Kupfer: Die Sumatrabarbe reagiert empfindlich auf kupferhaltige Medikamente. In weichem, saurem Wasser ist Kupfer leichter bioverfügbar (für den Fisch aufnehmbar), deshalb ist äußerste Vorsicht bei der Dosierung geboten. Behandeln nur nach gesicherter Diagnose.
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Verhalten und Vergesellschaftung
Die Sumatrabarbe ist gesellig und lebt in lockeren Rangordnungen, rivalisierende Männchen messen sich ständig um Weibchen und Rang. Sie hat den Ruf eines Flossenbeißers. Ausgeprägt ist das vor allem, wenn zu wenige Tiere gekauft werden oder der Platz knapp ist, deshalb sollte die Gruppe mindestens 8 bis 10 Tiere umfassen. Dann beschäftigen sich die Barben vor allem miteinander, und die Männchen zeigen in Gegenwart von Rivalen die bessere Färbung. Die Art ist lebhaft und ungestüm und passt nicht zu scheuen, langsamen oder langflossigen Fischen, etwa vielen Lebendgebärenden, Buntbarschen und Labyrinthfischen. Gut geeignet sind robuste, ähnlich große Karpfenfische des freien Wassers, außerdem Schmerlen und bodenorientierte Karpfenfische wie Crossocheilus- oder Garra-Arten. Spielt die geografische Herkunft keine Rolle, passen auch viele Regenbogenfische und Salmler.
Ernährung
Allesfresser. In der Natur frisst die Sumatrabarbe vor allem kleine Wasserwirbellose wie Würmer und Kleinkrebse, dazu etwas Pflanzenmaterial und Detritus (zerfallende organische Reste). Im Aquarium ist sie leicht zu ernähren. Die beste Kondition und Färbung erreicht sie mit regelmäßigen Gaben kleiner Lebend- und Frostfutter wie Roter Mückenlarven, Daphnien und Artemia, ergänzt durch gutes Flocken- und Granulatfutter, davon ein Teil mit pflanzlichen Anteilen.
Zucht
Die Sumatrabarbe ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Gut genährte Tiere laichen oft, in einem eingefahrenen Gesellschaftsbecken kommen gelegentlich einzelne Jungfische ohne Zutun hoch. Für eine gezielte Zucht wird ein eigenes, gedämpft beleuchtetes Becken mit eingefahrenem Wasser eingerichtet. Den Boden deckt ein Gitter ab, durch das die Eier fallen, die Eltern aber nicht hindurchkommen. Kunstrasenmatten oder eine Lage Glasmurmeln erfüllen denselben Zweck, alternativ füllt man das Becken weitgehend mit Javamoos oder Laichmops. Das Wasser sollte leicht sauer bis neutral sein, die Temperatur im oberen Bereich der Haltungswerte liegen, ein luftbetriebener Schaumstofffilter sorgt für Sauerstoff und etwas Bewegung. Wirken die Weibchen laichreif, setzt man ein bis zwei Paare ein, abgelaicht wird meist am folgenden Morgen. Alternativ laicht man die Tiere in der Gruppe ab, mit etwa sechs Tieren je Geschlecht, dann in einem größeren Becken. Die Elterntiere werden danach herausgefangen. Die Eier schlüpfen nach 24 bis 48 Stunden, rund einen Tag später schwimmen die Larven frei. Sie bekommen in den ersten Tagen Infusorien (Aufgusstierchen) und danach Mikrowürmer oder frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.
Natürlicher Lebensraum
Puntigrus tetrazona ist nach heutigem Stand wahrscheinlich ein Endemit (nur dort vorkommende Art) des mittleren und südlichen Sumatra in Indonesien. Nachweise gibt es aus den Flusssystemen von Indragiri, Batang Hari und Musi in den Provinzen Riau, Jambi und Südsumatra, der Typusfundort (Fundort der Tiere aus der Erstbeschreibung) ist Lahat in Südsumatra. Ältere Angaben nennen auch Borneo, also Kalimantan und den malaysischen Teil der Insel. Diese Funde gehören nach neuerer Einschätzung zu nah verwandten Puntigrus-Arten, deshalb ist Malaysia als Herkunftsland unsicher. Der Lebensraum ist kaum untersucht, die verwandten Arten auf Borneo leben in Waldbächen und Nebenflüssen mit relativ klarem Wasser über Sand und Kies. Aus Aquarienbeständen verwilderte Populationen gibt es unter anderem in Singapur, Australien, den USA, Kolumbien und Suriname.
Geschlechtsunterschiede
Erwachsene Männchen bleiben meist kleiner und schlanker als die Weibchen und sind kräftiger gefärbt. Weibchen sind fülliger, besonders vor dem Ablaichen ist der Bauch deutlich gerundet.
Gut zu wissen
- Vier schwarze Querbinden, die erste läuft durch das Auge (tetrazona = vier Binden)
- Bekannter Flossenbeißer, vor allem bei zu kleiner Gruppe oder zu wenig Platz
- Gruppe ab 8 bis 10 Tieren, Männchen tragen innerhalb der Gruppe ständig Rangkämpfe aus
- Nicht zu scheuen, langsamen oder langflossigen Fischen setzen, etwa vielen Lebendgebärenden, Buntbarschen und Labyrinthfischen
- Freilaicher ohne Brutpflege, die Eier schlüpfen nach 24 bis 48 Stunden
- Viele Zuchtformen im Handel, viele Tiere sind durch Inzucht geschwächt oder verformt
Galerie
Häufige Fragen
Welche Wasserwerte braucht die Sumatrabarbe?
22 bis 26 °C, pH 6,0 bis 7,5 und eine Gesamthärte von 5 bis 15 °dGH. Nachzuchten sind anpassungsfähig, Wildfänge halten sich am besten in leicht saurem bis neutralem, eher weichem Wasser.
Wie groß muss das Aquarium für die Sumatrabarbe sein?
Für eine Gruppe ab 8 bis 10 Tieren ab 80 cm Kantenlänge und 112 Liter. Eine Grundfläche von 80 x 30 cm ist das untere Ende.
Ist die Sumatrabarbe ein Flossenbeißer?
Ja, sie hat diesen Ruf. Ausgeprägt ist das Flossenzupfen vor allem in zu kleinen Gruppen oder bei Platzmangel. In einer Gruppe ab 8 bis 10 Tieren beschäftigen sich die Barben vor allem miteinander.
Kann man die Sumatrabarbe vergesellschaften?
Mit robusten, ähnlich großen Fischen, etwa anderen lebhaften Karpfenfischen, Schmerlen, Regenbogenfischen oder Salmlern. Ungeeignet sind scheue, langsame und langflossige Arten wie viele Lebendgebärende, Buntbarsche und Labyrinthfische.
Kann man die Sumatrabarbe im Aquarium züchten?
Ja, die Zucht ist einfach. Die Art laicht frei ohne Brutpflege, am besten in einem eigenen Becken mit Laichgitter oder Javamoos. Die Eltern werden nach dem Ablaichen entfernt, die Eier schlüpfen nach 24 bis 48 Stunden, die Larven bekommen zuerst Infusorien, dann Artemia-Nauplien.
Ist die Sumatrabarbe aus dem Handel wirklich Puntigrus tetrazona?
Wahrscheinlich nicht. Echte Wildfänge aus Sumatra haben Schwarz in den Flossen, wo die bekannte Aquarienform Rot zeigt. Die Handelstiere lassen sich derzeit keiner beschriebenen Art sicher zuordnen, im Handel laufen sie weiter als Sumatrabarbe.
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3 Kommentare, der letzte vom 12. Februar 2022
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