Pethia gelius
Beschreibung
Die Indische Fleckenbarbe (Pethia gelius) ist ein kleiner, zierlicher Schwarmfisch mit einem kompakten, leicht seitlich abgeflachten Körperbau. Die Grundfärbung reicht von blassem Gelb bis leuchtendem Gold mit silbrigen Reflexen am Bauch. Charakteristisch sind drei diffuse schwarze Flecken entlang der Körperflanke und ein breites schwarzes Band am Schwanzstiel. Rücken-, Bauch- und Afterflossen zeigen leuchtendes Gelb mit schwarzen Flecken an der Basis. Ein morphologisches Erkennungsmerkmal ist die unvollständige Seitenlinie mit nur 3-4 beschuppten Poren.
Im Aquarium zeigt Pethia gelius ein ruhiges, zurückhaltendes Schwarmverhalten in der mittleren Schwimmzone. Die Art sucht dichte Pflanzenbereiche auf und zeigt Scheuheit gegenüber größeren, schnellen Beifischen. Männchen intensivieren zur Paarungszeit ihre Färbung und wirken kupferfarben bis rötlich in der Rückenregion. Die Art erreicht etwa 4 cm Standardlänge (ca. 5,1 cm Gesamtlänge).
Besonderheiten
- Kleiner Schwarmfisch mit drei charakteristischen Flecken und breitem Band am Schwanzstiel
- Unvollständige Seitenlinie (nur 3-4 beschuppte Poren) als morphologisches Artmerkmal
- Freilaicher ohne Brutpflege; Eltern fressen die eigenen Eier
- Bevorzugt gedämpfte Lichtverhältnisse; bei unzureichender Beschattung werden die Tiere scheu
- Saisonales Verhalten in der Natur an Monsunzyklen gebunden
- Adulten Garnelen und Schnecken gegenüber weitgehend verträglich; Junggarnelen gefährdet
- Geringes Sprungrisiko
Vergesellschaftungshinweise
Pethia gelius ist ein Gruppenfisch und fühlt sich in Gesellschaft von mindestens 8-10 Artgenossen am wohlsten. In größeren Gruppen treten die Tiere sicherer und lebhafter auf und zeigen ihr natürliches Schwarmverhalten.
Das Temperament ist sehr friedlich und zurückhaltend. Während der Brutzeit können Männchen Imponierverhalten zeigen, bleiben aber wenig aggressiv. Adulte Zwerggarnelen und Schnecken sind aufgrund des kleinen Mauls in der Regel sicher. Junge Garnelenlarven können jedoch gefressen werden.
Geeignete Beifische sind südasiatische Kleinfische: Microdevario, Trigonostigma, kleinbleibende Danio und weitere friedliche Pethia-Arten. Zwerggarnelen (Caridina, Neocaridina) sind ebenfalls geeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind etwas kleiner und schlanker und zeigen während der Balz eine deutlich intensivere Färbung mit kupferfarbener Rückenregion. Weibchen sind fülliger, blasser in der Grundfärbung und tendenziell etwas größer. Die Art erreicht eine Standardlänge von etwa 3,5-4 cm (SL).
Haltungstipps / Pflege
Pethia gelius benötigt Wasser mit 18-24 °C, pH 6,0-7,0 und GH 1-10 °dGH. Das Becken sollte mindestens 80 cm Kantenlänge und 112 Liter fassen.
Das Becken sollte dichte Pflanzengruppen und Versteckmöglichkeiten am Rand bieten, ergänzt durch freien Schwimmraum in der Mitte. Ein dunkler Sand- oder feiner Kiesboden mit Laubschicht betont die Farbtöne der Tiere. Moospolster und feinfiedrige Pflanzen dienen als Rückzugs- und Laichplätze. Gedämpfte Lichtverhältnisse mit schattenspendenden Pflanzen reduzieren Stress. Die Strömung sollte ruhig bis langsam sein.
Kurzfristige saisonale Temperaturabsenkungen auf 18 °C können natürliches Verhalten und Laichbereitschaft fördern.
Zucht und Fortpflanzung
Pethia gelius ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Die Zucht ist gut dokumentiert, gilt aber als schwer, da die Eltern die Eier fressen und die Aufzucht der sehr kleinen Larven spezielle Fütterung erfordert.
Zuchtwasserwerte: Temperatur ca. 24 °C, pH 6,0-6,5, GH maximal 5 °dGH. Das Zuchtbecken sollte schwach beleuchtet sein und Laichschutz (Netzmaterial, Glasmurmeln oder dichte Moospolster) bieten. Das Ablaichen erfolgt meist am Morgen; Eltern müssen danach entfernt werden.
Die Gelegegröße beträgt 50-150 Eier. Inkubation: 24-36 Stunden bei 24 °C. Jungfische werden nach 3-4 Tagen freischwimmend. Als Erstfutter sind Infusorien notwendig; danach Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.
Ernährung/Futterbedarf
Pethia gelius ist ein Allesfresser mit fleischlicher Betonung. Mikro-Flocken und Mikro-Pellets bilden die Basis. Kleines Lebend- und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Daphnien, Mikrowürmchen und Cyclops ergänzt die Ernährung. Wegen der geringen Körpergröße sind Futterportionen klein zu bemessen; mehrmalige kleine Portionen am Tag sind optimal.
Natürlicher Lebensraum
Pethia gelius stammt aus dem Einzugsgebiet der Flusssysteme Ganges und Brahmaputra in Nordindien, Nepal, Bangladesch und Pakistan. Die Art bewohnt ruhige bis langsam fließende, oft trübe Gewässer: kleine Bäche durch Kulturland, Altarme, Teiche und teils überflutete Wiesen. Dichte Ufervegetation und schwimmende Pflanzen bieten Schatten und Schutz. Das Substrat ist schlammig bis feinsandig mit Laubschicht.