Retroculus lapidifer
Beschreibung
Der Stromschnellen-Erdfresser (Retroculus lapidifer) ist ein rheophiler Cichlide aus der Familie Cichlidae mit einer Endgröße von etwa 20 cm SL bei Männchen. Weibchen können mit bis zu 25 cm SL größer werden. Der Körperbau ist kompakt und leicht hochrückig, angepasst an strömungsreiche Habitate.
Besonderheiten
- Rheophiler Cichlide aus Stromschnellen, benötigt starke Strömung und Sauerstoffversorgung
- Weibchen werden größer als Männchen (umgekehrter Größendimorphismus)
- Aktives Graben und Substratumlagern, Felsblöcke fest verankern
- Biparentale Brutpflege mit intensiver Nestbewachung
- Empfindlich gegenüber Ichthyophthirius, lange Quarantäne bei Neuzugängen
Vergesellschaftungshinweise
Retroculus lapidifer ist ein stromschnellenbewohnender Cichlide aus Südamerika, der im natürlichen Habitat meist in kleinen Gruppen oder als Paar auftritt, wobei die Tiere eine lockere Sozialstruktur zeigen und sich zur Brutzeit zu Paaren zusammenschließen. Für die Aquarienhaltung empfiehlt sich daher die Pflege als harmonisierendes Paar oder in einer kleinen Gruppe von mindestens 4–6 Tieren, sofern das Becken ausreichend groß ist, um Revierbildung und innerartliche Spannungen zu entschärfen. Der Stromschnellen-Erdfresser ist friedlich, aber durch seine Größe und sein temperamentvolles Graben am Bodengrund sollten Beckenpartner robust und nicht zu klein sein; geeignet sind ruhige, mittelgroße Salmler, größere Panzerwelse oder andere friedliche Bodenfische, die ähnliche Wasserströmung und sauerstoffreiches Wasser bevorzugen. Zu vermeiden sind sehr kleine Beutefische, die als Nahrung angesehen werden könnten, sowie aggressive oder hyperaktive Arten, die den Retroculus stressen, und langflossige Fische, da diese durch das temperamentvolle Verhalten und mögliche Flossenzupfer leiden könnten.
Geschlechtsdimorphismus
Bei Retroculus lapidifer wurden bislang keine eindeutig ausgeprägten Geschlechtsunterschiede festgestellt. Während der Balzphase zeigen Männchen teils eine intensivere Färbung und etwas modifizierte Flossenränder, während Weibchen insgesamt moderatere Farbtöne aufweisen.
Haltungstipps / Pflege
Der Stromschnellen-Erdfresser (Retroculus lapidifer) ist ein rheophiler Cichlide aus der Familie Cichlidae mit einer Endgröße von etwa 20 cm SL bei Männchen. Weibchen können mit bis zu 25 cm SL größer werden, ein für Cichliden ungewöhnlicher umgekehrter Größendimorphismus. Der Körperbau ist kompakt und leicht hochrückig, angepasst an strömungsreiche Habitate. Die Grundfärbung ist bräunlich bis gräulich mit dunklen Tarnmustern.
Im Aquarium zeigt die Art ein zurückhaltendes Verhalten in der mittleren bis unteren Schwimmzone. Außerhalb der Brutzeit ist sie relativ friedlich, während der Fortpflanzung werden Reviere intensiv verteidigt. Biparentale Brutpflege mit aktivem Nestbau und Substratumlagerung. Die Haltung erfolgt in Gruppen von 5-8 Tieren bei 26-32 °C, pH 6-7,5 und GH 1-12 °dGH in einem Becken ab 750 Litern mit 210 cm Kantenlänge.
Zucht und Fortpflanzung
Retroculus lapidifer ist ein Substratlaicher mit biparentaler Brutpflege. Die Zucht gilt als schwierig und ist im Aquarium selten erfolgreich. Paare graben Mulden im Substrat, über 200 Eier werden abgelegt und mit Kieseln bedeckt. Beide Eltern bewachen das Gelege. Schlupf nach 3-5 Tagen. Eltern führen Jungfische aktiv und wirbeln Substrat auf, um Kleinstlebewesen freizulegen.
Ernährung/Futterbedarf
Retroculus lapidifer ist ein spezialisierter Karnivor, der sich in der Natur von benthischen Wirbellosen ernährt: Zuckmückenlarven, Köcherfliegenlarven und Eintagsfliegenlarven. Im Aquarium eignen sich lebende und gefrorene Mückenlarven, Tubifex, Artemia, Mysis und kleine Regenwürmer. 3-5 kleine Mahlzeiten täglich sind optimal.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Retroculus lapidifer ist in Brasilien im Einzugsgebiet des Rio Tocantins und Rio Araguaia beheimatet. Die Art bewohnt Stromschnellen und schnell fließende, klare Flussabschnitte mit Felsblockuntergrund und hohem Sauerstoffgehalt. Flache Kiesel- und Sandbänke an den Rändern dienen als Nahrungs- und Laichplätze.