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Zierfische, Familie Cichlidae

Stromschnellen-Erdfresser Retroculus lapidifer

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Stromschnellen-Erdfresser (Retroculus lapidifer) ist ein rheophiler Cichlide aus der Familie Cichlidae mit einer Endgröße von etwa 20 cm SL bei Männchen. Weibchen können mit bis zu 25 cm SL größer werden. Der Körperbau ist kompakt und leicht hochrückig, angepasst an strömungsreiche Habitate.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Gruppenhaltung
  • Territorial
  • bis 25 cmEndgröße

  • 8-12 JahreLebenserwartung

  • 26-32 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 1-12 °dGHGesamthärte

  • ab 750 lAquariengröße

Haltung und Pflege

Der Stromschnellen-Erdfresser (Retroculus lapidifer) ist ein rheophiler Cichlide aus der Familie Cichlidae mit einer Endgröße von etwa 20 cm SL bei Männchen. Weibchen können mit bis zu 25 cm SL größer werden, ein für Cichliden ungewöhnlicher umgekehrter Größendimorphismus. Der Körperbau ist kompakt und leicht hochrückig, angepasst an strömungsreiche Habitate. Die Grundfärbung ist bräunlich bis gräulich mit dunklen Tarnmustern. Im Aquarium zeigt die Art ein zurückhaltendes Verhalten in der mittleren bis unteren Schwimmzone. Außerhalb der Brutzeit ist sie relativ friedlich, während der Fortpflanzung werden Reviere intensiv verteidigt. Biparentale Brutpflege mit aktivem Nestbau und Substratumlagerung. Die Haltung erfolgt in Gruppen von 5-8 Tieren bei 26-32 °C, pH 6-7,5 und GH 1-12 °dGH in einem Becken ab 750 Litern mit 210 cm Kantenlänge.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Retroculus lapidifer ist ein stromschnellenbewohnender Cichlide aus Südamerika, der im natürlichen Habitat meist in kleinen Gruppen oder als Paar auftritt, wobei die Tiere eine lockere Sozialstruktur zeigen und sich zur Brutzeit zu Paaren zusammenschließen. Für die Aquarienhaltung empfiehlt sich daher die Pflege als harmonisierendes Paar oder in einer kleinen Gruppe von mindestens 4–6 Tieren, sofern das Becken ausreichend groß ist, um Revierbildung und innerartliche Spannungen zu entschärfen. Der Stromschnellen-Erdfresser ist friedlich, aber durch seine Größe und sein temperamentvolles Graben am Bodengrund sollten Beckenpartner robust und nicht zu klein sein; geeignet sind ruhige, mittelgroße Salmler, größere Panzerwelse oder andere friedliche Bodenfische, die ähnliche Wasserströmung und sauerstoffreiches Wasser bevorzugen. Zu vermeiden sind sehr kleine Beutefische, die als Nahrung angesehen werden könnten, sowie aggressive oder hyperaktive Arten, die den Retroculus stressen, und langflossige Fische, da diese durch das temperamentvolle Verhalten und mögliche Flossenzupfer leiden könnten.

Ernährung

Retroculus lapidifer ist ein spezialisierter Karnivor, der sich in der Natur von benthischen Wirbellosen ernährt: Zuckmückenlarven, Köcherfliegenlarven und Eintagsfliegenlarven. Im Aquarium eignen sich lebende und gefrorene Mückenlarven, Artemia, Mysis und kleine Regenwürmer. 3-5 kleine Mahlzeiten täglich sind optimal. Auf Tubifex sollte verzichtet werden: Bei südamerikanischen Erdfressern gilt er als Auslöser von Flagellatenbefall und Lochkrankheit.

Zucht

Retroculus lapidifer ist ein Substratlaicher mit biparentaler Brutpflege. Die Zucht gilt als schwierig und ist im Aquarium selten erfolgreich. Paare graben Mulden im Substrat, über 200 Eier werden abgelegt und mit Kieseln bedeckt. Beide Eltern bewachen das Gelege. Schlupf nach 3-5 Tagen. Eltern führen Jungfische aktiv und wirbeln Substrat auf, um Kleinstlebewesen freizulegen.

Natürlicher Lebensraum

Retroculus lapidifer ist in Brasilien im Einzugsgebiet des Rio Tocantins und Rio Araguaia beheimatet. Die Art bewohnt Stromschnellen und schnell fließende, klare Flussabschnitte mit Felsblockuntergrund und hohem Sauerstoffgehalt. Flache Kiesel- und Sandbänke an den Rändern dienen als Nahrungs- und Laichplätze.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen werden mit bis zu ca. 25 cm SL deutlich größer als Männchen (ca. 20 cm SL) – ein für Cichliden ungewöhnlicher umgekehrter Größendimorphismus. Adulte Männchen entwickeln verlängerte Rücken-, After- und Bauchflossen und zeigen während der Balz oft eine intensivere Färbung.

Gut zu wissen

  • Rheophiler Cichlide aus Stromschnellen, benötigt starke Strömung und Sauerstoffversorgung
  • Weibchen werden größer als Männchen (umgekehrter Größendimorphismus)
  • Aktives Graben und Substratumlagern, Felsblöcke fest verankern
  • Biparentale Brutpflege mit intensiver Nestbewachung
  • Empfindlich gegenüber Ichthyophthirius, lange Quarantäne bei Neuzugängen

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird der Stromschnellen-Erdfresser?

Männchen erreichen etwa 20 cm SL, Weibchen bis 25 cm SL.

Welche Wasserwerte braucht Retroculus lapidifer?

Temperatur 26-32 °C, pH 6-7,5, GH 1-12 °dGH. Exzellente Wasserqualität mit wöchentlichen Wasserwechseln von 30-70 % ist Pflicht.

Kann man Retroculus lapidifer im Aquarium züchten?

Die Zucht ist dokumentiert, gilt aber als schwierig und im Aquarium selten erfolgreich. Biparentale Brutpflege mit Muldenlaichern.

Was frisst Retroculus lapidifer?

Retroculus lapidifer ist ein spezialisierter Karnivor. Lebende und gefrorene Mückenlarven, Tubifex, Artemia, Mysis und kleine Regenwürmer.

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