Selenotoca multifasciata
Beschreibung
Selenotoca multifasciata (Gestreifter Scat, Silver Scat) ist ein kompakt gebauter Brackwasserfisch aus der Familie Scatophagidae mit hochrückigem, fast rautenförmigem Körper. Der Grundton ist silbern bis grünlich-silbern; die obere Körperhälfte trägt schmale, dunkle vertikale Streifen, die untere Körperhälfte feine dunkle Punkte in vertikalen Reihen. Charakteristisch sind die kontrastreichen schwarzen Lippen. Erwachsene Tiere erreichen ca. 40 cm TL.
WICHTIG: An der Basis jedes Flossenstachels befindet sich eine Giftdrüse. Die Stacheln können schmerzhafte Wunden verursachen. Bei Aquarienarbeiten Handschuhe tragen.
Selenotoca multifasciata ist eine euryhaline Art mit amphidromem Wanderverhalten. Jungtiere halten sich in Brack- oder Süßwasser auf, adulte Tiere wandern schrittweise in vollmarines Wasser ab. Brackwasser ist für die Haltung notwendig. Im Aquarium aktiv und schwimmfreudig in der mittleren Wasserschicht.
Besonderheiten
- Giftige Flossenstacheln: Giftdrüsen an der Basis jedes Stachels, Verletzungsgefahr bei Aquarienarbeiten
- Brackwasser notwendig: Adulte Tiere benötigen stark brackiges bis marines Wasser (SG 1,010-1,025)
- Amphidromes Verhalten: Jungfische in Süß-/Brackwasser, adulte Tiere wandern ins Meerwasser
- Springer: Fest schließender Deckel ist Pflicht
- Wasserpflanzen werden gefressen, nicht für Pflanzenbecken geeignet
- Freilaicher ohne Brutpflege, planktische Eier und Larven
- Semi-aggressiv gegenüber Artgenossen, Gruppenhaltung ab 6 Tieren
- Adulte Tiere benötigen mindestens 800-1.000 Liter (240 cm)
Vergesellschaftungshinweise
Selenotoca multifasciata wird in Gruppen ab sechs Tieren gehalten. Einzelhaltung ist ungeeignet. Innerartlich semi-aggressiv, Gruppenhaltung verteilt Aggressionen. Gegenüber gleich großen, robusten Mitbewohnern meist friedlich, aber räuberisch gegenüber Fischen, die ins Maul passen.
Garnelen werden gefressen. Schnecken sind gefährdet. Geeignete Beifische: Ausschließlich Brackwasserbewohner wie Monodactylus-Arten, Scatophagus argus, Archerfische (Toxotes) und Grüne Chromiden (Etroplus suratensis). Kleine, scheue Süßwasserarten sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden deutlich größer als Weibchen und zeigen eine steilere Stirnpartie. Keine konsistenten Unterschiede in Färbung oder Flossenzeichnung dokumentiert.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 20-28 °C, pH 7,5-8,5, GH 9-19 dGH. Brackwasser ist notwendig. Salzgehalt: Jungtiere ab ca. 5 g/l (SG 1,003-1,005), Halbwüchsige 10-15 g/l, adulte Tiere schrittweise Erhöhung auf SG 1,010-1,025.
Beckengröße: Für Jungtiere ab 150 cm Kantenlänge (ca. 400 Liter). Adulte Tiere benötigen mindestens 240 cm Länge (800-1.000 Liter).
Einrichtung: Offene Schwimmzonen, feiner Sand oder Kies, glatte Steine, mangrovenartige Elemente. Keine Wasserpflanzen (werden gefressen). Kräftige Filterung mit moderater bis starker Strömung.
Abdeckung: Springer. Fest schließender Deckel ist Pflicht.
Die Art reagiert empfindlich auf Nitrit. Regelmäßige Wasserwechsel essenziell.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher ohne Brutpflege. Zuchtschwierigkeit: Im Aquarium nicht dokumentiert.
Eier und Larven sind planktisch. Im Hobby keine verlässlichen Zuchterfolge dokumentiert. Zucht nur in professionellen Aquakulturen (Nahrungsproduktion) bekannt. Salinitätsänderungen werden als möglicher Fortpflanzungsreiz vermutet.
Ernährung/Futterbedarf
Selenotoca multifasciata ist Allesfresser mit deutlichem pflanzlichem Anteil. Pflanzlich: Spirulina-Tabletten, blanchiertes Spinat oder Salatblatt, Algen-Futtermittel, Erbsen. Tierisch: Mysis, Krill, Artemia, Mückenlarven. Ergänzend hochwertige Flocken und Pellets. Die Art ist ein unordentlicher Fresser, leistungsstarke Filterung daher besonders wichtig.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Selenotoca multifasciata ist im Indopazifik verbreitet: Australien (Westküste bis New South Wales), Indonesien, Sulawesi, Papua-Neuguinea, Neukaledonien und Philippinen. Flussmündungsbereiche, Mangrovenkreeks, Felsenpools und untere Bereiche von Süßwasserläufen. Sandige bis schlammige Böden in 0-5 m Tiefe.