Simpsonichthys punctulatus
Beschreibung
Der Getüpfelte Fächerfisch (Simpsonichthys punctulatus) ist ein sehr kleiner annueller Killifisch aus der Familie der Rivulidae und erreicht eine Standardlänge von nur 2,9 cm (Männchen). Die Art stammt aus dem brasilianischen Cerrado-Hochland und bewohnt temporäre Flachgewässer im oberen Einzugsgebiet des Rio Paracatu.
Männchen zeigen längs verlaufende Reihen leuchtend hellblauer Punkte auf den Flanken, rosa bis rot gefärbte Brustflossen mit blauen Flecken und fünf intensive blau-pink Streifen am Kopf. Besonders markant ist ein langer, fadenförmiger Strahl an der Spitze der Rückenflosse. Weibchen sind schlicht bräunlich mit einem dunklen Fleck in der Rückenflosse.
Im Aquarium ist die Art friedlich gegenüber anderen Fischen und sollte im Artenbecken als Harem gehalten werden. Die IUCN stuft die Art als gefährdet (Vulnerable) ein.
Besonderheiten
- Einer der kleinsten annuellen Killifische, nur 2,9 cm SL
- Eier benötigen Torf-Diapause von 2,5 bis 3 Monaten
- IUCN-Status: Vulnerable (gefährdet)
- Endemisch im Cerrado-Hochland Brasiliens (900 bis 1.000 m Höhe)
- Trockenfutter wird meist verweigert, Lebend-/Frostfutter nötig
- Männchen können einander in Kämpfen töten, separate Haltung nötig
- Killifische sind als Springer bekannt, dichte Abdeckung ist Pflicht
- Lebenserwartung im Aquarium bis ca. 1,5 Jahre
Vergesellschaftungshinweise
Simpsonichthys punctulatus ist gegenüber anderen Fischarten friedlich und sollte im Artenbecken gehalten werden. Die empfohlene Haltungsform ist ein Harem: ein Männchen mit zwei bis drei Weibchen.
Werden mehrere Männchen zusammen gehalten, kommt es zu ernsthaften Kämpfen, die tödlich enden können. Mehrere Männchen sollten grundsätzlich in getrennten Becken gehalten werden.
Schnecken und größere Garnelen werden toleriert, sehr kleine Wirbellose können als Nahrung betrachtet werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind größer und farbenprächtiger mit hellblauen Punkten auf den Flanken, blau-pink Kopfstreifen und einem langen fadenförmigen Dorsalstrahl. Die Brustflossen sind rosa bis rot mit blauen Flecken. Weibchen sind einfarbig bräunlich mit einem dunklen Fleck in der Rückenflosse und deutlich kürzer.
Haltungstipps / Pflege
Der Getüpfelte Fächerfisch bevorzugt Wassertemperaturen von 22 bis 27 °C, einen pH-Wert von 6,0 bis 7,0 und eine Gesamthärte von 4 bis 8 °dGH. Weiches, leicht saures Wasser ist nötig; die Art reagiert empfindlich auf calciumreiches Wasser. Für einen Harem empfiehlt sich ein dicht abgedecktes Becken ab 54 Litern.
Das Becken sollte spärlich beleuchtet sein, mit reichem Pflanzenbewuchs (Schwimmpflanzen, Javafarn, Moose) und einer dunklen Torfschicht am Boden. Laubstreu und Seemandelbaumblätter puffern den pH-Wert und simulieren den natürlichen Lebensraum. Die Strömung sollte minimal sein.
Als annuelle Art aus dem Cerrado-Hochland (900 bis 1.000 m Höhe) verträgt die Art kein zu warmes Wasser. Die Haltung ist nur für erfahrene Killifisch-Halter geeignet. Die Lebenserwartung beträgt im Aquarium bis etwa 1,5 Jahre, in der Natur nur 7 bis 8 Monate.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht erfordert spezifisches Fachwissen über die annuelle Lebensweise. Die Art ist ein Substratlaicher, der Eier einzeln tief im Torfsubstrat vergräbt. Zur Konditionierung empfiehlt sich eine vorübergehende Temperaturabsenkung auf 18 bis 20 °C.
Der mit Eiern besetzte Torf wird leicht abgetrocknet und in einem verschlossenen Plastikbeutel bei Raumtemperatur gelagert. Die Diapause dauert 2,5 bis 3 Monate, in Ausnahmefällen schlüpfen Larven bereits nach 5 bis 6 Wochen. Nach der Inkubation wird der Torf in weiches, leicht saures Wasser bei etwa 25 °C eingeweicht.
Jungfische sind bei Schlupf bereits relativ groß und nehmen sofort Artemia-Nauplien an. Sie wachsen schnell und werden früh geschlechtsreif.
Ernährung/Futterbedarf
Der Getüpfelte Fächerfisch nimmt nahezu ausschließlich lebende und gefrorene Kleinsttiere an; Trockenfutter wird häufig verweigert. Geeignete Futtertiere sind Artemia-Nauplien, Daphnien, weiße und rote Mückenlarven sowie Tubifex. Kleine Portionen, die in 2 bis 3 Minuten gefressen werden, sind ideal. Abwechslungsreiche Ernährung vermeidet Mangelerscheinungen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Simpsonichthys punctulatus ist endemisch im oberen Einzugsgebiet des Rio Paracatu (Rio-São-Francisco-Becken) im brasilianischen Cerrado-Hochland. Die Art bewohnt saisonale Flachgewässer und temporäre Kanäle in Höhenlagen von 900 bis 1.000 Metern. Das Wasser ist typischerweise sehr weich, mineralarm und leicht sauer. Die Gewässer trocknen in der Trockenzeit vollständig aus, die Eier überdauern im Boden.