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Zierfische, Familie Cichlidae

Kakadu-Zwerghechtbuntbarsch Wallaciia (Crenicichla) notophthalmus

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Wallaciia notophthalmus hieß früher Crenicichla notophthalmus. Wallaciia notophthalmus, der Kakadu-Zwerghechtbuntbarsch, ist ein kompakter, schlanker Zwerghechtcichlide mit stromlinienförmiger Silhouette und einer Standardlänge von etwa 7,6 cm. Die Grundfärbung reicht von bräunlich bis gelblich-oliv mit heller Bauchregion. Ein dunkles Längsband verläuft von der Schnauze durch das Auge bis zur Schwanzflosse.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Paarweise
  • Territorial
  • bis 10 cmEndgröße

  • 4-6 JahreLebenserwartung

  • 26-28 °CTemperatur

  • 4,5-6,5pH-Wert

  • 1-10 °dGHGesamthärte

  • ab 300 lAquariengröße

Beschreibung

Namensgebend sind die bei Männchen verlängerten ersten 3–5 Hartstrahlen in der Rückenflosse, die einen kammähnlichen Kamm bilden. Weibchen tragen ein bis zwei schwarz-rote Ocellen in der Rückenflosse und entwickeln während der Laichzeit einen leuchtend pinken bis roten Bauch. Im Aquarium zeigt Wallaciia notophthalmus ein zurückhaltendes, räuberisches Verhalten. Die Tiere halten sich bevorzugt bodennah auf, nutzen Höhlen, Wurzelwerk und Blattmulm als Verstecke und lauern von dort aus auf kleine Beutetiere. Paare beanspruchen eigene Reviere und verteidigen diese energisch, besonders während der Brutzeit. W. notophthalmus ist eine Schwarzwasser-Art aus dem unteren Rio Negro und an weiches, saures Wasser angepasst. Taxonomischer Hinweis: Die Art wurde in neueren Revisionen der Gattung Wallaciia zugeordnet (Wallaciia notophthalmus).

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 26–28 °C, pH 4,5–6,5, GH 1–10 dGH. Beckengröße: mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 300 Liter). Ein gut strukturiertes Becken mit reichlich Totholz, verwurzelten Ästen, Höhlen und großzügigen Bereichen mit Blattmulm. Feiner dunkler Sand als Substrat. Huminstoffreiches Wasser durch Erlenzapfen, Torf oder Seemandelbaumblätter fördert Wohlbefinden und Kondition. Schwache bis mäßige Strömung. Die Art bevorzugt strömungsarme bis stehende Gewässer. Gut schließender Deckel empfehlenswert. Wallaciia notophthalmus ist eine spezialisierte Art für Aquarianer mit Erfahrung in der Pflege südamerikanischer Schwarzwasserarten.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Wallaciia notophthalmus wird als Paar gehalten. Das Temperament ist im Normalzustand eher zurückhaltend und territorial gegenüber Artgenossen. Gegenüber artfremden, mittelgroßen bis hochrückigen Fischen verhält sich die Art meist tolerant, solange diese nicht in das Revier eindringen. Während der Brutzeit steigt die Aggressivität deutlich an. Schnecken werden weitgehend toleriert. Zwerggarnelen sind gefährdet, insbesondere Jungtiere werden erbeutet. Geeignete Beifische: südamerikanische Salmler mittlerer Größe, Panzerwelse und kleine Buntbarsche aus demselben Herkunftsraum.

Ernährung

Karnivor (Mikroprädator). In der Natur kleine Wirbellose, Insektenlarven und Kleinstfische. Im Aquarium Lebendfutter und Frostfutter: Artemia, Mückenlarven, Tubifex, kleine Garnelen und Insektenlarven. Trockenfutter wird oft abgelehnt oder nur widerwillig akzeptiert.

Zucht

Schwer, selten im Hobby nachgezüchtet. Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter mit intensiver Elternpflege. Das Weibchen betreut die Eier, das Männchen sichert das Revier. Zuchtwerte: Temperatur 28–29 °C, pH 5,0–5,5, GH maximal 3 dGH. Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter (Mückenlarven, Enchyträen, kleine Garnelen). Auslöser: Regenzeit-Simulation durch große Wasserwechsel mit sehr weichem, saurem und minimal kühlerem Wasser. Schlupf nach ca. 3–5 Tagen bei 28 °C. Erstfutter: Artemia-Nauplien. Eltern führen und schützen die Jungfische intensiv.

Zuchtwasser: 28 bis 29 °C, pH 5 bis 5,5, bis 3 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Wallaciia notophthalmus stammt aus dem unteren Rio-Negro-Becken in Brasilien (bei Manaus) und ist an Schwarzwasserflüsse und Igarapes angepasst. Die natürlichen Vorkommen finden sich in strömungsarmen bis stehenden Uferzonen mit reichlich Totholz, verwurzelten Strukturen und einer dicken Schicht aus Falllaub. Das Wasser ist typischerweise teebraun gefärbt durch Huminstoffe.

Geschlechtsunterschiede

Männchen entwickeln verlängerte, frei stehende erste 3–5 Hartstrahlen in der Rückenflosse (Kakadu-Kamm) und werden etwas größer (bis 8–10 cm TL). Weibchen tragen markante, rot umrandete schwarze Augenflecken (Ocellen) in der Rückenflosse und zeigen während der Laichzeit einen leuchtend pinken bis roten Bauch.

Gut zu wissen

  • Kakadu-Kamm: verlängerte Hartstrahlen der Rückenflosse bei Männchen
  • Schwarzwasser-Art: benötigt weiches, saures Wasser (Rio Negro)
  • Taxonomie: seit 2023 Wallaciia notophthalmus
  • Höhlenbrüter mit intensiver Elternpflege
  • Weibchen mit Ocellen in der Rückenflosse und rotem Laichbauch
  • Bodennaher Lauerjäger in Blattmulm-Habitaten
  • Territorial, besonders während der Brutpflege

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Kakadu-Zwerghechtbuntbarsch?

Die empfohlenen Werte sind 26–28 °C, pH 4,5–6,5 und GH 1–10 dGH. Als Schwarzwasser-Art benötigt die Art weiches, saures Wasser.

Kann man den Kakadu-Zwerghechtbuntbarsch vergesellschaften?

Geeignet mit südamerikanischen Salmlern mittlerer Größe, Panzerwelsen und kleinen Buntbarschen. Zwerggarnelen sind gefährdet.

Kann man den Kakadu-Zwerghechtbuntbarsch im Aquarium züchten?

Die Zucht gilt als schwer und gelingt nur selten. W. notophthalmus ist ein Höhlenbrüter mit intensiver Elternpflege. Sehr weiches, saures Wasser und Regenzeit-Simulation sind erforderlich.

Wie groß muss das Aquarium für den Kakadu-Zwerghechtbuntbarsch sein?

Mindestens 120 cm Kantenlänge und 300 Liter für ein Paar. Ein strukturreiches Schwarzwasser-Becken mit Höhlen und Blattmulm ist ideal.

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