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Zierfische, Familie Balitoridae

Geckoschmerle Homaloptera ogilviei

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Die Geckoschmerle (Homaloptera ogilviei) ist ein gestreckter Flossensauger aus der Familie Balitoridae, den E. R. Alfred 1967 aus Malaysia beschrieben hat. Mit rund 5 cm Gesamtlänge ist sie die kleinste bisher im Hobby bekannte Homaloptera-Art.

  • Schwierigkeit: Mittelschwer
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • 5 cmEndgröße

  • 5 JahreLebenserwartung

  • 22-25 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 1-12 °dGHGesamthärte

  • ab 54 lAquariengröße

Beschreibung

Die Färbung reicht von Braun über Schwarztöne bis Ziegelrot, das Grundmuster bleibt dabei ähnlich: Auf hell rosabraunem Grund liegen unregelmäßige dunkle Flecken, der größte legt sich als Sattel über den Rücken und läuft bis in die Rückenflosse. Die paarigen Flossen stehen in Ruhe senkrecht nach unten statt waagerecht zur Seite, der Fisch stellt sich dann auf die Flossenspitzen, und am Untergrund halten sich die Tiere mit Unculi (verhornten Fortsätzen) an den Rändern der Brust- und Bauchflossen. Ähnlich sind H. parclitella mit 2 großen, breiten Sätteln und 75-77 Seitenlinienschuppen (H. ogilviei: 56-61), die nur von Borneo bekannte H. orthogoniata mit immer 3 großen, regelmäßigen Sätteln und 61-70 Seitenlinienschuppen sowie H. confuzona mit bis zu 4 unregelmäßigen, meist auf die obere Körperhälfte beschränkten Flecken. Weil die Muster sich überschneiden, hilft im Zweifel nur die Form der Schuppenkiele: bei H. ogilviei länglich, bei H. confuzona rund, bei H. parclitella und H. orthogoniata ein breiter Mittelkiel mit zwei kleineren daneben. Die Art stammt aus Waldbächen der Malaiischen Halbinsel, von Sumatra und aus dem Westen Borneos und eignet sich für erfahrene Aquarianer, die ein eingefahrenes, sauerstoffreiches und nicht zu warmes Becken dauerhaft bieten können.

Haltung und Pflege

Frank Schäfer nennt 22-25 °C als ideal, das Wasser sollte wegen des hohen Sauerstoffbedarfs nicht zu warm werden. Empfohlen werden außerdem pH 6,0-7,5 und eine Gesamthärte von 1-12 °dGH. Die Quellen weichen im Detail ab: Ein englischsprachiges Artprofil nennt 20-25,5 °C, Martin Thoene 21-25,5 °C, pH 6,5-7,5 und höchstens 12 °dH. Das Becken sollte mindestens 60 cm Kantenlänge und 54 Liter haben. Entscheidend sind sauberes, sauerstoffreiches Wasser und gute Strömung: Der Filter sollte überdimensioniert sein, zusätzliche Strömungspumpen oder Ausströmer helfen dabei. Die Angaben zum Umwälzen schwanken zwischen 4- und 15-mal pro Stunde. Frank Schäfer verlangt ein keimarmes Milieu und rät, das Wasser mit Huminstoffen aus Torf, Erlenzäpfchen oder Laub anzureichern, weil die Tiere sonst sehr empfänglich für Parasiten sind. Auch Martin Thoene empfiehlt, die Schwarzwasserbedingungen (weiches, durch Huminstoffe bräunlich gefärbtes Wasser) nachzubilden, die aus vielen Fanggebieten berichtet werden. Als Boden eignen sich Kies, Sand oder eine Mischung aus beidem, darauf kommt eine Lage wassergerundeter Steine und Kiesel in verschiedenen Größen mit Versteckmöglichkeiten. Wurzeln und Äste sind ebenfalls geeignet. Pflanzen sind nicht zwingend nötig, in Frage kommen robuste Gattungen wie Microsorum, Crinum und Anubias, auf deren Blättern Homaloptera-Arten offenbar gern ruhen. Die Beleuchtung sollte hell sein, damit Algen und Aufwuchs wachsen, Aufwuchs darf außer an der Frontscheibe überall stehen bleiben. Regelmäßige Teilwasserwechsel sind Pflicht. Die Art braucht stabile Wasserwerte und darf nur in ein biologisch eingefahrenes Becken. Die Abdeckung muss dicht schließen. Die Tiere vertragen Transporte schlecht und gewöhnen sich teils schwer ein, sind sie eingewöhnt, können sie laut Martin Thoene rund 5 Jahre alt werden. Flossensauger werden im Handel oft stark abgemagert angeboten: Solche Tiere erholen sich nur schwer und brauchen anfangs ständig geeignetes Futter und ein Becken ohne Nahrungskonkurrenten.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Die Geckoschmerle ist sehr friedlich. In der Natur lebt sie in Ansammlungen, deshalb sollten mindestens 6 Tiere zusammen gehalten werden, einzeln, zu zweit oder zu dritt bleiben die Fische zurückhaltender. Eine Gruppe ordnet sich zu bestimmten Tageszeiten dicht beieinander mit dem Kopf gegen die Strömung an. Unter Artgenossen kommt es zu harmlosen Rangordnungskämpfen, auch mit anderen Flossensaugern sind harmlose Rangeleien möglich. Bei der Fütterung ändert sich das Bild: Martin Thoene beschreibt, dass die Tiere beim Geruch von Futter hektisch durchs Becken schießen und kleinere Fische zur Seite stoßen. Am besten hält man sie mit Artgenossen, andere Flossensauger passen ebenfalls gut. Die Ansprüche an das Becken schränken die Auswahl der Mitbewohner ein. Infrage kommen Fische ähnlicher Lebensräume wie Barilius, Discherodontus, Garra, Devario und einige Rasbora, Grundeln der Gattungen Rhinogobius, Sicyopterus und Stiphodon sowie Welse wie Glyptothorax, Akysis und Oreoglanis. Auch viele Schmerlen aus der Familie Nemacheilidae kommen in Frage, das muss aber je Art geprüft werden. Zu Garnelen und zur Verträglichkeit mit Schnecken machen die ausgewerteten Quellen keine Aussage.

Ernährung

Homaloptera-Arten sind spezialisierte Weidegänger, die Biofilm (Aufwuchs aus Algen und Kleinstlebewesen), kleine Krebstiere, Insektenlarven und andere Wirbellose fressen. Frank Schäfer schreibt, dass die Geckoschmerle anfangs Lebendfutter bevorzugt und später auch Frost- und Trockenfutter nimmt. Im Aquarium werden Flockenfutter, sinkende Futtertabletten und Algentabletten angenommen, regelmäßige Gaben von Lebend- oder Frostfutter wie Daphnien, Artemia, Roten Mückenlarven oder Mysis sind für die Gesunderhaltung aber wichtig. Steine und andere feste Flächen mit Algen und Aufwuchs sollten im Becken vorhanden sein. Bei der Fütterung ist darauf zu achten, dass auch zurückhaltendere Mitbewohner etwas abbekommen.

Zucht

Eine Nachzucht im Aquarium ist in den ausgewerteten Quellen nicht beschrieben, Martin Thoene führt die Art als nicht nachgezogen. In der Natur laicht sie vermutlich saisonal. Zu Eiablage, Entwicklung der Eier und Jungfische und zu Zuchtwasserwerten liegen keine Angaben vor.

Natürlicher Lebensraum

Die Art ist von der Malaiischen Halbinsel (Malaysia), von Sumatra und aus dem Westen Kalimantans (Borneo, Indonesien) gemeldet. Als Typusfundort (Fundort der beschriebenen Tiere) gilt der Jelai-Fluss am 14. Meilenstein der Straße von Tampin nach Kuala Pilah in Negeri Sembilan, Malaysia. Auch aus Thailand liegt ein Museumsexemplar vor, ein englischsprachiges Artprofil nennt den Süden des Landes. Ende 2025 berichtete ein Importeur von Tieren aus Thailand. Die Fische leben in Waldbächen und Oberläufen. Zum Wasser gehen die Angaben auseinander: Ein Artprofil nennt klares, sauerstoffgesättigtes Wasser, Fangberichte nennen schnell fließende Bäche über Felsblöcken, oft mit Schwarzwasser (weiches, durch Huminstoffe bräunlich gefärbtes Wasser). Daneben wird sie in ruhigeren Abschnitten zwischen Wasserpflanzen, untergetauchten Wurzeln, Totholz und Falllaub gefunden. Roberts (1989) deutet die senkrecht stehenden paarigen Flossen als mögliche Anpassung an diese Vorliebe für Pflanzen und Holz statt für reine Felsstrecken. Im Kahang, einem Fluss im Einzugsgebiet des Endau, lebt die Art im selben Gewässer wie H. parclitella. Von einem gemeinsamen Vorkommen wird berichtet, dass H. parclitella nur in den schnellsten Abschnitten beobachtet wurde, H. ogilviei dagegen in langsameren Zonen zwischen Pflanzenbeständen. Am Fundort gemessene Wasserwerte liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Die IUCN führt die Art als nicht gefährdet (Least Concern). Die Gattung Homaloptera war lange sehr weit gefasst, seit der Revision von Randall und Page (2015) gehören nur noch 6 Arten dazu, H. ogilviei ist eine davon.

Geschlechtsunterschiede

Geschlechtsreife Weibchen sind meist etwas größer und fülliger als die Männchen, bei gesunden, gut gefütterten Tieren ist der rundere Körper deutlich zu sehen. Weitere Unterschiede in Färbung oder Flossenform nennen die ausgewerteten Quellen nicht.

Krankheiten

Frank Schäfer beschreibt die Art als sehr empfänglich für Parasiten, wenn das Wasser nicht keimarm und mit Huminstoffen angereichert ist. Bestimmte Erreger nennt er nicht.

Gut zu wissen

  • Mit rund 5 cm Gesamtlänge die kleinste bisher im Hobby bekannte Homaloptera-Art
  • Färbung sehr variabel von Braun über Schwarztöne bis Ziegelrot, das Grundmuster mit dem großen Rückensattel bleibt ähnlich
  • Brust- und Bauchflossen stehen in Ruhe senkrecht nach unten, der Fisch steht dann auf den Spitzen von Brust-, Bauch-, After- und Schwanzflosse
  • Haftorgan sind Unculi (verhornte Fortsätze) an den Rändern der Brust- und Bauchflossen
  • Gleitet ähnlich wie eine Eidechse über feste Flächen und hält dabei ständig Kontakt zum Untergrund
  • Der Name Geckoschmerle ist nicht eindeutig: Er wird im Handel auch für andere Arten benutzt, so erschien Homalopteroides tweediei (früher Homaloptera tweediei) unter diesem Namen
  • Der Artname ehrt Charles S. Ogilvie, früher Leiter des King-George-V-Nationalparks auf der Malaiischen Halbinsel

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird die Geckoschmerle?

Frank Schäfer nennt maximal ca. 5 cm Gesamtlänge. FishBase gibt 5 cm Standardlänge (Länge ohne Schwanzflosse) an, Martin Thoene 2,5 Zoll, also rund 6 cm. Weibchen werden meist etwas größer und fülliger als Männchen.

Welche Wasserwerte braucht die Geckoschmerle?

Empfohlen werden 22-25 °C, pH 6,0-7,5 und 1-12 °dGH. Wichtiger als die genauen Zahlen sind sauberes, sauerstoffreiches, keimarmes Wasser mit Huminstoffen aus Torf, Erlenzäpfchen oder Laub, gute Strömung und stabile Werte.

Wie groß muss das Aquarium sein?

Das Becken sollte ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter haben. Es muss eingefahren sein, eine kräftige Strömung bieten und eine dicht schließende Abdeckung haben.

Mit welchen Fischen lässt sich die Art vergesellschaften?

Am besten hält man mindestens 6 Tiere der eigenen Art, andere Flossensauger passen ebenfalls gut. Geeignet sind außerdem Fische ähnlicher Lebensräume wie Garra, Devario, einige Rasbora, Grundeln der Gattungen Rhinogobius, Sicyopterus und Stiphodon sowie Welse wie Glyptothorax und Akysis. Bei der Fütterung werden kleinere Fische zur Seite gedrängt.

Was frisst die Geckoschmerle?

Sie weidet Biofilm (Aufwuchs aus Algen und Kleinstlebewesen) von festen Flächen und frisst kleine Wirbellose. Im Aquarium bevorzugt sie anfangs Lebendfutter und nimmt später auch Frost- und Trockenfutter, regelmäßig sollte es Lebend- oder Frostfutter wie Daphnien, Artemia, Rote Mückenlarven oder Mysis geben.

Lässt sich die Art im Aquarium nachzüchten?

Eine Nachzucht ist in den ausgewerteten Quellen nicht beschrieben. In der Natur laicht die Art vermutlich saisonal, zu Eiablage und Aufzucht liegen keine Angaben vor.

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Fragen und Erfahrungen

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