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Zierfische, Familie Cyprinidae

Rhombenbarbe Desmopuntius (Systomus) rhomboocellatus

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Desmopuntius rhomboocellatus hieß früher Systomus rhomboocellatus. Die Rhombenbarbe oder Rautenaugenbarbe, wissenschaftlich Desmopuntius rhomboocellatus (Koumans, 1940, historisch auch als Puntius rhomboocellatus geführt), ist ein farbenprächtiger Schwarmfisch aus der Familie Cyprinidae. Nach der Revision der südostasiatischen Barben durch Kottelat (2013) wurde die Art in die Gattung Desmopuntius überführt.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Schwarm
  • Friedlich
  • bis 8,8 cmEndgröße

  • 22-26 °CTemperatur

  • 4-7pH-Wert

  • 1-5 °dGHGesamthärte

  • ab 240 lAquariengröße

Beschreibung

Die Art erreicht eine Standardlänge von etwa 5,5 cm (bis 8,8 cm Gesamtlänge) und ist damit eine typische Vertreterin der Desmopuntius-Arten. Der Körper ist kompakt, seitlich leicht abgeflacht und zeigt eine goldgelbe bis bräunlich-orange Grundfärbung mit charakteristischen dunklen, rhombusförmigen Flecken entlang der Körpermitte – diese rautenförmigen Augenflecken haben der Art ihren Namen gegeben. Meist sind vier bis fünf solcher Rauten sichtbar, der erste hinter dem Kiemendeckel, der letzte auf dem Schwanzstiel. Die Rhombenbarbe ist ein Schwarzwasserspezialist und zeigt ihre schönste Färbung in weichem, sauren, tanninreichen Wasser. In zu hartem oder alkalischem Wasser verblassen die Farben und die Tiere werden anfällig für Krankheiten. Im Handel ist die Art eher selten und gilt als Liebhaberfisch für gut gepflegte Südostasien-Biotopaquarien.

Haltung und Pflege

Desmopuntius rhomboocellatus benötigt weiches, saures Schwarzwasser mit einer Wassertemperatur von 22 bis 26 °C, einem pH-Wert von 4,0 bis 7,0 (optimal 5,0 bis 6,5) und einer sehr weichen Gesamthärte von 1 bis 5 °dGH. Hartes oder alkalisches Wasser (pH über 7, GH über 10) ist dauerhaft nicht geeignet und führt zu Farbverlust, Krankheitsanfälligkeit und verkürzter Lebensdauer. Beckengröße: Für eine artgerechte Gruppe von 10 bis 12 Tieren ist ein Aquarium ab 120 cm Kantenlänge und 240 Liter Volumen die Mindestgröße. Die Art schwimmt aktiv und braucht horizontalen Raum. Einrichtung: Naturnahe Schwarzwasser-Gestaltung mit feinem, dunklem Sandbodengrund, zahlreichen Wurzeln und Moorkienholz, einer dicken Schicht Laubstreu (Seemandelbaumblätter, Buchenlaub, Erlenzapfen) und dichter Randbepflanzung mit tanninverträglichen Pflanzen (Cryptocorynen, Anubias, Javafarn, Bucephalandra). Schwimmpflanzen wie Salvinia oder Limnobium dämpfen das Licht zusätzlich. Die Mitte des Beckens sollte als offene Schwimmzone frei bleiben. Filterung: Ruhige bis leicht bewegte Wasserzirkulation. Ein sanft arbeitender Außenfilter mit Torffilterung und regelmäßigen Teilwasserwechseln (25 bis 30 % wöchentlich, mit weichem, angesäuertem Wasser) hält die Wasserqualität stabil. Beleuchtung: Gedämpft. Helles, grelles Licht wird gemieden und unterdrückt die typische Schwarzwasser-Atmosphäre.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Desmopuntius rhomboocellatus ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und sollte zwingend in einer Gruppe von mindestens 10 bis 12 Tieren gehalten werden. In kleineren Gruppen werden die Tiere scheu, verlieren an Farbe und zeigen kein natürliches Schwarmverhalten. Das Temperament ist friedlich und ruhig. Innerartlich treten leichte Imponiergesten zwischen den Männchen auf, ernsthafte Aggressionen kommen nicht vor. Die Art schwimmt bevorzugt im mittleren Beckenbereich in lockeren, lose verbundenen Schwarmformationen. Geeignete Beckenpartner sind andere ruhige Schwarzwasser-Arten aus Südostasien, die ähnliche Wasserwerte bevorzugen: andere Desmopuntius-Arten (D. hexazona, D. pentazona, D. johorensis), kleinere Rasboras, friedliche Bärblinge, Pangio-Arten (Kuhlis) und ruhige Bodenfische. Ungeeignet sind alle Hartwasser-Arten, Flossenzupfer wie Sumatrabarben, hektische Oberflächenfische sowie sehr kleine Beutefische, die ins Beuteschema der Rhombenbarbe fallen könnten. Schnecken und adulte Garnelen werden meist toleriert, sehr kleine Junggarnelen können als Futter angesehen werden.

Ernährung

Desmopuntius rhomboocellatus ist ein Allesfresser mit leichter Tendenz zu tierischer Nahrung. In der Natur ernährt sie sich als Mikroräuber (Jäger kleinster Beutetiere) von kleinen Insekten, Würmern, Kleinkrebsen und anderem Zooplankton. Im Aquarium akzeptiert die Art bereitwillig hochwertiges Flocken- und Granulatfutter als Grundration. Ergänzt werden sollte regelmäßig mit Lebend- und Frostfutter: Artemia, Daphnien, Cyclops, Mückenlarven (schwarz, weiß, rot), Moina und Mikrowürmchen. Pflanzliche Beigaben aus Spirulina-Flocken und gelegentlich überbrühtem Gemüse (Zucchini, Spinat) sollten etwa 20 bis 30 % der Gesamtration ausmachen und unterstützen die Verdauung. Wildfänge nehmen Trockenfutter oft nur widerwillig an und müssen durch Lebendfutter eingewöhnt werden. Nachzuchten sind in dieser Hinsicht deutlich unproblematischer.

Zucht

Desmopuntius rhomboocellatus ist ein Freilaicher ohne elterliche Brutpflege. Eine gezielte Nachzucht dieser Art ist kaum dokumentiert, die folgenden Angaben stützen sich auf nah verwandte Desmopuntius-Arten. Zuchtbedingungen: Temperatur 25 bis 27 °C, pH 5,0 bis 6,0, sehr weiches Wasser mit GH unter 4 °dGH (Osmose- oder Regenwasser mit Schwarzwasser-Aufbereitung durch Torf, Erlenzapfen oder Seemandelbaumblätter). Für die gezielte Zucht wird ein separates Zuchtbecken mit dichten, feinfiedrigen Pflanzen (Javamoos, Cabomba) oder einem Laichrost eingerichtet. Die Beleuchtung bleibt gedämpft. Nach intensiver Konditionierung mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter wird ein laichbereites Paar oder eine kleine Gruppe mit Weibchenüberschuss ins Zuchtbecken gesetzt. Die Eier werden zwischen den Pflanzen verstreut. Die Elterntiere müssen sofort nach dem Ablaichen entfernt werden, da sie den Laich fressen. Die Eier schlüpfen nach etwa 24 bis 36 Stunden, nach weiteren 3 bis 4 Tagen schwimmen die Larven frei. Die Larven sind winzig und lichtempfindlich; das Becken muss abgedunkelt werden. Erstfutter sind Infusorien und Pantoffeltierchen, danach frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.

Zuchtwasser: 25 bis 27 °C, pH 5 bis 6, bis 4 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Desmopuntius rhomboocellatus ist endemisch auf der Insel Borneo (Kalimantan). Nachgewiesen ist sie in West-, Süd- und Zentralkalimantan. Belegt ist die Art aus mehreren Flusssystemen, darunter Kapuas, Kepayang, Barito und Kahayan, der Typusfundort ist ein Kanal bei Banjarmasin. Sie besiedelt vor allem Torfsumpfwälder und die zugehörigen tanninreichen Schwarzwasserbäche sowie andere stille Gewässer. Typische Habitate sind klare bis teebraun gefärbte, stillstehende oder sehr langsam fließende Waldgewässer mit dichter Ufer- und Unterwasservegetation, einer dicken Schicht abgefallenem Laub am Grund und zahlreichen Wurzelstrukturen. Das Wasser ist extrem weich, stark sauer und nährstoffarm, angereichert mit Huminstoffen und Tanninen aus der Zersetzung des Laubes. Typische Wasserwerte in den natürlichen Habitaten liegen bei 24 bis 27 °C, pH 4,0 bis 6,0 (extrem sauer) und sehr weicher Gesamthärte (GH unter 3 °dGH). Die Strömung ist minimal. Aufgrund der fortschreitenden Zerstörung der Torfmoorwälder Borneos durch Palmölplantagen ist die Art in ihrem natürlichen Lebensraum zunehmend gefährdet.

Geschlechtsunterschiede

Der Geschlechtsdimorphismus von Desmopuntius rhomboocellatus ist bei adulten Tieren erkennbar. Männchen bleiben etwas kleiner und deutlich schlanker und zeigen im Prachtkleid intensivere, leuchtendere orange-gelbe Körperfarben mit schärfer abgegrenzten schwarzen Rauten. Besonders während der Balz wirkt ihre Färbung kontrastreich. Weibchen werden etwas größer und deutlich fülliger, besonders im Bauchbereich, der bei Laichbereitschaft sichtbar anschwillt; ihre Grundfärbung ist matter und die Rauten sind weniger scharf abgegrenzt. Außerhalb der Laichzeit sind die Unterschiede weniger deutlich, und eine sichere Geschlechtsbestimmung erfordert den direkten Vergleich mehrerer Tiere.

Krankheiten

Die Rhombenbarbe (Desmopuntius rhomboocellatus) gilt bei artgerechter Haltung als relativ robust, wird jedoch unter suboptimalen Bedingungen anfälliger für Krankheiten. Faktoren wie schlechte Wasserqualität, plötzliche Temperaturwechsel, Überbesatz oder unzureichende Ernährung verursachen Stress, schwächen das Immunsystem und begünstigen Infektionen durch Bakterien, Parasiten oder Pilze. Gerade im Gesellschaftsaquarium sind eine regelmäßige Überwachung der Wasserparameter, eine ausgewogene Fütterung sowie das Einhalten von Quarantäneprotokollen bei Neuzugängen essenziell, um das Erkrankungsrisiko zu minimieren. Vorbeugende Maßnahmen sind entscheidend für die Gesundheit der Rhombenbarbe.

Gut zu wissen

  • Auffällige rautenförmige, oft hell gekernte Flecken entlang des Körpers, die namensgebend sind
  • Typischer Schwarmfisch, zeigt ausgeprägtes Gruppenverhalten
  • Laichräuber: frisst eigenen Laich, Eltern müssen bei Brut entnommen werden, wenn Nachwuchs erwünscht ist
  • Eignet sich sehr gut für Schwarzwasser- bzw. Torfbecken mit gedämpftem Licht
  • Deutliches Sprungrisiko durch Schreckreflex, dicht schließende Abdeckung erforderlich

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht die Rhombenbarbe?

Desmopuntius rhomboocellatus benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 26 °C, einen pH-Wert von 4,0 bis 7,0 (optimal 5,0 bis 6,5) und eine sehr weiche Gesamthärte von 1 bis 5 °dGH. Als Schwarzwasserspezialist ist die Art auf weiches, saures Wasser angewiesen.

Wie groß muss das Aquarium sein?

Für eine artgerechte Gruppe von 10 bis 12 Tieren ist ein Aquarium ab 120 cm Kantenlänge und 240 Liter Volumen die Mindestgröße. Die Art braucht horizontalen Schwimmraum und ein strukturreiches Schwarzwasser-Biotop.

Kann man die Rhombenbarbe vergesellschaften?

Ja, mit anderen ruhigen Schwarzwasser-Arten aus Südostasien: andere Desmopuntius-Arten, kleinere Rasboras, Pangio (Kuhlis), ruhige Bodenfische. Ungeeignet sind Hartwasser-Arten, Flossenzupfer wie Sumatrabarben und hektische Oberflächenfische.

Kann man die Rhombenbarbe züchten?

Eine gezielte Nachzucht ist kaum dokumentiert, die Angaben stammen von nah verwandten Arten. Die Art ist ein Freilaicher und benötigt sehr weiches, saures Wasser (pH 5,0 bis 6,0, GH unter 4). Die Eltern müssen nach dem Ablaichen entfernt werden. Jungfische benötigen Infusorien als Erstfutter.

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Fragen und Erfahrungen

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