Aus Freude an der Aquaristik Wissen, Inspiration und Community

my-fish

Zierfische, Familie Osphronemidae

Weißsaum-Kampffisch Betta albimarginata

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Betta albimarginata, der Weißsaum-Kampffisch, ist ein kompakter Labyrinthfisch (Osphronemidae) mit einer Standardlänge von ca. 3-3,5 cm SL (bis ca. 4 cm TL). Die Körpergrundfarbe des Männchens ist ziegelrot mit schwarzen Flecken am Kopf und orangefarbenen Wangenpartien. Besonders charakteristisch sind die Flossen mit einem Muster aus Rot und Schwarz mit breiten weißen Säumen.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Paarweise
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • bis 4 cmEndgröße

  • 3-5 JahreLebenserwartung

  • 24-28 °CTemperatur

  • 4-6,5pH-Wert

  • 1-5 °dGHGesamthärte

  • ab 54 lAquariengröße

Beschreibung

Weibchen sind deutlich dezenter gefärbt in grau-braunen Tönen; bei Laichbereitschaft zeigen sie oft vertikale Streifen. Die Art ist ein Mikroendemit des Sebuku-Einzugsgebiets in Ost-Kalimantan (Borneo) und wird von der IUCN als Endangered (stark gefährdet) geführt, da ihr Lebensraum durch großflächige Palmöl-Plantagen und Entwässerung der Torfmoore zunehmend zerstört wird. Die Lebenserwartung liegt bei 3-5 Jahren, nicht wie oft kolportiert bei 5-8 Jahren. Im Aquarium zeigt die Art ein eher scheues, aber nicht ängstliches Verhalten. Betta albimarginata ist ein paternaler Maulbrüter – das Männchen trägt die Brut im Maul. Als Labyrinthfisch benötigt die Art stets Zugang zur Wasseroberfläche.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 23–28 °C, pH 4,0–6,5, GH 1–5 dGH. Mindestbeckengröße: 60 cm Kantenlänge, 54 Liter. Ein flaches Becken mit dichter Struktur ist wichtiger als reines Volumen. Einrichtung stark strukturiert mit vielen Versteckmöglichkeiten durch Wurzeln, Höhlen und dichten Pflanzenbeständen. Weiches, feinkörniges Substrat (Sand) bedeckt mit einer dicken Lage Falllaub. Torf oder andere huminbildende Materialien fördern die typische Schwarzwasserfärbung. Gedämpftes Licht. Ruhige bis sehr leichte Strömung. Filter mit geringer Strömung (Schwammfilter) bevorzugen. Als Labyrinthfisch ist Zugang zur Wasseroberfläche Pflicht; die Abdeckung muss einen warmen, feuchten Luftraum unter dem Deckel erhalten. Diese Art ist ein hervorragender Springer – dicht schließende Abdeckung ist Pflicht. Kupferhaltige Medikamente vermeiden. Fütterung maßvoll dosieren – die Art neigt zu Fettleibigkeit.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Betta albimarginata kann als Paar oder in kleinen Gruppen gehalten werden. In gut strukturierten Becken funktionieren Paare oder kleine Harems gut. Das Temperament ist generell friedlich und zurückhaltend. Während der Brutzeit ist das Männchen besonders empfindlich gegenüber Störungen und könnte bei Stress die Eier oder Jungfische verschlucken. Für eine sichere Vergesellschaftung sollten vorwiegend Arten aus Südostasien/Borneo gewählt werden. Empfohlen sind kleine, ruhige Rasboras sowie bodenorientierte Schmerlen (z. B. Gastromyzon, Sewellia). Junggarnelen können gefressen werden, adulte Garnelen und Schnecken werden meist toleriert.

Ernährung

Betta albimarginata ist karnivor und zeigt eine deutliche Präferenz für proteinreiche Futtermittel tierischen Ursprungs. Optimal ist abwechslungsreiche Fütterung mit Lebend- und Frostfutter: Artemia, Mückenlarven, Daphnien, Cyclops und Mikrowürmchen. Trockenfutter wird oft nicht als Hauptfutter akzeptiert. Maßvolle Portionsgrößen, da die Art zur Fettleibigkeit neigt.

Zucht

Betta albimarginata ist ein paternaler Maulbrüter. Das Männchen nimmt die befruchteten Eier nach mehreren Paarungsumarmungen ins Maul und trägt die Brut dort bis zur Schwimmfähigkeit. Zuchtwasser: 25-26 °C, pH 4,0-6,0, GH maximal 3-5 dGH. Gute Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter, weiches und saures Wasser sowie ungestörte, abgedunkelte Versteckmöglichkeiten reichen in der Regel aus. Wurfgröße typischerweise 10-20 Eier (gelegentlich bis 40). Inkubation: 10-21 Tage bei 25 °C, wärmere Temperaturen beschleunigen die Entwicklung deutlich. Jungfische sind bei Entlassung relativ groß und selbstständig. Wichtig: das Männchen hat während der Brutphase 10-21 Tage nichts gefressen und ist direkt nach dem Entlassen der Jungfische stark geschwächt und ausgehungert. In dieser Phase kann es zu Nachzuchten-Kannibalismus kommen – am sichersten ist es, das brütende Männchen etwa ab Tag 10 der Inkubation in ein vorbereitetes, stark bepflanztes und beruhigtes Aufzuchtbecken umzusetzen (mit einem Gefäß, nicht mit einem Netz, damit die Eier nicht vorzeitig ausgespuckt werden). Erstfutter: Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Geschlechtsreife: ca. 6 Monate.

Zuchtwasser: 25 bis 26 °C, pH 4 bis 6, bis 5 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Betta albimarginata stammt aus Borneo und ist endemisch im Einzugsgebiet des Sebuku-Flusses in Ost-Kalimantan (Kalimantan Timur), Indonesien. Die Habitate sind stark beschattet durch dichte Ufervegetation. Das Wasser ist extrem flach (5-10 cm Tiefe) und durchsetzt mit Falllaub, Pflanzenwurzeln und Ästen. Der Bodengrund besteht aus Sand, bedeckt mit einer dicken Lage Falllaub. Das Wasser ist teefarben (Schwarzwasser) mit hoher Konzentration an Huminstoffen; die Strömung ist still bis sehr langsam. Der natürliche Lebensraum ist akut bedroht: großflächige Rodung tropischer Regenwälder für Palmöl-Plantagen, Entwässerung der Torfmoore und Bergbau-Aktivitäten haben die Wasserchemie und Hydrologie im Sebuku-Becken stark verändert. Die Art wird von der IUCN als Endangered (EN) eingestuft. Nachzuchten aus dem Aquaristik-Bereich sind eine zunehmend wichtige Genetik-Reserve für die Art.

Geschlechtsunterschiede

Männchen erreichen etwa 3–3,5 cm SL (bis ca. 4 cm TL) und sind intensiv ziegelrot mit schwarzen Kopfzeichnungen, orangefarbenen Wangen und breit weiß gesäumten Flossen. Weibchen sind etwas kleiner und deutlich blasser in grau-brauner Grundfarbe mit häufig vertikalen Streifen bei Laichbereitschaft.

Gut zu wissen

  • IUCN Rote Liste: Endangered (EN): die Art ist als Mikroendemit im Sebuku-Einzugsgebiet stark durch Abholzung und Palmöl-Plantagen bedroht. Nachzucht aus dem Hobby leistet einen realen Beitrag zur Arterhaltung
  • Paternaler Maulbrüter: das Männchen trägt die Brut 10-21 Tage im Maul bis zur Schwimmfähigkeit und frisst in dieser Zeit nicht
  • Labyrinthfisch: benötigt freien Zugang zur Wasseroberfläche; darunter muss eine warme, feuchte Luftschicht erhalten bleiben, sonst kann das Labyrinthorgan Schaden nehmen
  • Hervorragender Springer: dicht schließende Abdeckung ist Pflicht, auch kleinste Spalten werden genutzt
  • Schwarzwasser-Spezialist: extreme Anpassung an stark huminhaltiges, saures Wasser (pH 4-6). Bei pH unter 6 ist die biologische Nitrifikation stark eingeschränkt, Ammonium bleibt unschädlich solange der pH stabil ist. Wasserwechsel mit neutralem Wasser können aber schlagartig toxisches Ammoniak freisetzen
  • Bevorzugt sehr flache Gewässerbereiche (5-10 cm Wassertiefe) in Naturhabitaten
  • Extrem empfindlich gegenüber Kupfer: in saurem Weichwasser ist die Toxizität freier Kupfer-Ionen drastisch erhöht, weil Calcium und Magnesium als Puffer fehlen. Kupferhaltige Medikamente gegen Ichthyo oder Samtkrankheit können tödlich wirken – stattdessen Temperaturerhöhung mit Verdunklung nutzen oder chelatierte Präparate mit stark reduzierter Dosierung
  • Besonders anfällig für Samtkrankheit (Piscinoodinium pillulare), vor allem bei Wildfängen. Frühe Erkennung ist wichtig, da die Behandlung durch die Kupfer-Empfindlichkeit erschwert ist
  • Scheu und dämmerungsaktiv; neigt zu Fettleibigkeit und Fettleber bei zu reichhaltiger Fütterung – gezielt maßvoll füttern und Lebendfutter bevorzugen

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Weißsaum-Kampffisch?

Temperatur 23-28 Grad Celsius, pH 4-6,5, Gesamthärte 1-5 dGH. Betta albimarginata stammt aus weichen Fließgewässern Borneos und braucht Schwarzwasser-Bedingungen.

Wie groß muss das Aquarium für den Weißsaum-Kampffisch sein?

Ab 60 cm Kantenlänge (54 Liter) für ein Paar. Dichte Bepflanzung, Wurzeln und Seemandelbaumblätter sind Pflicht. Dicht schließende Abdeckung unbedingt nötig – hohes Sprungrisiko.

Mit welchen Fischen kann der Weißsaum-Kampffisch vergesellschaftet werden?

Am besten Artbecken mit einem Paar oder Harem. Möglich mit kleinen, ruhigen Bärblingen und Zwergrasboras (Boraras), die nicht die Wasseroberfläche dominieren.

Was frisst der Weißsaum-Kampffisch?

Betta albimarginata ist Karnivor und bevorzugt proteinreiches Lebend- und Frostfutter: weiße und schwarze Mückenlarven, Artemia, Daphnien, Fruchtfliegen. Trockenfutter wird oft verweigert.

Kann man den Weißsaum-Kampffisch im Aquarium züchten?

Ja, die Zucht ist gut möglich. Betta albimarginata ist ein paternaler Maulbrüter – das Männchen brütet die Eier 10-21 Tage im Maul aus und frisst in dieser Zeit nicht. Nach dem Entlassen ist das Männchen stark geschwächt; brütende Tiere zum Schutz der Jungfische am besten in ein ruhiges Aufzuchtbecken umsetzen.

Ist der Weißsaum-Kampffisch für Anfänger geeignet?

Eher für fortgeschrittene Aquarianer. Schwarzwasser-Haltung mit Osmose-Wasser und Kupferfreiheit in Medikamenten sind Pflicht. IUCN-Status: gefährdet (Endangered).

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Labyrinthfische, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Betta hendra

Labyrinthfische

Betta hendra

Betta hendra

  • Endgröße: 4,2 cm SL
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 22-27 °C
  • pH-Wert: pH 4-6,5
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Schwierig

Paarweise halten, friedlich

Knurrender Zwerggurami

Labyrinthfische

Knurrender Zwerggurami

Trichopsis pumila

  • Endgröße: bis 4 cm
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 22-28 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-6,5
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Einfach

Schwarmfisch, friedlich

Gefleckter Spitzschwanzguramis

Labyrinthfische

Gefleckter Spitzschwanzguramis

Malpulutta kretseri

  • Endgröße: 4 cm
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 16-22 °C
  • pH-Wert: pH 5-7,5
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, friedlich

Parosphromenus_deissneri

Labyrinthfische

Deissners Prachtgurami

Parosphromenus deissneri

  • Endgröße: 3,5 cm
  • Aquarium: ab 60 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 4-6
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Schwierig

Paarweise halten, friedlich

Newsletter

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der Aquaristik

Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.