Aus Freude an der Aquaristik Wissen, Inspiration und Community

my-fish

Zierfische, Familie Cobitidae

Pferdekopfschmerle

Acantopsis dialuzona

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Die Pferdekopfschmerle (Acantopsis dialuzona, früher meist als Acantopsis choirorhynchos geführt) wird etwa 20 cm groß und gehört zur Familie Cobitidae. Der langgestreckte, leicht abgeflachte Körper ermöglicht aktives Eingraben in feinsandige Substrate. Die Grundfarbe reicht von hellbeige bis sandfarben, durchsetzt von unregelmäßigen dunkelbraunen Flecken und Marmorierungen entlang der Flanken, eine nahezu perfekte Tarnung im sandigen Flussbett. Namensgebend ist die markant verlängerte, pferdekopfartige Schnauze.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
Pferdekopfschmerle (Acantopsis dialuzona)
Bild: Ingo Seidel
  • bis 25 cmEndgröße

  • 8-12 JahreLebenserwartung

  • 24-28 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 1-12 °dGHGesamthärte

  • ab 240 lAquariengröße

Beschreibung

Im Aquarium verhält sich die Art typisch bodenbewohnend: Tagsüber ruhen die Tiere eingegraben oder dicht an Wurzeln und Steinen. In der Dämmerung und nachts werden sie aktiv und sondieren den Bodengrund systematisch nach Nahrung. Die Art ist sehr friedlich und eher scheu; gegenüber kräftigen oder aggressiven Beifischen reagiert sie mit Rückzug.

Taxonomischer Hinweis: Der lange gebräuchliche Handelsname Acantopsis choirorhynchos gilt nach Kottelat (2012, 2013) als zweifelhaft; die im Hobby gehaltenen Tiere werden heute Acantopsis dialuzona zugeordnet. Im Aquaristikhandel ist der Name Acantopsis choirorhynchos jedoch noch weit verbreitet.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24–28 °C, pH 6,0–8,0, GH 1–12 °dGH.

Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge und 240 Liter. Ein langes, flaches Becken bietet den Bodenfischen ausreichend Gründelraum.

Einrichtung: Feiner, weicher Sand als Substrat ist Pflicht – Kies oder scharfkantiges Material kann zu Hautverletzungen führen. Sandschicht von mindestens 5–8 cm für natürliches Grabverhalten. Zahlreiche Verstecke aus glatten Steinen, Wurzelholz und Höhlen. Gedämpfte Beleuchtung fördert das Aktivitätsniveau tagsüber. Mäßige bis starke Strömung mit ruhigen Rückzugszonen.

Kupferhaltige Medikamente sind für Schmerlen tödlich und dürfen nicht eingesetzt werden. Durch die feinen, eingebetteten Schuppen ist die Art besonders anfällig für Ichthyo (Weißpünktchenkrankheit) – Behandlung nur mit kupferfreien Mitteln.

Regelmäßige Wasserwechsel von 30–50 % empfohlen. Sandbereich nur oberflächlich absaugen.

Die Pferdekopfschmerle ist eine interessante Art für Aquarianer, die ein Flussbiotop-Becken mit feinsandigem Boden und gedämpfter Beleuchtung einrichten möchten. Die Haltung ist mittelschwer, da die Art bei der Einrichtung und Pflege spezifische Anforderungen stellt.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Acantopsis dialuzona ist eine gesellige Art, die in losen Verbänden lebt. In der Aquaristik werden Gruppen von mindestens sechs Tieren empfohlen, da sie in der Gruppe selbstsicherer auftreten und weniger scheu sind. Enge Schwarmbildung findet nicht statt; das Verhalten ist eher parallel – gemeinsames Absuchen des Bodens, gelegentliches Nebeneinanderliegen an Ruheplätzen.

Das Temperament ist grundsätzlich friedlich. Rangkämpfe sind selten und verlaufen ohne nennenswerte Verletzungen. Kleine Wirbellose wie Zwerg- und Neocaridina-Garnelen können durch das Sanddurchsieben gefährdet sein; adulte Amano-Garnelen und Schnecken werden in der Regel ignoriert.

Als südostasiatische Art sollten Beifische bioregional passend gewählt werden. Geeignet sind kleine, friedliche Arten aus dem mittleren und oberen Wasserbereich: Rasboras, Danios, kleine Barben, ruhige Schmerlenarten. Aggressive, große oder territoriale Arten sowie afrikanische Cichliden sind ungeeignet.

Ernährung

Benthischer Allesfresser. Die Pferdekopfschmerle siebt feinen Sand nach Insektenlarven, kleinen Krebstieren und organischem Material durch. Im Aquarium: sinkendes Qualitätsgranulat und -tabletten als Grundfutter; regelmäßig Frost- und Lebendfutter (Tubifex, Rote Mückenlarven, Artemia, Daphnien). Fütterung idealerweise in den Abendstunden, wenn die Tiere aktiv werden.

Zucht

Eine Zucht im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert. Der Fortpflanzungsmodus ist nicht belegt; in der Natur erfolgt die Fortpflanzung vermutlich saisonal während der Regenzeit in überschwemmten Flachwasserzonen.

Alle Handelstiere sind Wildfänge. Konkrete Angaben zu Laichmengen, Inkubation oder Aufzucht liegen nicht vor.

Natürlicher Lebensraum

Klare, fließende Flüsse und Bäche der Großen Sundainseln (Sumatra, Borneo, Java) sowie der malaiischen Halbinsel bis südlich Thailand. Typisch sind feinsandige bis kiesige Substrate, mäßige bis starke Strömung und gute Sauerstoffversorgung. Saisonale Verlagerungen in Überschwemmungszonen während der Regenzeit sind dokumentiert.

Nicht nachgewiesen in Indien (Festland), Myanmar oder Vietnam.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen werden deutlich größer und körperfüller als Männchen, besonders während der Laichreife. Männchen besitzen modifizierte Brustflossen: Die ersten verzweigten Strahlen sind gegenüber Weibchen verlängert. Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist außerhalb der Laichzeit schwierig.

Gut zu wissen

  • Aktiver Sandgräber – feiner, weicher Sand als Substrat ist Pflicht
  • Dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber häufig verborgen
  • Pferdekopfartige Schnauze zur gezielten Bodennahrungssuche
  • Moderates Sprungrisiko – geschlossene Abdeckung empfohlen
  • Keine Revierverteidigung, keine Aggressionen gegen Artgenossen
  • Kupferhaltige Medikamente sind tödlich (Cobitidae)
  • Erhöhte Ichthyo-Anfälligkeit durch feine Schuppen
  • Beweglicher Dorn unter dem Auge: engmaschige Netze vermeiden, die Tiere verfangen sich darin

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht die Pferdekopfschmerle?

Die empfohlenen Wasserwerte sind 24–28 °C, pH 6,0–8,0 und GH 1–12 °dGH. Wichtig ist eine mäßige bis starke Strömung und gute Sauerstoffversorgung, passend zum natürlichen Flussbiotop.

Kann man die Pferdekopfschmerle vergesellschaften?

Ja, die Art ist sehr friedlich. Geeignete Beifische sind Rasboras, Danios, kleine Barben und ruhige Schmerlenarten aus Südostasien. Aggressive oder große Arten sowie afrikanische Cichliden sind ungeeignet. Kleine Garnelen können durch das Sanddurchsieben gefährdet sein.

Kann man die Pferdekopfschmerle im Aquarium züchten?

Eine Zucht im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert. Alle Handelstiere sind Wildfänge. In der Natur laicht die Art als Substratlaicher vermutlich saisonal während der Regenzeit.

Welcher Bodengrund ist für die Pferdekopfschmerle geeignet?

Feiner, weicher Sand ist Pflicht – mindestens 5–8 cm Schichthöhe für das natürliche Grabverhalten. Kies oder scharfkantiges Material kann die empfindliche Haut verletzen. Die Tiere graben sich regelmäßig komplett ein.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Fragen und Erfahrungen

Ein Kommentar, der letzte vom 1. Januar 2015
  1. Marion und Lutz Floetenmeyer

    Diese interessanten Tiere habe ich gestern entdeckt und konnte nicht widerstehen.
    Nun haben meine Loricaria simillima in ihrem Becken Gesellschaft.
    Kann mit jemand etwas über die Zucht sagen?
    Marion

Mitreden können angemeldete Mitglieder. Anmelden oder kostenlos registrieren.

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Schmerlen, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Rüsselschmerle

Schmerlen

Rüsselschmerle

Acantopsis dialuzona

  • Endgröße: 25 cm
  • Aquarium: ab 250 l
  • Temperatur: 20-25 °C
  • pH-Wert: pH 6-8
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Schwierig

In der Gruppe halten, friedlich

Blaurote Schmerle

Schmerlen

Blaurote Schmerle

Yasuhikotakia modesta

  • Endgröße: bis 25 cm
  • Aquarium: ab 300 l
  • Temperatur: 25-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

Rotflossen-Tigerschmerle

Schmerlen

Rotflossen-Tigerschmerle

Syncrossus berdmorei

  • Endgröße: 20-25 cm
  • Aquarium: ab 450 l
  • Temperatur: 21-26 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Schwierig

In der Gruppe halten, territorial

Saugschmerle mit hellem, länglichem Körper und dunklen Flecken auf Sand, ein Vertreter der Schmerlen.

Schmerlen

Saugschmerle

Gyrinocheilus aymonieri

  • Endgröße: bis 28 cm SL
  • Aquarium: ab 450 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, territorial

Newsletter

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der Aquaristik

Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.