Gyrinocheilus aymonieri
Beschreibung
Gyrinocheilus aymonieri, die Saugschmerle, ist ein kräftig gebauter Aufwuchsfresser aus der Familie Gyrinocheilidae mit einer Maximalgröße von 28 cm SL. Der Körper ist länglich bis gedrungen, die Kopfpartie breit mit einer zu einer Saugscheibe umgebildeten Maulregion. Diese Mundstruktur erlaubt ein festes Anhaften an Steinen, Wurzeln und anderen Oberflächen zum Abweiden von Biofilm und Aufwuchs.
Im Aquarium zeigt die Saugschmerle im Jugendstadium ein ruhiges, zurückgezogenes Verhalten, das sich mit zunehmender Größe in ein ausgeprägtes Territorialverhalten verwandelt. Adulte Tiere können sich an größeren Mitbewohnern festsaugen und deren Schleimhaut abraspeln, was die Vergesellschaftung einschränkt.
Gyrinocheilus aymonieri stammt aus Südostasien und besiedelt fließende Gewässer in Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam (Mekong, Chao Phraya, Mae Klong, Dong Nai). Die Art wird häufig als junger „Algenfresser“ vermarktet, entwickelt sich aber zu einem großen, langlebigen und territorial-aggressiven Fisch.
Besonderheiten
- Saugmund zur Anheftung an Oberflächen und zum Abweiden von Biofilm
- Kann sich an größere Mitbewohner anheften und Schleimhaut abraspeln
- Stark territoriales Verhalten im Adultstadium
- Wird bis 28 cm SL groß und über 15 Jahre alt
- Zucht nur kommerziell mit hormoneller Induktion möglich
- Wird oft als kleiner „Algenfresser“ vermarktet, wächst aber stark
- Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Einzelhaltung empfohlen aufgrund des ausgeprägten Territorialverhaltens ausgewachsener Exemplare. In Aquarien mit mehreren Individuen treten Revierkämpfe auf. Jungtiere sind schüchtern, werden mit steigendem Alter deutlich territorialer und gegen ähnlich aussehende Bodenfische aggressiv.
Adulte Tiere können sich an größeren Fischen festsaugen und deren Schleimhaut abraspeln. Geeignete Beifische sind mittel- bis großwüchsige, nicht-bodenorientierte und robuste Fische aus Südostasien. Bodenaktive Aufwuchsfresser (Crossocheilus, Epalzeorhynchos, Garra) und langsame Großfische sind zu vermeiden. Schnecken werden toleriert. Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen meist sicher.
Geschlechtsdimorphismus
Geschlechtsreife Weibchen sind erkennbar breiter im Körperbau und wirken massiger als Männchen. Männchen entwickeln in Fortpflanzungsbereitschaft Tuberkel auf der Schnauze. Jungfische sind nicht sicher zu bestimmen, da die dimorphen Merkmale erst mit der Reife auftreten.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22 bis 26 °C, pH 6,0 bis 8,0, GH 2 bis 20 dGH.
Mindestens 150 cm Beckenlänge (ca. 400 Liter). Feiner Kies bis Sand als Substrat ohne scharfe Kanten. Zahlreiche feste Oberflächen wie glatte Steine und Hartholz-Wurzeln, auf denen sich Biofilm ansiedeln kann. Robuste, gut verankerte Pflanzen. Bereiche mit Rückzugsmöglichkeiten und optischen Revierabgrenzungen.
Gut dimensioniertes Filtersystem mit Strömung, da die Art fließende Gewässer bewohnt. Sauberes, sauerstoffreiches Wasser. Hohe Wasserwechsel- und Filterpflege-Disziplin erforderlich aufgrund der Größe und des Nährstoffeintrags. Sprungrisiko gering, Abdeckung dennoch empfohlen.
Zucht und Fortpflanzung
In der Heimaquaristik nicht realisierbar. Die Art wird kommerziell in großem Umfang durch hormonelle Induktion gezüchtet. Reproduktionstyp und Laichparameter sind für die Heimaquaristik nicht verfügbar.
Ernährung/Futterbedarf
Pflanzenfresser, spezialisiert auf Biofilm und Aufwuchs. Algenwafer, Spirulina-reiche Tabletten und Sinking-Pellets mit hohem Pflanzenanteil als Hauptfutter. Blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke) als Frischfuttergabe. Gelegentlich Lebendfutter (Daphnien, Artemia) als Ergänzung. Überwiegend pflanzliche Ernährung, da natürliche Algenbildung im Aquarium nicht immer ausreicht.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Gyrinocheilus aymonieri stammt aus Südostasien und besiedelt fließende Gewässer in Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam. Verbreitet im Mekong-, Chao Phraya-, Mae Klong- und Dong Nai-Flusssystem. Typische Habitate sind klare bis leicht trübe Bäche mit substratreichem Untergrund aus Felsblöcken, Kies und Sand. Die Tiere heften sich an hartem Substrat an und weiden Biofilm und Aufwuchs ab.