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Zierfische, Familie Loricariidae

Antennenwels Ancistrus sp.

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Antennenwels ist einer der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Harnischwelse in der Aquaristik. Er besitzt den typischen abgeflachten Körperbau der Loricariidae mit einem Saugnapfmaul an der Unterseite. Die Grundfärbung der wildfarbenen Form reicht von hellbraun bis dunkelbraun und ist mit zahlreichen hellen Punkten übersät.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Harem, Paarweise
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • bis 15 cmEndgröße

  • 10-20 JahreLebenserwartung

  • 22-27 °CTemperatur

  • 6-8pH-Wert

  • 2-20 °dGHGesamthärte

  • ab 160 lAquariengröße

Beschreibung

Neben der wildfarbenen Form existieren stabile Zuchtformen wie die Albino-Variante (weiß mit roten Augen), die gelbe Form mit dunklen Augen (Gelber Antennenwels), die Goldform und Langflossen-Varianten (Schleier-Antennenwels). Das auffälligste Merkmal sind die namensgebenden, geweihartigen Tentakel (Antennen) auf der Schnauze adulter Männchen, die bei Weibchen deutlich kürzer oder gar nicht vorhanden sind. Im Aquarium sind die Tiere vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und verbringen den Tag in Höhlen und Verstecken.

Haltung und Pflege

Der Antennenwels ist ein idealer Anfängerfisch, der sich in den meisten Gesellschaftsaquarien problemlos halten lässt. Das Becken sollte mit Wurzelholz eingerichtet sein, an dem die Tiere raspeln und den Aufwuchs abweiden. Weitere empfehlenswerte Einrichtung umfasst Höhlen aus Ton, Kokosnussschalen oder Schieferplatten, etwa doppelt so viele wie Welse, sowie robuste Pflanzen. Ein Bodengrund aus Sand oder feinem Kies ist ideal. Die Filterung sollte für gute Wasserqualität sorgen; moderate Strömung wird vertragen, ist aber nicht zwingend erforderlich. Mehrere Männchen sollten nur in ausreichend großen, gut gegliederten Becken mit vielen Verstecken gehalten werden. Ein wöchentlicher Teilwasserwechsel gehört zur Pflege.

Kupfer: Harnischwelse (Loricariidae) sind schuppenlos und reagieren extrem empfindlich auf Kupfer, Malachitgrün und Formalin. Diese Wirkstoffe dürfen nur in stark reduzierter Dosis oder gar nicht eingesetzt werden.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Friedlich, bodenbewohnend, Männchen revierbildend, dämmerungs- und nachtaktiv. Paarhaltung oder kleiner Harem (1 Männchen, 2-3 Weibchen). Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut, erwachsene Garnelen und Schnecken werden in der Regel nicht behelligt. Der Antennenwels ist ein hervorragender Gesellschaftsfisch und kann mit nahezu allen friedlichen Süßwasserfischen vergesellschaftet werden, von kleinen Salmlern und Bärblingen über Panzerwelse bis zu Zwergbuntbarschen. Auch die Vergesellschaftung mit Garnelen (Neocaridina, Caridina) und Schnecken ist meist unproblematisch, sehr kleine oder frisch geschlüpfte Garnelen können aber gefressen werden. Vorsicht ist nur bei der Haltung mehrerer Männchen in kleinen Becken geboten, da diese um Höhlen und Reviere streiten können. Es sollten etwa doppelt so viele Höhlen wie Welse vorhanden sein.

Ernährung

Der Antennenwels ist ein Aufwuchsfresser mit omnivorer Tendenz, der sich primär von Algenaufwuchs, Biofilm und pflanzlicher Kost ernährt. Als Hauptfutter eignen sich sinkende Algentabletten, Spirulina-Wafer und Welstabletten auf pflanzlicher Basis. Ergänzend sollte regelmäßig blanchiertes Gemüse angeboten werden: Zucchini, Gurke, Spinat, Erbsen (ohne Schale) oder Möhren. Gelegentliche tierische Beigaben wie Frostfutter (Mückenlarven, Artemia) werden akzeptiert, sollten aber nicht den Hauptanteil ausmachen. Unverzichtbar ist Wurzelholz im Becken: Die Tiere raspeln daran und weiden den Aufwuchs ab, bei frisch gefangenen Wildfängen der Gattung finden sich regelmäßig Holzbestandteile im Magen.

Zucht

Der Antennenwels gehört zu den am leichtesten zu züchtenden Welsen und vermehrt sich im Aquarium oft ohne besonderes Zutun. Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter mit Männchenbrutpflege.
Zuchtschwierigkeit: einfach
Zuchtprotokoll: Häufige Wasserwechsel oder Änderungen von Temperatur, Leitwert und Strömung regen zögernde Paare an. Das Männchen bezieht eine Höhle und lockt das Weibchen hinein. Die Gelegegröße hängt von Größe und Zustand der Eltern ab: Etwa 8 cm große Tiere legen rund 50 bis 60 Eier, große Paare bringen auch über hundert Jungfische. Das Männchen bewacht und befächelt das Gelege allein. Die Larven schlüpfen nach vier bis fünf Tagen und schwimmen etwa fünf Tage später frei, in kühlerem Wasser dauert die Entwicklung länger. Eingespielte Paare laichen etwa alle vier Wochen. Aufzuchtfutter: Staubfutter, zerdrückte Algentabletten, Artemia-Nauplien.

Zuchtwasser: 24 bis 26 °C, pH 6 bis 7, bis 15 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Die im Handel erhältlichen Antennenwelse stammen aus Nachzuchten, die seit vielen Generationen in Aquarien und Züchtereien vermehrt werden. Der Aquarien-Antennenwels hat keinen wissenschaftlichen Namen und wird als Ancistrus sp. geführt. Seine genaue Herkunft ist nicht mehr nachzuvollziehen: Häufig wird Argentinien als Ursprungsland vermutet, vereinzelt nennt die Literatur auch den Río Paraguay. Vermutlich sind die heutigen Aquarienstämme aus zahlreichen Kreuzungen hervorgegangen und keine einheitliche Art mehr. Die Gattung Ancistrus ist in Südamerika in nahezu jedem Flusssystem vertreten und lebt dort versteckt unter Steinen oder auf Holz, gern zwischen angeschwemmtem Totholz, in Weiß-, Schwarz- und Klarwasserflüssen. Die Aquarienstämme gelten als robust und an Leitungswasser gut angepasst.

Geschlechtsunterschiede

Bei jungen Männchen sind die Tentakel am Schnauzenrand schon früh zu erkennen, bei adulten Tieren ist das Geschlecht eindeutig bestimmbar. Männchen entwickeln die charakteristischen langen, teilweise verzweigten Tentakel (Geweih) auf der Schnauze, die bei Weibchen nur als kurze Stummel oder gar nicht vorhanden sind. Auf den Brustflossenstacheln bilden Männchen außerdem kurze fleischige Tentakel aus. Männchen wirken zudem etwas schlanker und haben einen breiteren Kopf. Weibchen erscheinen im Bauchbereich fülliger, besonders vor der Laichzeit.

Krankheiten

Wie alle Harnischwelse besitzt der Antennenwels keine Schuppen, sondern Knochenplatten mit freiliegenden Hautzonen. Dadurch ist er besonders empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten (z. B. gegen Ichthyo), Malachitgrün und Formalin. Im Gesellschaftsbecken nur mit äußerster Vorsicht bei der Dosierung behandeln oder den Wels separat setzen.

Gut zu wissen

  • Dämmerungs- und nachtaktiv, verbringt den Tag in Höhlen und Verstecken
  • Wurzelholz (Moorkienholz) ist Pflicht im Becken: Die Tiere raspeln daran und weiden den Aufwuchs ab
  • Männchen entwickeln die namensgebenden, geweihartigen Tentakel (Antennen) auf der Schnauze
  • Höhlenbrüter mit ausgeprägter Vaterbrutpflege: Das Männchen bewacht und befächelt das Gelege bis zum Schlupf
  • Besitzt hakenförmige Dornen (Odontoden) am beweglichen Zwischenkiemendeckel, die bei Gefahr und bei Rangeleien unter Männchen abgespreizt werden
  • Nicht mit handelsüblichen Netzen fangen! Die Odontoden verheddern sich in den Maschen. Stattdessen Becher oder Fangschale verwenden
  • Empfindlich gegenüber Kupfer und vielen Fischmedikamenten (schuppenlose Harnischwelse)
  • Kann bei Sauerstoffmangel Magenatmung betreiben und Luft an der Oberfläche schlucken

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird der Antennenwels?

Der Antennenwels (Ancistrus sp.) erreicht bis zu 15 cm (TL).

Welche Wasserwerte braucht der Antennenwels?

Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 22-27 °C, pH 6-8, GH 2-20 °dGH.

Kann man den Antennenwels vergesellschaften?

Der Antennenwels ist ein hervorragender Gesellschaftsfisch und kann mit nahezu allen friedlichen Süßwasserfischen vergesellschaftet werden, von kleinen Salmlern und Bärblingen über Panzerwelse bis zu Zwergbuntbarschen.

Wie groß muss das Aquarium für den Antennenwels sein?

Empfohlen wird ein Becken ab 100 cm Kantenlänge und 160 Liter.

Kann man den Antennenwels im Aquarium züchten?

Der Antennenwels gehört zu den am leichtesten zu züchtenden Welsen und vermehrt sich im Aquarium oft ohne besonderes Zutun.

Was frisst der Antennenwels?

Der Antennenwels ist ein Aufwuchsfresser mit omnivorer Tendenz, der sich primär von Algenaufwuchs, Biofilm und pflanzlicher Kost ernährt.

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Fragen und Erfahrungen

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Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Harnischwelse, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Schwarzer Harnischwels mit feinen hellen Punkten flach auf einem bemoosten Stein, ein Vertreter der Welse.

Harnischwelse

Weißsaum-Antennenwels

Ancistrus dolichopterus (L183)

  • Endgröße: 15 cm
  • Aquarium: ab 200 l
  • Temperatur: 25-29 °C
  • pH-Wert: pH 5-6,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

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Pseudohemiodon apithanos

  • Endgröße: 14,5 cm SL
  • Aquarium: ab 250 l
  • Temperatur: 26-28 °C
  • pH-Wert: pH 6,4-7,6
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Schwierig

In der Gruppe halten, friedlich

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Leporacanthicus joselimai (L 264)

  • Endgröße: 15 cm
  • Aquarium: ab 240 l
  • Temperatur: 25-27 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, territorial

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Hypancistrus seideli

  • Endgröße: bis 15 cm
  • Aquarium: ab 240 l
  • Temperatur: 26-30 °C
  • pH-Wert: pH 5,8-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

Paarweise halten, friedlich

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