Betta coccina

Deutscher Name: Steckbrief für Aquarianer

Weinroter Kampffisch
Herkunft:
Asien, Indonesien, Malaysia, Ostasien, Südostasien
Farben:
blau, orange, rot
Schwierigkeit:
Mittelschwer (Erfahrene Aquarianer)
Art: Betta coccina
Gattung: Betta
Familie: Osphronemidae

Beschreibung

Betta coccina ist ein kompakt gebauter Labyrinthfisch mit gedrungener Körperform und deutlich erkennbarer Oberflächenaffinität. Männchen präsentieren eine intensive weinrote bis dunkelrote Grundfärbung, die das spektakuläre Erscheinungsbild dieser Art prägt. Auffällig bei vielen Männchen ist ein leuchtend blau-grün irisierender Fleck an den Flanken, der je nach Lichteinfall stark schillern kann, sowie oft intensiv blau gefärbte Augen. Die Flossen des Männchens sind im Vergleich zum Weibchen häufiger länger und etwas ausladender, bleiben aber insgesamt moderat und funktional – keine extremen Fortsätze wie bei Zierformen der domestizierten Kampffische. Weibchen sind insgesamt blasser, mit bräunlich-roter Tönung, weniger ausgeprägter Flossenausdehnung und ohne den irisierenden Flankenfleck; außerdem tragen sie die weiße Laichpapille, die bei der Geschlechtsbestimmung hilft. Im Aquarium zeigt Betta coccina ein zurückhaltendes, scheues Verhalten; die Tiere bevorzugen die obere Schwimmzone nahe der Wasserfläche und nutzen Verstecke in überhängendem Laub, Wurzeln oder schwimmenden Pflanzen. Männchen markieren kleine Reviere und können kurze Droh- oder Schaukämpfe zeigen, diese verlaufen jedoch meist ohne schwere Verletzungen und sind deutlich weniger aggressiv als bei vielen anderen „Kampffisch“-Arten. Während der Brutzeit und bei aktivem Schaumnestbau ändert sich das Verhalten deutlich: das Männchen wird territorial gegenüber dem Nest und verteidigt dieses energisch gegen Störenfriede.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Labyrinthfisch: Betta coccina besitzt ein Labyrinthorgan und benötigt regelmäßigen Zugang zur Wasseroberfläche zum Luftholen – dies ist bei der Aquarieneinrichtung zwingend zu berücksichtigen.
  • Sprungfreudigkeit: Die Art kann gelegentlich springen; eine Abdeckung des Aquariums wird dringend empfohlen.
  • Schwarzwasser-Spezialist: Anpassung an sehr weiche, saure Schwarzwasserverhältnisse sowie Laub- und Wurzeluntersuchung als Lebensraum.
  • Scheues Verhalten: Hält sich bevorzugt in dichter Laubschicht und Verstecken auf; intensives Licht wird gemieden.
  • Männchen baut Schaumnester und betreibt Brutpflege bis die Jungfische frei schwimmen.
  • Anfällig für schlechte Wasserqualität: sauberes, stabil gehaltenes Wasser ist wichtig; die Art reagiert empfindlich auf starke Schwankungen.

Vergesellschaftungshinweise

Betta coccina ist grundsätzlich als einzelgängerisch/solitär einzustufen; die Art wird in der Praxis meist einzeln oder paarweise gehalten. Haremshaltung (ein Männchen mit mehreren Weibchen) ist möglich, aber nur für sehr erfahrene Aquarianer empfohlen. Männchen zeigen Revierorientierung; bei ausreichendem Platz und sichtgeschützter Einrichtung können mehrere Individuen in einem großen Becken tolerierbar sein, doch die sichere Variante für Halter ist die Einzelhaltung oder ein sorgfältig organisiertes Harembecken. Temperament: Allgemein sind die Tiere friedlich und sehr scheu; sie meiden offene Bereiche bei heller Beleuchtung und bevorzugen gedämpftes Licht und Rückzugsmöglichkeiten. Während der Brutzeit verhält sich das Männchen territorial und verteidigt das Schaumnest aktiv. In Bezug auf Wirbellose ist die Art „bedingt geeignet“: kleine Zwerggarnelen (Neocaridina) und deren Nachwuchs können als Beute gelten und gefressen werden, während adulte Garnelen in manchen Becken überleben können, aber nicht garantiert sind. Schnecken werden als „problematisch“ beschrieben, da viele Schneckenarten unter den extrem niedrigen pH-Werten, wie sie für diese Art gepflegt werden, leiden und oft nicht lange überleben. Bei der Wahl von Beifischen ist strikt auf bioregionale Verträglichkeit zu achten: empfehlenswert sind andere südostasiatische Schwarzwasserarten wie ruhige Boraras-Arten (z. B. Boraras brigittae, B. maculatus), kleine Rasboras oder ruhige Schmerlen wie Pangio-Arten, die ebenfalls an weiches, saures Wasser angepasst sind. Corydoras-Arten sind als Gesellschaft nicht geeignet, da sie aus Südamerika stammen und typischerweise höhere pH-Werte und härteres Wasser bevorzugen. Vermeiden Sie strikt afrikanische Buntbarscharten (insbesondere Malawi- und Tanganjika-Buntbarsche), da diese aus völlig anderen Biotopen stammen. Bedingt geeignete Wirbellose: Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen können in einzelnen Fällen überleben; viele Schneckenarten vertragen das saure Wasser nicht gut und zeigen eine hohe Sterblichkeit. Halten Sie zudem Abstand zu großen Raubfischen.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter sind gut unterscheidbar: Männchen sind in der Regel größer und kräftiger gefärbt, mit intensiver weinroter bis dunkelroter Körperfarbe, längeren Flossen und häufig einem irisierenden blau-grünen Flankenfleck sowie leuchtenden Augen. Weibchen sind kleiner, blasser (bräunlich-rot), besitzen kürzere Flossen und zeigen keinen irisierenden Flankenfleck; charakteristisch ist bei Weibchen die weiße Laichpapille. Zur Größeneinordnung: Die Standardlänge (SL) liegt,5-4 cm); als Gesamtlänge (TL) einschließlich Flossen werden bis ca. 5 cm erreicht. Haltungstipps / Pflege (Aquariumwerte) Wasserwerte (Aquarium): Temperatur 24–28 °C; pH 4,0–6,0; GH 1–5 °dGH (sehr weiches Wasser erforderlich – je niedriger, desto besser für diese Schwarzwasserart) Achten Sie auf sauberes, langsam wechselndes Wasser, da Betta coccina empfindlich auf schlechte Wasserqualität reagiert. Beckengröße und Einrichtung: Empfohlene Mindestbeckengröße mind. 60 cm Kantenlänge (54 L). Obwohl die Art relativ klein ist, benötigt sie eine sichere Oberfläche, gedimmtes Licht, viele Verstecke und eine ruhige Strömung. Eine dicht strukturierte Laubschicht aus ausgespültem Laub, Wurzeln, Torf und abgestorbenem Pflanzenmaterial schafft eine naturnahe Umgebung. Schwimmpflanzen und ein dichtes Kronendach (oder künstlich gedimmtes Licht) sind wichtig, da die Tiere starke Helligkeit meiden. Die Wasseroberfläche muss jederzeit zugänglich sein – das Aquarium sollte eine Abdeckung haben, aber so montiert sein, dass Luftzugang bleibt (Abstand zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung). Substrat und Strömung: Bevorzugt wird ein feinerer Substrataufbau mit Laubauflage über Torf oder Sand; Strömung ist sehr gering bis kaum vorhanden. Vermeiden Sie starke Filterströmungen in den Aufenthaltsbereichen nahe der Oberfläche. Ein abgeschwächtes Filter-Setup (z. B. Schwammfilter mit geringer Strömung) ist empfehlenswert, um sauberes, leicht bewegtes Wasser zu gewährleisten, ohne den Schaumnestbereich zu stören. Wasserwechsel und Pflegeaufwand: Regelmäßige, sanfte Wasserwechsel zur Erhaltung guter Wasserqualität sind erforderlich. Betta coccina reagiert empfindlich auf schnelle Schwankungen von Temperatur, pH und Härte – daher sind behutsame, gleichmäßige Änderungen und gute Filterung (biologisch) wichtig. Beachten Sie außerdem die Labyrinthfunktion: Wasserstand und Oberfläche dürfen nicht durch starke Schaum- oder Ölfilme beeinträchtigt sein. Pflichtwarnungen (aus dem Locked Profile) – Diese Art kann gelegentlich springen. Eine Abdeckung wird dringend empfohlen. – Labyrinthfisch – benötigt Zugang zur Wasseroberfläche zum Luftholen. Abstand zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung lassen!
Größe: ca. bis ca. 5 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Betta coccina – Roter Kampffisch benötigt eine naturnahe Aquarieneinrichtung mit dicht bepflanzten Rückzugsbereichen, an denen der Fisch sich entspannen kann, während sanfte Strömungen und eine Temperatur zwischen 24 und 28 °C zusammen mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,5 und weichem bis mittelhartem Wasser optimale Lebensbedingungen schaffen; regelmäßige Wasserwechsel und eine akkurate Kontrolle der Wasserwerte sind dabei unerlässlich, um Schadstoffansammlungen zu vermeiden, während ein hochwertiges Futterangebot, das sowohl Flockenfutter als auch Lebend- oder Frostfutter umfasst, eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sicherstellt; auch die Reinigung des Bodengrunds und des Filtersystems sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen, um die Wasserqualität zu erhalten und den natürlichen Lebensraum des Fisches zu fördern, sodass eine durchgehende, schonende Pflege, stetige Beobachtung und Anpassung der Haltungsparameter die Grundlage für ein artgerechtes und langfristig erfolgreiches Aquarienerlebnis mit diesem farbenprächtigen Zierfisch bildet.

Wasserhärte:
weich
PH-wert
4-6
Temperatur:
24–28 °C
Beckengröße:
60 cm Breite und 64 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Zuchtstatus: gut dokumentiert – die Zucht von Betta coccina im Aquarium ist dokumentiert, gilt aber als anspruchsvoll und wird überwiegend von erfahrenen Züchtern durchgeführt. Die Art ist ein Schaumnestbauer; das Männchen baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche und betreibt Brutpflege. Zuchtwasserwerte: Zucht-Temperatur 26–28 °C; Zucht-pH 4,0–5,0; Zucht-GH maximal 3 °dGH. Für die Zucht sind extrem saures, sehr weiches und sehr sauberes Wasser sowie gedimmtes Licht und geeignete Verstecke entscheidend. Konditionierung und Laichverhalten: Zur Konditionierung der Zuchttiere ist eine reichliche Fütterung mit hochwertigem Lebendfutter empfehlenswert. In Zuchtberichten finden sich Hinweise auf 2–3 Mal täglich Fütterung mit Lebendfutter wie Artemia und Mückenlarven zur Vorbereitung. Das Männchen übernimmt nach dem Ablaichen die Brutpflege, sammelt die Eier im Schaumnest und bewacht dieses. Bruterfolg und Aufzucht: Dokumentiert sind Gelegegrößen von typischerweise unter 20 Eiern, gelegentlich bis zu 50 Eier. Die Inkubationszeit liegt bei etwa 30–36 Stunden bei rund 25–26 °C – Jungfische sind zunächst sehr klein und benötigen in den ersten Tagen feinstes Nahrungsspektrum (Infusorien, Pantoffeltierchen, Essigälchen). Ab Tag 3–4 sind Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen geeignet. Da ältere Jungfische jüngere fressen können, ist eine Trennung nach Größe in der Aufzuchtphase empfohlen. Die Zucht gilt als schwer, weil bestimmte Wasserparameter (extrem sauer und weich) stabil gehalten und die Tiere sehr sauber gehalten werden müssen; die Art ist daher für erfahrene Züchter geeignet.

Ernährung/Futterbedarf

Betta coccina ist ein mikroprädatorischer Fleischfresser. In der Haltung benötigt er vorwiegend lebende oder gefrorene Eiweißnahrung in feiner Form: rote Mückenlarven, Daphnien, Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen sind besonders geeignet. Hochwertiges, sehr feines Granulat oder Flockenfutter kann nach längerer Eingewöhnung akzeptiert werden, sollte aber niemals die alleinige Nahrungsgrundlage bilden. Für die Konditionierung zur Zucht hat sich reichliche Fütterung mit abwechslungsreichem Lebendfutter bewährt; in normalen Haltungssituationen genügt eine regelmäßige Versorgung mit abwechslungsreichem Futter, wobei auf eine Überfütterung zu verzichten ist, um die Wasserqualität zu erhalten.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
3–5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Betta coccina stammt aus Südostasien, konkret aus Indonesien (Sumatra: Jambi, Riau) und Malaysia (Johor) und ist endemisch in Schwarzwasser-Torfsumpfwäldern. Diese Biotope sind sehr flach, stehen oder fließen nur extrem langsam und sind oft tee- bis bräunlich gefärbt durch den hohen Gehalt an Huminstoffen (Torf und Laub). Ein dichtes Kronendach sorgt für stark gedimmtes Licht, weshalb die Fische an schwaches Licht und gedämpfte Sichtverhältnisse angepasst sind. Der Bodengrund besteht typischerweise aus einer dicken Laubschicht mit Ästen und Wurzeln auf Torf- oder sandigem Untergrund; offene Wasserflächen sind klein und die Vegetation meist nicht überwältigend üppig, dafür sind Falllaub, Wurzelwerk und organisches Substrat prägend. Die Strömung in den natürlichen Lebensräumen ist nahezu null bis sehr gering; die Tiere halten sich bevorzugt nahe der Wasseroberfläche auf, was die Ausbildung des Labyrinthorgans begünstigt. Wilde Wasserwerte (als Orientierungswerte): Temperatur 24–27 °C, pH 4–6. Ergänzung zum natürlichen Habitat: Die dominante Präsenz von Torf, Laub und dunklem Wasser bedeutet, dass sich diese Art an sehr weiche, saure Verhältnisse gewöhnt hat und lichtarme, komplex strukturierte Ufer- und Verstecksituationen bevorzugt. Diese Eigenschaften sind bei der Gestaltung des Aquariums nachzuahmen, um stressarme Haltungsbedingungen zu erreichen.

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