Betta coccina
Beschreibung
Betta coccina, der Rote Kampffisch, ist ein kompakt gebauter Labyrinthfisch (Osphronemidae) mit einer Gesamtlänge von bis zu 5 cm TL. Männchen präsentieren eine intensive weinrote bis dunkelrote Grundfärbung mit einem leuchtend blau-grün irisierenden Flankenfleck und oft intensiv blau gefärbten Augen. Weibchen sind insgesamt blasser mit bräunlich-roter Tönung und tragen eine weiße Laichpapille.
Im Aquarium zeigt Betta coccina ein zurückhaltendes, scheues Verhalten; die Tiere bevorzugen die obere Schwimmzone nahe der Wasserfläche. Männchen markieren kleine Reviere und bauen Schaumnester. Die Art ist ein Schwarzwasser-Spezialist aus Torfsumpfwäldern.
Besonderheiten
- Schaumnestbauer – Männchen baut und bewacht das Schaumnest
- Labyrinthfisch – Zugang zur Wasseroberfläche und warme, feuchte Luftschicht unter Abdeckung
- Springrisiko – Abdeckung dringend empfohlen
- Schwarzwasser-Spezialist aus Torfsumpfwäldern (Sumatra, Malaysia)
- Scheues Verhalten; bevorzugt dichte Laubschicht und gedämpftes Licht
- Empfindlich gegenüber schlechte Wasserqualität und Parametereschwankungen
- Kupferhaltige Medikamente vermeiden
Vergesellschaftungshinweise
Betta coccina wird meist einzeln oder paarweise gehalten. Haremshaltung ist möglich, aber nur für sehr erfahrene Aquarianer. Das Temperament ist friedlich und sehr scheu. Während der Brutzeit verteidigt das Männchen das Schaumnest aktiv.
Bei Beifischen ist auf bioregionale Verträglichkeit zu achten: empfohlen sind südostasiatische Schwarzwasserarten wie Boraras-Arten (z. B. Boraras brigittae) und ruhige Pangio-Schmerlen. Corydoras und afrikanische Cichliden sind nicht geeignet. Junggarnelen sind gefährdet; viele Schneckenarten vertragen das extrem saure Wasser nicht gut.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind größer und kräftiger gefärbt mit intensiver weinroter bis dunkelroter Körperfarbe, längeren Flossen und einem irisierenden blau-grünen Flankenfleck. Weibchen sind kleiner, blasser (bräunlich-rot) mit kürzeren Flossen und einer sichtbaren weißen Laichpapille. Standardlänge ca. 3,5–4 cm SL; Gesamtlänge bis ca. 5 cm TL.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24–28 °C, pH 4,0–6,0, GH 1–5 dGH (so niedrig wie möglich für diese Schwarzwasserart). Mindestbeckengröße: 60 cm Kantenlänge, 54 Liter.
Dicht strukturierte Laubschicht aus Falllaub, Wurzeln, Torf und abgestorbenem Pflanzenmaterial. Schwimmpflanzen und gedämpftes Licht. Sehr geringe bis kaum vorhandene Strömung (Schwammfilter). Sanftes Substrat mit Laubauflage über Torf oder Sand.
Als Labyrinthfisch Zugang zur Wasseroberfläche sicherstellen. Abdeckung gegen Springen, aber mit feuchtem Luftraum. Kupferhaltige Medikamente vermeiden. Regelmäßige, sanfte Wasserwechsel für stabile Wasserqualität.
Betta coccina ist eine anspruchsvolle Art für erfahrene Aquarianer, die bereit sind, weiche, saure Wasserbedingungen stabil zu halten und ein ruhiges Schwarzwasser-Aquarium anzulegen.
Zucht und Fortpflanzung
Betta coccina ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche und betreibt Brutpflege. Zuchtwasser: 26–28 °C, pH 4,0–5,0, GH maximal 3 dGH.
Konditionierung mit reichlich Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven). Gelegegrößen typischerweise unter 20 Eier, gelegentlich bis 50. Inkubation ca. 30–36 Stunden bei 25–26 °C. Jungfische sind zunächst sehr klein und benötigen Infusorien und Pantoffeltierchen; ab Tag 3–4 Artemia-Nauplien. Die Zucht gilt als schwer und erfordert stabile extreme Wasserparameter.
Ernährung/Futterbedarf
Betta coccina ist ein mikroprädatorischer Fleischfresser. Vorwiegend lebende oder gefrorene Eiweißnahrung in feiner Form: Mückenlarven, Daphnien, Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Hochwertiges, feines Granulat kann nach Eingewöhnung akzeptiert werden. Nicht überfüttern.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Betta coccina stammt aus Südostasien, konkret aus Indonesien (Sumatra: Jambi, Riau) und Malaysia (Johor). Die Art ist endemisch in Schwarzwasser-Torfsumpfwäldern mit extrem flachen, stehenden oder kaum fließenden, teefarbenen Gewässern. Dichtes Kronendach sorgt für stark gedämpftes Licht. Bodengrund aus dicker Laubschicht auf Torf- oder sandigem Untergrund.