Yasuhikotakia morleti
Beschreibung
Die Stinktierschmerle (Yasuhikotakia morleti, Syn. Botia morleti) wird bis zu 10 cm groß und ist eine lebhafte Schmerle mit gedrungenem, leicht seitlich abgeflachtem Körper. Ein schwarzer Längsstreifen verläuft über den Rücken vom Kopf bis zur Schwanzwurzel und hat der Art ihren englischen Namen „Skunk Loach“ eingebracht. Die Grundfärbung reicht von cremefarben bis hellbraun; die Schwanzflosse ist blassgelb und kann kleine schwarze Punkte tragen.
Jungtiere zeigen zusätzlich dunkle Vertikalbänder an den Flanken, die sich mit zunehmendem Alter zurückbilden. Im Aquarium zeigt die Art lebhafte, teils ruppige Interaktionen und starke Aktivität vor allem in der Dämmerung und Nacht.
Besonderheiten
- Schwarzer Rückenstreifen („Skunk Loach“)
- Kupfer-empfindlich, Medikamente und Dünger mit Kupfer vermeiden
- Springer, lückenlose Abdeckung notwendig
- Schneckenjäger, kann zur Schneckenkontrolle eingesetzt werden
- Feiner Sand als Substrat erforderlich (empfindliche Barteln)
- Zucht im Heimaquarium praktisch ausgeschlossen
- Aktueller Gattungsname: Yasuhikotakia (nicht Botia)
Vergesellschaftungshinweise
Yasuhikotakia morleti ist gruppenbildend, temperamentvoll und ruppig. Haltung in Gruppen ab 5-6 Tieren empfohlen. Verträglichkeit mit Wirbellosen: ungeeignet, kleine Schnecken werden aktiv gejagt.
Vergesellschaftung nur mit robusten, mittelgroßen bis größeren Fischen, die andere Wasserschichten bevorzugen. Kleine Bodentiere, Wirbellose und langflossige Arten sind ungeeignet. Andere Bodenbewohner wie Corydoras oder Harnischwelse vermeiden. Geeignet sind robuste Barben, größere Danio- und Devario-Arten.
Geschlechtsdimorphismus
Die Geschlechtsunterschiede sind nur schwach ausgeprägt. Weibchen wirken meist fülliger und rundlicher, insbesondere in der Bauchpartie bei ausgewachsenen Tieren; sie sind tendenziell geringfügig größer als Männchen.
Haltungstipps / Pflege
Yasuhikotakia morleti benötigt ein ausreichend großes Becken mit feinem Sand und vielen stabilen Verstecken (Wurzeln, Höhlen, Steinaufbauten). Die Wasserwerte sollten bei 24-28 °C, pH 6-7,5 und GH 5-12 °dGH liegen. Als Mindestbeckengröße gelten 120 cm Kantenlänge und 240 Liter.
Die Art ist ein bekannter Springer, eine eng anliegende, lückenlose Abdeckung ist notwendig. Mäßige bis leichte Strömung, leistungsfähige Filterung (4-5-facher Beckeninhalt pro Stunde). Harte oder scharfkantige Dekorationen vermeiden. Wöchentliche Teilwasserwechsel von 30-50 %.
Kupfer-empfindlich: Medikamente und Pflanzendünger mit Kupfergehalt vermeiden.
Die Stinktierschmerle ist eine anspruchsvolle Schmerle für erfahrene Aquarianer. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 5-10 Jahren.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freier Laicher (saisonaler Wanderlaicher)
Zuchtschwierigkeit: Nicht möglich
Zucht im Heimaquarium gilt als praktisch ausgeschlossen. Die Art ist ein saisonaler Wanderlaicher, dessen Laichverhalten an Überschwemmungszyklen gekoppelt ist. Im Handel stammen Tiere ausnahmslos aus asiatischen Zuchtfarmen mit Hormoneinsatz. Berichte über erfolgreiche Nachzucht durch Privathalter sind nicht bekannt.
Zuchtwasser: pH 6-6,5, GH bis 8 °dGH, 27 °C.
Ernährung/Futterbedarf
Yasuhikotakia morleti ist überwiegend karnivor und benötigt ein abwechslungsreiches Angebot aus sinkendem Trockenfutter sowie regelmäßig Frost- und Lebendfutter wie Mückenlarven, Tubifex und Artemia. Kleine Wasserschnecken werden aktiv aufgenommen. Gelegentlich weiche Gemüsescheiben (Gurke, Zucchini, blanchierter Spinat). Abendliche Hauptfütterung entspricht dem Aktivitätsrhythmus.
Natürlicher Lebensraum
Yasuhikotakia morleti kommt in Südostasien vor, hauptsächlich im Mekong-Einzugsgebiet sowie im Chao Phraya und Mae Klong. Dort bewohnt sie mittelgroße bis große Fließgewässer mit sandigem Grund, Felsspalten und Holzunterschlupf. Saisonale Wanderungen in überflutete Auen sind dokumentiert.