Brachyrhaphis roseni

Deutscher Name: Kardinal-Kärpfling

Männchen - Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Mexiko
Farben:
braun, orange, rot, schwarz
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Brachyrhaphis roseni
Gattung: Brachyrhaphis
Familie: Poeciliidae

Beschreibung

Der Kardinal-Kärpfling (Brachyrhaphis roseni) ist ein kompakt gebauter Lebendgebärender aus der Familie Poeciliidae. Männchen werden ca. 4 cm, Weibchen bis ca. 6 cm groß. Die Grundfärbung ist hellbraun mit etwa zwölf dunklen Querstreifen. Männchen präsentieren eine leuchtend orange-rote Rückenflosse mit dunklem Saum und ein zweifarbiges Gonopodium: oberseits schwarz, unterseits hellgelb. Weibchen sind deutlich größer, blasser gefärbt und besitzen einen erkennbaren Trächtigkeitsfleck. Im Aquarium zeigt B. roseni ein sehr aktives, schwimmfreudiges Verhalten; die Tiere bewegen sich bevorzugt in der oberen Wasserzone. Männchen sind rege im Balzverhalten und verfolgen Weibchen ausdauernd. Die Tiere können gegenüber anderen Arten ruppig auftreten.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Stark ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus: Weibchen bis 6 cm, Männchen ca. 4 cm
  • Lebendgebärend (Poeciliidae)
  • Ausgeprägte Neigung zum Kannibalismus gegenüber eigenen Jungfischen
  • Männchen mit zweifarbigem Gonopodium und orange-roter Rückenflosse
  • Bevorzugt die obere Wasserzone; sehr aktiv und schwimmfreudig
  • Sprungverhalten: Becken sollte stets abgedeckt sein
  • IUCN-Status: Near Threatened (NT, bewertet 2019)

Vergesellschaftungshinweise

Gruppenhaltung ab etwa fünf Tieren, wobei ein Verhältnis von 3–4 Weibchen pro Männchen empfohlen wird. Männchen balzen intensiv und können gegenüber anderen Arten territorial werden. Während der Fortpflanzungszeit steigt die Aggressivität deutlich an; Eltern zeigen ausgeprägtes Kannibalismusverhalten gegenüber eigenen Jungfischen. Zwerggarnelen werden als Beute betrachtet. Große Schnecken sind unproblematisch. Am besten für ein Artbecken oder die Vergesellschaftung mit Arten ähnlichen Temperaments aus Zentralamerika. Andere Lebendgebärende sollten gemieden werden. Robuste, schnell schwimmende Mittelamerikaner können kombiniert werden.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechtsunterschiede sind deutlich ausgeprägt. Weibchen werden deutlich größer (bis ca. 6 cm TL), sind gedrungener und blasser gefärbt; sie besitzen kein Gonopodium und tragen häufig einen Trächtigkeitsfleck. Männchen bleiben kleiner (ca. 4 cm TL), sind schlanker, farbintensiver und besitzen ein Gonopodium als modifizierte Afterflosse.
Größe: M: ca. 4 cm, W: ca. 6 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22–30 °C, pH 7,2–8,0, GH 5–15 dGH. Als Mindestmaß gilt ein Aquarium mit 60 cm Kantenlänge (ca. 112 L). Dichte Bepflanzung mit offenen Schwimmzonen kombinieren; feinblättrige Schwimmpflanzen (z. B. Javamoos) und Rückzugsmöglichkeiten bieten Sicherheit. Das Becken muss stets sicher abgedeckt sein, da die Art sprungfreudig ist. Moderate bis ruhige Strömung. Stabile Wasserqualität ist wichtig. Der Kardinal-Kärpfling ist eine aktive, ruppige Art für erfahrene Aquarianer, die ein Artbecken oder ein Zentralamerika-Biotop pflegen möchten.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
7,2–8,0
Temperatur:
22–30 °C
Beckengröße:
ab 60cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Lebendgebärend (Poeciliidae). Zuchtschwierigkeit: Schwierig wegen des ausgeprägten Kannibalismus. Zucht-Temperatur 24–26 °C, Zucht-pH 7,2–7,8, Zucht-GH maximal 15 dGH. Trächtigkeitsdauer etwa 28–35 Tage. Wurfgröße: typischerweise 25–40 Jungfische. Eltern fressen die frisch geborenen Jungfische unmittelbar. Bewährte Methode: Trächtiges Weibchen in ein separates, dicht bepflanztes Aufzuchtbecken umsetzen und nach der Geburt entnehmen. Jungfische sind von Anfang an gute Schwimmer. Erstfutter: frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, fein gemahlene Flocken.

Ernährung/Futterbedarf

Allesfresser (omnivor) mit stark fleischlicher Neigung. Hochwertiges Flocken- oder Granulatfutter als Basis, ergänzt durch Artemia-Nauplien, weiße Mückenlarven, Daphnien und Cyclops. Die Art neigt zur Gefräßigkeit – Futter strikt dosieren. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 3–4 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Brachyrhaphis roseni stammt aus Mittelamerika, konkret aus Costa Rica und Panama, mit Vorkommen entlang der Pazifikabdachung. In der Natur bewohnt die Art Oberflächen- und Freiwasserzonen von Bächen und Flussläufen mit Sand-, Kies- und schlammigem Substrat.

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