Cobitis sp.
Beschreibung
Cobitis sp., der Hongkong-Steinbeißer, ist ein langgestreckter, bodenbewohnender Schmerlenartig aus der Familie Cobitidae mit bis zu 10 cm Gesamtlänge. Die Grundfärbung ist gelblich bis bräunlich mit sandfarbener Bauchseite und dunklen Fleckenreihen entlang der Flanken. Wie alle Cobitis-Arten besitzt er einen aufrichtbaren, zweigeteilten Dorn unter dem Auge, der bei Bedrohung als Verteidigung eingesetzt wird.
Die Tiere graben sich tagsüber vollständig im Sand ein und werden erst in der Dämmerung und nachts aktiv, um am Bodengrund nach Nahrung zu suchen. Im Aquarium zeigen sie ein ruhiges, scheues Verhalten.
Als subtropische Art benötigt der Hongkong-Steinbeißer kühle Haltungsbedingungen. Temperaturen über 24 Grad Celsius sind dauerhaft zu vermeiden. Eine kühle Überwinterung bei 10 bis 15 Grad Celsius ist artgerecht und fördert die Vitalität.
Besonderheiten
- Aufrichtbarer, zweigeteilter Dorn unter dem Auge zur Verteidigung
- Gräbt sich tagsüber vollständig im Sand ein
- Nachtaktiv: Fütterung nach dem Abschalten der Beleuchtung
- Subtropischer Kaltwasserfisch; Temperaturen über 24 Grad Celsius dauerhaft vermeiden
- Kühle Überwinterung bei 10 bis 15 Grad Celsius empfehlenswert
- Feiner Sand als Substrat notwendig
- Garnelen und Schnecken verträglich
Vergesellschaftungshinweise
Cobitis sp. ist friedlich und scheu mit nachtaktivem Verhalten. Die Haltung erfolgt in Gruppen ab 5 Tieren, was natürliches Verhalten fördert.
Garnelen der Gattungen Neocaridina und Caridina sind verträglich. Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen werden breiter und fülliger im Bauchbereich, besonders zur Laichzeit. Männchen bleiben schlanker und zeigen oft vergrößerte oder verdickte Brustflossen. Bei einigen Cobitis-Arten besitzen die Männchen zusätzlich einen knöchernen Lamina circularis an der Brustflosse.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 15 bis 22 Grad Celsius, pH 7,0 bis 8,0, GH 5 bis 15 dGH.
Beckengröße: Mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter).
Einrichtung: Feiner Sand als Bodengrund ist notwendig, da sich die Tiere regelmäßig darin eingraben. Grober Kies kann die empfindlichen Barteln verletzen. Dezente Beleuchtung. Dichte Pflanzzonen und flache Steine als Verstecke. Sanfter bis mäßiger Wasserfluss. Sauberes, sauerstoffreiches Wasser und regelmäßige Wasserwechsel. Kühle Überwinterung bei 10 bis 15 Grad Celsius artgerecht.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Pflanzenlaicher. Zuchtschwierigkeit: Schwer. Die Zucht im Aquarium gelingt nur selten. Eine kühle Überwinterung bei 10 bis 15 Grad Celsius über mehrere Wochen mit anschließender langsamer Temperaturerhöhung auf 18 bis 22 Grad Celsius ist der wichtigste Laichauslöser. Konditionierung mit proteinreichem Lebend- und Frostfutter. Die Eier werden in dichte Pflanzenbüschel abgelegt. Elterntiere nach dem Ablaichen entfernen. Larven schlüpfen nach wenigen Tagen; Artemia-Nauplien als Erstfutter. Zuchtwasser: pH 7,0 bis 7,5, GH bis 12 dGH, 18 bis 22 Grad Celsius.
Ernährung/Futterbedarf
Cobitis sp. ist ein Mikroprädator mit deutlichem Schwerpunkt auf tierischer Kost. Im Aquarium werden bevorzugt feines Lebend- und Frostfutter wie Tubifex, Artemia, Cyclops und rote Mückenlarven aufgenommen. Sinkendes Granulat und Bodenpellets werden ergänzend akzeptiert. Abwechslungsreiche, proteinreiche Fütterung nach dem Abschalten der Beleuchtung empfohlen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Cobitis sp. stammt aus Ostasien und wird im Handel oft aus China, Taiwan oder Hongkong importiert. Die Tiere leben in langsam fließenden oder ruhigen Gewässerabschnitten mit feinem Sand- oder Schlammboden. Uferbereiche mit Pflanzen, Wurzeln und Laub bieten Verstecke und Nahrung. In der Natur durchleben die Tiere deutliche Jahreszeiten mit kühleren Wintermonaten.