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Zierfische, Familie Rivulidae

Langflossiger Schleierkärpfling Pterolebias longipinnis

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Langflossige Schleierkärpfling (Pterolebias longipinnis) ist ein bis zu 12 cm großer Jahreskärpfling aus der Familie Rivulidae mit seitlich komprimiertem Körperbau. Männchen tragen stark verlängerte, schleierartige Brust- und Schwanzflossen und zeigen eine intensive Färbung mit türkisblauen Flecken und orangeroten Bauchflossen. Weibchen sind schlichter gefärbt mit kürzeren Flossen.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Harem
  • Territorial
  • bis 12 cm TLEndgröße

  • 16 JahreLebenserwartung

  • 18-23 °CTemperatur

  • 6-7,2pH-Wert

  • 3-12 °dGHGesamthärte

  • ab 200 lAquariengröße

Beschreibung

Im Aquarium schwimmt Pterolebias longipinnis vorwiegend oberflächennah und sucht Bereiche mit schwacher Strömung und dichter Vegetation. Männchen zeigen aktives Balzverhalten, das zur Fortpflanzungszeit territorial werden kann. Als Jahreskärpfling hat die Art eine natürlich kurze Lebensdauer von bis zu 16 Monaten im Aquarium. Die Art ist nicht für Standard-Gesellschaftsbecken geeignet; ein Artbecken oder eine sehr sorgfältig gewählte Vergesellschaftung wird empfohlen.

Haltung und Pflege

Pterolebias longipinnis benötigt Wasser mit 18-23 °C, pH 6,0-7,2 und GH 3-12 °dGH. Optimal ist weiches, leicht saures Wasser (pH 6,5, GH 5 °dGH). Das Becken sollte mindestens 100 cm Kantenlänge und 200 Liter fassen. Das Aquarium sollte freie Schwimmfläche nahe der Oberfläche bieten, kombiniert mit dichter Vegetation, Schwimmpflanzen und Torfsubstrat als Laichplatz. Dunkle Einrichtung und gedämpftes Licht reduzieren Stress. Als Bodengrund eignet sich feiner Sand mit Laubstreu und Torfmoos. Die Strömung sollte schwach bis moderat sein. Die Art reagiert empfindlich auf verschlechtertes Wasser. Regelmäßige kleine Wasserwechsel sind wichtig. Die kurze Lebensdauer von bis zu 16 Monaten ist kein Haltungsfehler, sondern ein biologisches Merkmal der Jahreskärpflinge.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Pterolebias longipinnis ist grundsätzlich gesellschaftsfähig, jedoch können Männchen untereinander aggressiv sein. Empfohlen wird ein Männchen mit zwei bis drei Weibchen. Alternativ können bei mehr als sechs Männchen die Aggressionen verteilt werden. Das Temperament ist außerhalb der Laichzeit zurückhaltend. Während der Fortpflanzungszeit können Männchen deutlich dominanter und territorial werden. Schnecken werden toleriert. Adulte Garnelen sind meist sicher; Junggarnelen können aufgrund des fleischbetonten Beutespektrums gefressen werden. Geeignete Beifische sind ruhige südamerikanische Arten mit unterschiedlichen Wohnnischen: bodenorientierte Harnischwelse oder mittlere Salmler. Die Art ist nicht für Standard-Gesellschaftsbecken geeignet.

Ernährung

Pterolebias longipinnis ist ein Fleischfresser. Lebend- und Frostfutter bilden die Hauptnahrung: Artemia-Nauplien, Mückenlarven, Daphnien, Cyclops und Tubifex. Gefrorene Mückenlarven und Artemia ergänzen das Spektrum. Trockenfutter wird angenommen, sollte aber durch tierische Proteinquellen ergänzt werden. Futter sollte an der Oberfläche oder in der oberen Wasserschicht angeboten werden.

Zucht

Pterolebias longipinnis ist ein Substratlaicher. Die Zucht ist gut dokumentiert und erfordert Spezialwissen über Torfmoos-Inkubation und Diapause-Management. Zuchtwasserwerte: Temperatur 20-24 °C, pH 6,2-6,5, GH 2-5 °dGH. Ein Männchen wird mit ein bis vier Weibchen in ein Zuchtbecken (ca. 25 Liter) mit gekochtem Torfmoos eingesetzt. Konditionierung erfolgt durch reichlich proteinreiches Lebendfutter (Artemia, Tubifex). Beide Geschlechter tauchen aktiv in das Torfsubstrat ein und legen klebrige Eier ab. Das Torfsubstrat wird nach dem Ablaichen entnommen und feucht (nicht nass) in einem verschlossenen Behälter bei 20-24 °C gelagert. Die Diapause dauert 3-6 Monate. Zur Schlüpfung wird das Substrat mit kühlerem, weichem Wasser rehydriert. Die Larven werden sofort mit Artemia-Nauplien gefüttert.

Zuchtwasser: 20 bis 24 °C, pH 6,2 bis 6,5, bis 5 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Pterolebias longipinnis stammt aus Südamerika und kommt im Amazonas- und Paraguay-Becken vor (Typfundort: Santarém, Pará, Brasilien). Die Art besiedelt saisonal austrocknende Flachgewässer und Tümpel in Savannen- und Feuchtgebietslandschaften. Das Habitat zeichnet sich durch weiche, organisch reiche Sedimente, Blattstreu und dichte Schwimmpflanzenbestände aus. Die Strömung ist still bis langsam.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter sind deutlich unterscheidbar. Männchen zeigen türkisblaue Flecken, orangerote Bauchflossen und stark verlängerte, schleierartige Flossen. Weibchen sind schlichter gefärbt mit kürzeren, weniger dekorativen Flossen. Beide Geschlechter erreichen eine ähnliche Körperlänge von bis zu 12 cm TL.

Gut zu wissen

  • Jahreskärpfling: Lebensdauer bis ca. 16 Monate im Aquarium; in der Natur nur wenige Monate
  • Männchen mit stark verlängerten, schleierartigen Flossen
  • Substratlaicher: Eiablage in Torfmoos; Eier überdauern 3-6 Monate in Diapause
  • Balzverhalten: beide Geschlechter tauchen aktiv in das Substrat ein
  • Nicht für Standard-Gesellschaftsbecken geeignet; Artbecken empfohlen
  • Geringes Sprungrisiko

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Langflossige Schleierkärpfling?

Der Langflossige Schleierkärpfling benötigt 18-23 °C, pH 6,0-7,2 und GH 3-12 °dGH. Optimal ist weiches, leicht saures Wasser mit pH 6,5 und GH 5 °dGH.

Wie lange lebt der Langflossige Schleierkärpfling?

Als Jahreskärpfling lebt Pterolebias longipinnis im Aquarium bis zu ca. 16 Monate. In der Natur nur wenige Monate. Die kurze Lebensdauer ist ein biologisches Merkmal, kein Haltungsfehler.

Wie züchtet man den Langflossigen Schleierkärpfling?

Die Zucht erfordert Torfmoos-Substrat. Beide Geschlechter tauchen in das Substrat ein und legen Eier ab. Das Torfsubstrat wird feucht bei 20-24 °C gelagert; nach 3-6 Monaten Diapause werden die Eier durch Rehydrierung zum Schlüpfen gebracht.

Was frisst der Langflossige Schleierkärpfling?

Die Art ist ein Fleischfresser. Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven, Daphnien und Tubifex bilden die Hauptnahrung. Futter sollte an der Oberfläche angeboten werden.

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