Corydoras sp. C20
Beschreibung
Corydoras sp. C20 ist ein zierlicher Panzerwels von etwa 6,5 cm Länge mit einer hell-bräunlichen bis oliv-grauen Grundfarbe und dunkler Bänderung oder Fleckung entlang des Rückens und der Körperflanken. Das Muster ähnelt dem von Corydoras evelynae, kombiniert mit einer Körperform, die an die Corydoras-loretoensis-Gruppe erinnert. Die C-Nummer C20 wurde 1994 erstmalig vergeben, später zunächst wieder gestrichen, da man die Tiere für Jungtiere von C. arcuatus hielt. Vergleiche zeigen jedoch deutlich, dass C20 nicht zu C. arcuatus gehört. Die taxonomische Einordnung ist bis heute nicht abschließend geklärt. Die Tiere durchwühlen mit empfindlichen Barteln den sandigen Bodengrund und zeigen in Gruppen ausgeprägte Sozialität. Im Aquarium ruhen sie häufig in Laubschichten oder an Totholz und wirken insgesamt sehr friedlich und zurückhaltend.
Besonderheiten
- Wissenschaftlich noch nicht beschrieben, taxonomischer Status ungeklärt
- Obligater Darmatmer, freier Zugang zur Wasseroberfläche ist lebensnotwendig
- Kupferempfindlich wie alle Callichthyidae
- Sand als Substrat obligatorisch, scharfer Kies schädigt die Barteln
- C-Nummer C20 wurde zeitweise mit C. arcuatus (C020) verwechselt
- Zeichnung ähnelt Corydoras evelynae
Vergesellschaftungshinweise
Corydoras sp. C20 ist ein starker Schwarmfisch und sollte in Gruppen ab 6 Tieren gehalten werden, empfohlen sind 8 bis 10 Tiere. Die Art ist sehr friedlich und lässt sich gut mit ruhigen, nicht räuberischen Aquarienbewohnern vergesellschaften. Besonders geeignet sind andere Corydoras-Arten sowie Wirbellose wie Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) und Schnecken, die toleriert werden. Aggressive oder sehr große Raubfische sollten vermieden werden, und bodenaktive Futterkonkurrenten müssen berücksichtigt werden. Für ein harmonisches Gemeinschaftsbecken sind ruhige Schwarmfische in der Mittel- und Oberzone empfehlenswert.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen werden deutlich voluminöser und wirken im Aufriss fülliger, besonders vor und während der Laichbereitschaft. Männchen sind insgesamt schlanker und kleiner gebaut.
Haltungstipps / Pflege
Corydoras sp. C20 lässt sich gut in naturnah eingerichteten Aquarien halten, benötigt aber weichen, feinen Sand als Substrat, da scharfer Kies die empfindlichen Barteln beschädigt. Die Einrichtung sollte Laub, Totholz und flache Verstecke bieten; dichte Randbepflanzung schafft nötige Abschattung. Wie alle Callichthyidae ist die Art ein obligater Darmatmer und muss jederzeit freien Zugang zur Wasseroberfläche haben. Ein lückenlos abgedecktes Aquarium mit zu wenig Luftraum kann die Tiere gefährden. Eine mäßige Filterung und moderate Strömung sind empfehlenswert; starke Sogwirkung ist zu vermeiden. Regelmäßige Wasserwechsel und punktuelle Bodengrundpflege verhindern Ansammlungen organischer Substanz. Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden, da Panzerwelse besonders kupferempfindlich sind.
Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 20 bis 26 °C, pH 5,5 bis 7,5 und einer Gesamthärte von 2 bis 12 °dGH. Kurzfristige Absenkungen auf 20 bis 22 °C können natürliches Verhalten und Laichbereitschaft fördern.
Zucht und Fortpflanzung
Corydoras sp. C20 ist ein Haftlaicher. Die Tiere legen Eier an festen Oberflächen ab (Aquarienscheibe, Pflanzenblätter, Wurzeln) und bewachen diese nicht aktiv. Die Paarung erfolgt in der typischen Corydoras-T-Position. Konditionierung mit proteinreichem Lebendfutter fördert die Laichbereitschaft. Die Simulation der Regenzeit gilt als bewährter Auslöser: Zuchtwasser pH 6,0 bis 6,8, GH bis 8 °dGH, Temperatur 20 bis 22 °C. Großzügige Wasserwechsel (50 %) mit kühlerem Wasser, die die Temperatur um 3 bis 5 °C senken, kombiniert mit reichlicher Fütterung von Lebendfutter (schwarze Mückenlarven, Tubifex) lösen das Laichen aus.
Ernährung/Futterbedarf
Corydoras sp. C20 ist ein Allesfresser mit karnivorem Schwerpunkt und nimmt gern sinkendes Granulat sowie Futtertabletten für Bodenbewohner an. Ergänzend werden Frost- und Lebendfutter wie rote Mückenlarven, Tubifex, Artemia und Daphnien gut akzeptiert. Abwechslungsreiche Fütterung mit feinem, langsam sinkendem Futter ist besonders für juvenile Tiere und zur Konditionierung wichtig. Die Tiere sollten nicht darauf angewiesen sein, Futterreste anderer Beckenbewohner aufzusammeln.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Corydoras sp. C20 kommt im oberen Amazonasbecken Brasiliens vor und bewohnt ruhige bis mäßig strömende Flachwasserbereiche mit feinem, sandigem Grund. Typisch sind dichte Laubschichten und reichlich Totholz sowie schattige Uferbereiche mit Wurzelwerk. Diese Strukturen liefern Nahrung und Verstecke und bestimmen das typische bodennahe Suchverhalten.