Crenicichla sp. "Inirida IV"
Beschreibung
Crenicichla sp. „Inirida IV“ ist ein langgestreckter, räuberischer Hechtcichlide von bis zu 25 cm Länge aus dem Orinoco-Einzugsgebiet. Die Grundfärbung reicht von Grau-Braun bis Olivgrün, mit einem dunklen Lateralband und einem deutlichen Schulterfleck. Männchen zeigen eine doppelte Reihe heller Flecken auf den Flanken, die bei Weibchen fehlt. Wie alle Hechtcichliden ist die Art ein typischer Lauerjäger, der aus der Deckung heraus blitzschnell zuschlägt. In der Aquaristik ist diese Art sehr selten und wird nur gelegentlich aus Kolumbien importiert. Sie ist taxonomisch noch nicht formal beschrieben.
Besonderheiten
- Räuberischer Lauerjäger, frisst kleine Fische
- Doppelte Reihe heller Flecken auf den Flanken (nur Männchen)
- Taxonomisch noch nicht formal beschrieben
- Sehr selten im Handel, nur gelegentlich aus Kolumbien importiert
- Springt bei Erschrecken, dicht schließende Abdeckung Pflicht
- Empfindlich auf Nitrat und schlechte Wasserqualität
Vergesellschaftungshinweise
Crenicichla sp. „Inirida IV“ ist territorial, paarbildend und aggressiv. Die Haltung erfolgt als Einzelpaar in einem großen Artbecken oder mit robusten, gleichgroßen Beifischen. Eine Vergesellschaftung ist nur mit robusten, gleichgroßen oder größeren Arten möglich. Geeignet sind große Harnischwelse (L-Welse), robuste Großcichliden oder hochrückige Buntbarsche. Kleine, scheue oder bodennahe Fische werden als Beute betrachtet. Garnelen und Schnecken sind gänzlich ungeeignet. In der Laichzeit steigt die Aggressivität erheblich.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer und zeigen spitzere, ausgezogenere unpaarige Flossen sowie eine doppelte Reihe heller Flecken auf den Flanken. Weibchen bleiben kleiner und kompakter, wirken in Laichbereitschaft fülliger und zeigen oft rötliche oder weißliche Zeichnungselemente in den Flossen.
Haltungstipps / Pflege
Crenicichla sp. „Inirida IV“ benötigt ein geräumiges, gut strukturiertes Becken ab 150 cm Kantenlänge und 400 Liter. Sandsubstrat, Totholz, Felshöhlen und PVC-Röhren bieten die nötigen Verstecke und Reviergrenzen. Mehrere Sichtbarrieren sind wichtig, um Aggressionen zu mindern. Die Beleuchtung sollte gedämpft sein. Regelmäßige großzügige Wasserwechsel (wöchentlich 25 bis 30 %) und eine starke Filterung mit guter Sauerstoffversorgung sind unverzichtbar, da die Art empfindlich auf Nitrat und schlechte Wasserqualität reagiert. Eine dicht schließende Abdeckung ist Pflicht, da Hechtcichliden als Springer bekannt sind.
Die Wasserwerte sollten bei 25 bis 28 °C, pH 5,5 bis 7,0 und GH 1 bis 8 °dGH liegen.
Zucht und Fortpflanzung
Crenicichla sp. „Inirida IV“ ist ein Höhlenlaicher. Die Zucht gilt als anspruchsvoll und gelingt am ehesten in einem separaten, großen Zuchtbecken. Zuchtparameter: pH 5,0 bis 6,5, GH unter 5 °dGH, 27 bis 28 °C. Große Wasserwechsel mit etwas kühlerem, weichem Wasser simulieren den Regenzeit-Beginn. Intensive Fütterung mit Lebendfutter (Regenwürmer, kleine Fische) konditioniert das Paar. Die Eier werden in einer Höhle an die Decke oder Seitenwand geheftet und schlüpfen nach 3 bis 4 Tagen. Beide Eltern betreiben intensive Brutpflege. Die Jungfische neigen zum Kannibalismus, Größensortierung ist ratsam.
Ernährung/Futterbedarf
Crenicichla sp. „Inirida IV“ ist ein besonderser Karnivor und Raubfisch. Im Aquarium sollte die Ernährung abwechslungsreich und proteinreich sein: Lebendfutter (weiße und schwarze Mückenlarven, Regenwürmer, kleine Fische), hochwertiges Frostfutter (Mysis, Artemia, Stinte) und nach Eingewöhnung große Cichliden-Pellets. Wildfänge benötigen oft eine langsame Umgewöhnung.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Crenicichla sp. „Inirida IV“ stammt aus dem Einzugsgebiet des Rio Inírida und dem Rio Atabapo im Grenzgebiet Kolumbien/Venezuela. Diese Gewässer gehören zum Orinoco-System und führen überwiegend weiches, leicht saures Wasser. Die Art bewohnt strukturreiche Uferzonen mit Totholz, Falllaub, Felsspalten und sandigem Substrat.