Cyanogaster noctivaga

Deutscher Name: Blaubäuchiger Nachtläufer

Cyanogaster cf. noctivaga
Cyanogaster cf. noctivaga -
Herkunft:
Brasilien, Peru
Farben:
blau, orange, transparent
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Cyanogaster noctivaga
Gattung: Cyanogaster
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Der Blaubäuchige Nachtläufer (Cyanogaster cf. noctivaga) ist eine winzige Salmlerart mit einer Endgröße von nur 1,7 cm (SL) und kontrastreicher Färbung. Der Körper ist hyalin bis transparent, so dass innere Strukturen schwach durchscheinen. Kennzeichnend sind die irisierend blauen Bereiche am Bauch, die orange- bis roten Kiemendeckel sowie die relativ großen Augen. Entlang der Basis von After- und Schwanzflosse verläuft eine feine schwarze Chromatophorenlinie. Im Aquarium verhalten sich Cyanogaster cf. noctivaga sehr scheu und zurückhaltend; sie bilden enge Schwärme und sind erst nach einer längeren Eingewöhnungszeit sichtbar aktiv. Die Art ist strikt nachtaktiv – der Artname ’noctivaga‘ bedeutet ‚Nachtwanderin‘, da alle Typusexemplare zwischen 20:00 und 24:00 Uhr gesammelt wurden. Futterneid und Konkurrenzdruck durch größere oder lebhaftere Fische wirken sich schnell negativ aus. Die in einigen populärwissenschaftlichen Quellen genannte Biolumineszenz ist wissenschaftlich nicht belegt.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Extrem kleine Endgröße unter 2 cm (max. 1,7 cm SL)
  • Transparenter, hyaliner Körper mit irisierendem Bauchblau
  • Orange-rote Kiemendeckel
  • Feine schwarze Chromatophorenlinie an After- und Schwanzflossenbasis
  • Strikt nachtaktive Art (Wildfänge zwischen 20:00–24:00 Uhr)
  • Sehr scheues, schwarmorientiertes Verhalten
  • Männchen mit knöchernen Häkchen an Becken- und Afterflossenstrahlen
  • Empfindlich gegenüber Konkurrenz durch größere Fische
  • Eher geeignet für Artenbecken oder sehr ruhige Gesellschaftsbecken

Vergesellschaftungshinweise

Cyanogaster cf. noctivaga ist ein typischer Schwarmfisch; die Art sollte in Gruppen von mindestens 10 Tieren gehalten werden, da Einzelhaltung zu großem Stress führt. In zu kleinen Trupps bleiben die Tiere dauerhaft scheu und ziehen sich in Verstecke zurück. Das Temperament ist sehr friedlich und zurückhaltend. Große, schnelle oder territoriale Beifische unterdrücken die Art stark. Adulte Zwerggarnelen sind weitgehend sicher, junge Garnelen können gefährdet sein. Schnecken sind verträglich. Für eine Vergesellschaftung sollten ruhige und kleine Beifische aus Südamerika gewählt werden. Empfohlen sind andere südamerikanische Salmler kleiner Größe und kleine Panzerwelse. Hartwasserarten sowie schnell schwimmende oder territoriale Fische sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsdimorphismus ist nur schwach ausgeprägt. Männchen besitzen feine, knöcherne Häkchen an den Strahlen der Becken- und Afterflosse. Weibchen sind tendenziell minimal fülliger in der Bauchpartie. Da die Art sehr klein ist, sind diese Unterschiede subtil und erfordern genaue Beobachtung.
Größe: ca. 1,7 cm (SL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24–28 °C, pH 5,0–7,0 (bevorzugt 6,0–6,5), GH 1–4 °dGH. Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54–80 Liter). Idealerweise als Arten- oder Mikrogesellschaftsbecken eingerichtet. Einrichtung: Dichte Laubschicht aus getrockneten Blättern, feines Sandsubstrat und viele Versteckzonen durch Wurzeln und fein verzweigtes Holz. Moospolster bieten zusätzliche Verstecke und Futterquellen in Form von Biofilm. Strömung: Sanft bis langsam. Beleuchtung: Abgedämpft, um Scheu zu reduzieren. Die Art ist strikt nachtaktiv – Beobachtung bevorzugt in den Abendstunden. Das Sprungrisiko ist gering, ein Aquariendeckel ist dennoch empfehlenswert. Cyanogaster cf. noctivaga ist eine anspruchsvolle Mikroart, die aufgrund ihrer geringen Größe und speziellen Anforderungen eher erfahrenen Aquarianern vorbehalten ist. Größte Sorgfalt bei der Auswahl ruhiger Beifische und der Bereitstellung feinster Futterangebote ist geboten.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
5,0–7,0
Temperatur:
24–28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Der Zuchtstatus ist als teilweise dokumentiert eingestuft. Bisher sind keine verifizierten erfolgreichen Nachzuchten im Aquarium dokumentiert; die Tiere im Handel stammen aus Wildfang. Der in manchen Datensätzen genannte Fortpflanzungstyp ‚Maulbrüter‘ ist für einen Characiden nicht belegt und wissenschaftlich fragwürdig. Die Zuordnung ist mit Vorbehalt zu betrachten. Bei Männchen wurden feine knöcherne Häkchen an Becken- und Afterflossenstrahlen beschrieben. Konkrete Angaben zu Gelegegrößen, Inkubationszeiten oder Brutbedingungen fehlen. Zuchtversuche sollten nur von erfahrenen Aquarianern unternommen werden: sehr weiches Wasser, abgeschattete Beckenabschnitte mit Moosen, reichliche Konditionierung mit kleinem Lebendfutter.

Ernährung/Futterbedarf

Cyanogaster cf. noctivaga ist ein feinfressender Mikro-Prädator mit omnivorer Tendenz. Im Aquarium werden bevorzugt Artemia-Nauplien, Moina, Cyclops und Rädertierchen angenommen. Ergänzend eignet sich fein zerriebenes Hochwerttrockenfutter und Micropellets. Mehrere kleine Fütterungen am Tag stellen sicher, dass alle Schwarmmitglieder ausreichend Nahrung erhalten. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 2-3 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Cyanogaster noctivaga wurde aus dem Rio Negro-Becken in Brasilien beschrieben (Typuslokalität: Santa Isabel do Rio Negro). Handelsware wird aus dem oberen Rio Nanay in Peru importiert und als ‚cf. noctivaga‘ geführt. Die Art ist an dunkle Schwarzwasserhabitate mit sehr weichem Wasser und niedrigem pH angepasst.

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