Datnioides microlepis

Deutscher Name: Indonesischer Tigerbarsch

Foto: Aquarium Glaser
Herkunft:
Borneo, Indonesien
Farben:
gelb, gold, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Datnioides microlepis
Gattung: Datnioides
Familie: Sciaenidae

Beschreibung

Datnioides microlepis, der Indonesische Tigerbarsch, ist ein groß werdender Raubfisch der Familie Datnioididae mit einer Maximalgröße von bis zu 50 cm SL (ca. 55 cm TL). Der massige, hochrückige Körper zeigt einen silbernen bis goldgelben Grundton, überlagert von fünf bis sieben breiten, schwarzen, vertikalen Streifen. Ein durchgehender Streifen zieht über das Operculum und die Kehle bis zur Bauchseite; ein charakteristischer schwarzer Fleck sitzt unmittelbar vor der Basis der Bauchflossen. Diese kontrastreiche Zeichnung bleibt vom Jungtier- bis zum Adultstadium erhalten. Jungtiere zeigen ein ausgeprägtes Schwarmverhalten und wirken aktiv und neugierig. Mit zunehmendem Alter verändert sich das Verhalten: Adulte Tiere werden territorial und aggressiv gegenüber Artgenossen. Die Haltung sollte entweder einzeln oder in Gruppen von mindestens fünf Tieren erfolgen, um Aggressionen zu verteilen. Als bodennahe Schwimmer bevorzugen sie Bereiche in Bodennähe, jagen aktiv und nutzen versunkene Äste und Wurzeln als Deckung. Für normale Heimaquarien ist diese Art nicht geeignet.
Sozialverhalten: Einzelgänger
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Markante gestreifte Färbung mit charakteristischem Fleck vor den Bauchflossen
  • Wechsel vom gruppenbildenden Jungtierverhalten zu territorialer Einzelhaltung oder Gruppenhaltung (mind. 5 Tiere) bei Adulten
  • Bodennahe Schwimmweise mit ausgeprägter Nutzung von Unterwasserstrukturen als Verstecke
  • Sehr hohes Längenwachstum (bis 50 cm SL / 55 cm TL) – für normale Heimaquarien nicht geeignet
  • Prädatorische Ernährung; Anpassung an totes/gefrorenes Futter möglich, erfordert jedoch Geduld
  • Artspezifisches Sprungrisiko nicht als erhöht dokumentiert; Abdeckung dennoch empfohlen

Vergesellschaftungshinweise

Datnioides microlepis ist in der Jugendphase gruppenbildend; Jungtiere können zusammen aufwachsen und zeigen typisches Schwarmverhalten. Adulte Tiere sind hingegen solitär und territorial. Die Haltung sollte einzeln oder in Gruppen von mindestens fünf Individuen erfolgen, um die Aggressivität zu verteilen. Territoriale Arten können Datnioides einschüchtern; gegenüber deutlich größeren Beifischen, die nicht ins Maul passen, verhalten sie sich relativ gelassen, während kleinere Arten als Beute betrachtet werden. Vergesellschaftung nur mit kräftigen, großwüchsigen Fischen der Bioregion Südostasien. Geeignete Mitbewohner sind robuste, ähnlich große Arten wie große Welse (z.B. Pangasiidae), Arowana oder ähnlich große Barsche. Kleine Salmler, Barben, Zwergbuntbarsche sowie kleine Wirbellose sind als Beifische ungeeignet. Garnelen aller Art werden als Beute betrachtet; große robuste Schnecken werden in der Regel toleriert.

Geschlechtsdimorphismus

Es ist kein deutlicher Geschlechtsdimorphismus dokumentiert. Weibchen können zur Laichzeit fülliger erscheinen, insbesondere im Bauchbereich. Beide Geschlechter weisen ansonsten ähnliche Körperform und Zeichnung auf, sodass die Unterscheidung ohne direktes Beobachten des Laichverhaltens schwierig bleibt.
Größe: bis 50 cm SL (ca. 55 cm TL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 20–28 °C, pH 5,5–7,5, GH bis ca. 15 dGH. Die Art bevorzugt weiches bis mäßig hartes Wasser. Jungfische können in reinem Süßwasser gehalten werden, adulte Tiere benötigen zunehmend Brackwasserzusatz (SG 1.005–1.010). Beckengröße: Für normale Heimaquarien nicht geeignet. Mindestens 1.000 Liter als absolute Untergrenze für sehr große Privataquarien; die Haltung ist vorwiegend in Spezialaquarien oder öffentlichen Einrichtungen vertretbar. Einrichtung: Offene Schwimmzonen kombiniert mit dichten Bereichen aus versunkenen Ästen, dicken Wurzeln und Ufervegetation. Sand oder feiner Kies als Bodengrund, gern mit einer lockeren Laubschicht. Große Dekoelemente müssen sicher positioniert sein. Filterung und Strömung: Ruhige bis schwache Strömung, orientiert an den natürlichen Lebensräumen (langsam fließende bis stehende Gewässer). Leistungsfähige Filterung notwendig, um das große Ausscheidungsvolumen eines fleischfressenden Großfisches zu kompensieren. Regelmäßige Teilwasserwechsel sind essenziell; die Art reagiert empfindlich auf schlechte Wasserqualität.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
5,5-7,5
Temperatur:
20-28 °C
Beckengröße:
Spezialanlage, mind. 1.000 L

Zucht und Fortpflanzung

Im Aquarium bisher nicht dokumentiert. Beobachtungen lokaler Fischer am Kapuas-Fluss deuten darauf hin, dass die Art nicht migratorisch laicht, mit einer Laichzeit im April/Mai, ohne elterliche Fürsorge. Konkrete Parameter für eine Induktion der Laichbereitschaft im Aquarium liegen nicht vor.

Ernährung/Futterbedarf

Datnioides microlepis ist ein typischer Fleischfresser (Piszivor). Jungtiere akzeptieren Chironomiden-Larven (Blutwürmer), kleine Regenwürmer und gehackte Garnelen. Adulte Tiere nehmen Fischstücke, ganze Garnelen, Muschelfleisch und Regenwürmer. Manche Exemplare akzeptieren auch sinkende Karnivoren-Pellets. Ältere Individuen müssen nur 2–3 Mal pro Woche gefüttert werden. Säugetier- oder Vogelmuskel (z.B. Rindfleischherz) sollte vermieden werden, da bestimmte Lipide nicht metabolisiert werden können. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 8-15 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Datnioides microlepis ist endemisch in Indonesien, insbesondere im Kapuas-Becken in West-Borneo und im Musi-Becken in Sumatra. Die Art bewohnt langsam fließende oder stehende Gewässer mit zahlreichen Unterwasserstrukturen. Typische Habitate umfassen Bereiche mit versunkenen Ästen und Wurzeln, dichter Ufervegetation sowie Sand- oder Feinkiessubstraten, die häufig von einer Laubschicht überzogen sind. Während saisonaler Hochwasser- und Regenzeiten nutzen die Tiere veränderte Habitate und Laichplätze.

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Buntbarsche
Geophagus abalios
Salmler
Ucayali-Tigerharnischwels (L 206)
Labyrinthfische
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Newsletter

Was beschäftigt die Aquaristik-Community? Der my-fish-Newsletter informiert dich über spannende Inhalte aus der Unterwasserwelt.

my-fish Podcast

Wir haben bei Zierfischgroßhändlern, Aquascapern, Züchtern und Liebhabern nachgefragt:

my-fish TV

Wir haben Ende 2018 dieses neue Format gestartet und werden in Zukunft auf diesem Kanal alles abdecken…

Auf my-fish.org Anmelden
Sicherheitsabfrage: Bitte geben Sie die korrekte Nummer für die Anmeldung ein.
Beweisen Sie, das Sie ein Mensch sind: 5   +   6   =  
my-fish logo 2021
0
Lass uns doch ein Kommentar da!x