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Zierfische, Familie Cyprinidae

Filament-Prachtbarbe

Dawkinsia filamentosa

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Dawkinsia filamentosa, die Filament-Prachtbarbe (im Handel noch häufig unter dem alten Namen Puntius filamentosus geführt), ist ein lebhaft gefärbter Schwarmfisch aus der Familie Cyprinidae. Die Art wurde 2012 im Rahmen einer umfassenden phylogenetischen Revision aus der Gattung Puntius in die neu aufgestellte Gattung Dawkinsia überführt – der Gattungsname ehrt den Evolutionsbiologen Richard Dawkins.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Schwarm
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
Filament-Prachtbarbe (Dawkinsia filamentosa)
Bild: Ingo Seidel
  • bis 15 cmEndgröße

  • 5-8 JahreLebenserwartung

  • 20-25 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 2-15 °dGHGesamthärte

  • ab 240 lAquariengröße

Beschreibung

Die weibliche Endung „-a“ am Artnamen (filamentosa statt filamentosus) ergibt sich aus der grammatikalischen Geschlechtszuordnung der Gattung Dawkinsia. Die Art erreicht im Aquarium eine Standardlänge von 10 bis 12 cm, in freier Natur werden Exemplare von bis zu 15 cm Gesamtlänge dokumentiert. Der stromlinienförmige, seitlich leicht abgeflachte Körper zeigt eine silberne bis leicht rosafarbene Grundfärbung, überlagert von einem grünlich-blauen Schuppenschimmer. Besonders charakteristisch sind die schwarzen und roten Bänder in der Schwanzflosse sowie ein großer, markanter schwarzer Fleck am Schwanzstiel. Bei adulten Männchen entwickeln sich die namensgebenden fadenförmigen Verlängerungen der Rückenflossenstrahlen (Filamente). Dawkinsia filamentosa stammt aus den Fließgewässern der Westghats im Südwesten Indiens (Kerala, Tamil Nadu, Karnataka). Wichtig zur Nomenklatur: Im deutschen Handel wird die Art traditionell als „Filament-Prachtbarbe“ verkauft, fachsprachlich korrekter wäre jedoch „Schwarzfleckbarbe“ – der Begriff „Prachtbarbe“ bezeichnet streng genommen Pethia conchonius, eine andere Art.

Haltung und Pflege

Dawkinsia filamentosa benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 25 °C, einen pH-Wert von 6,0 bis 7,5 und eine Gesamthärte zwischen 2 und 15 °dGH (optimal 5 bis 12 °dGH). Die Art ist hinsichtlich der Wasserwerte anpassungsfähig, solange weiches bis mittelhartes Wasser geboten wird. Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge und 240 Liter für eine Gruppe von 8 bis 10 Tieren – wegen des ausgeprägten Bewegungsdrangs und der Endgröße von 10 bis 15 cm sind größere Becken (150 cm) deutlich besser geeignet. Einrichtung: großzügige offene Schwimmbereiche in der Beckenmitte, Ränder mit Wurzeln, Felsgruppen und dicht bepflanzten Zonen (Vallisneria, Cryptocoryne, Javafarn). Dunkles Substrat aus Feinkies oder Sand bringt die Färbung der Art optimal zur Geltung. Robuste Pflanzen werden bevorzugt, da sehr zartes Blattwerk bei der hohen Aktivität der Tiere Schaden nehmen kann. Filterung: Moderater bis kräftiger Durchfluss mit etwa dem 4- bis 5-fachen Beckenumsatz pro Stunde entspricht den natürlichen Fließgewässer-Bedingungen. Gut durchströmte Zonen mit erhöhtem Sauerstoffgehalt sind wichtig. Regelmäßige Wasserwechsel von 30 Prozent wöchentlich halten die Wasserqualität stabil. Bei Parasitenbefall Malachitgrün-Formalin nach Herstellerangabe oder vorsichtige Temperaturerhöhung verwenden.

Kupfer: Dawkinsia filamentosa reagiert empfindlich auf kupferbasierte Medikamente. In weichem, saurem Wasser sind Kupferionen besser bioverfügbar, die Spanne zwischen wirksamer und schädigender Dosis ist entsprechend klein; Kiemenschäden sind die typische Folge. Kupferpräparate deshalb nicht auf Verdacht einsetzen. Bei Verdacht auf Ich oder Samtkrankheit zuerst die Diagnose sichern; als Alternativen kommen je nach Befund Malachitgrün-Formalin-Präparate, Huminstoffe oder eine vorsichtige Temperaturführung in Betracht, dosiert nach Anleitung des jeweiligen Präparats.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Dawkinsia filamentosa ist ein typischer Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden. In größeren Schwärmen von 12 bis 15 Tieren zeigt die Art die attraktivsten Farben und das stabilste Sozialverhalten – kleinere Gruppen führen zu Unsicherheit und Farbverlust. Das Temperament ist insgesamt friedlich, jedoch sehr aktiv. Während der Brut- und Balzzeit können Männchen rauer werden: Sie zeigen Revierverhalten, treiben die Weibchen durchs Becken und können mit Konkurrenten in leichte Kämpfe treten. Im ausgewogenen Geschlechterverhältnis (mehr Weibchen als Männchen) verteilt sich diese Aktivität und reduziert Stress. Geeignete Beifische sind andere friedliche, mittelgroße bis große südasiatische Arten mit ähnlichen Aktivitätsansprüchen: andere Barben (ruhige Puntius-/Dawkinsia-Arten), größere Danio- oder Devario-Arten, robuste Schmerlen wie Botia- oder Yasuhikotakia-Arten. Kleine Zwerggarnelen (Neocaridina) werden als Futter betrachtet und sollten nicht mit vergesellschaftet werden. Größere, adulte Amano- oder große Caridina-Garnelen sowie alle Schnecken werden toleriert. Sehr kleine Beutefische oder aggressive Arten sollten vermieden werden.

Ernährung

Dawkinsia filamentosa ist ein Allesfresser mit aktiver Futtersuche und breitem Nahrungsspektrum. In der Natur nimmt die Art Insektenlarven, kleine Krebstiere, Würmer, pflanzliches Material und organischen Detritus auf. Im Aquarium akzeptiert sie bereitwillig hochwertige Flocken und Granulate als Grundnahrung, die durch proteinreiche Komponenten (Artemia, Daphnien, Mückenlarven, Frostfutter) ergänzt werden sollten. Pflanzliche Kost ist ebenfalls wichtig: Spirulina-Flocken, überbrühtes Gemüse (Zucchini, Spinat, Gurke) oder Algen-Wafers ergänzen die Ernährung. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag (2 bis 3 Portionen) entsprechen dem aktiven Stoffwechsel der Art besser als eine einzelne große Mahlzeit. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.

Zucht

Dawkinsia filamentosa ist ein Freilaicher (Eiabstreuer) ohne elterliche Brutpflege und gilt als relativ einfach zu züchten. Die Zucht erfolgt in speziellen Zuchtbecken, da die Elterntiere sonst die Eier fressen. Zuchtbedingungen: Temperatur 24 bis 27 °C, pH 6,0 bis 7,0, weiches bis mittelhartes Wasser (GH maximal 8 °dGH). Ein separates Aufzuchtbecken mit Laichrost oder dichter Javamoos-Bank schützt die Eier vor den Elterntieren. Ein leichter Temperaturabfall durch kühlere Wasserwechsel am Abend kann den Laichvorgang auslösen – dies imitiert den Einbruch der Monsunzeit im natürlichen Habitat. Nach dem Ablaichen müssen die Elterntiere sofort entfernt werden, da sie die Eier und später die Larven fressen. Pro Laichvorgang werden 100 bis 200 Eier abgegeben. Die Eier schlüpfen nach etwa 24 bis 48 Stunden, die Larven werden nach weiteren 24 Stunden freischwimmend. Erstfutter: Infusorien, nach wenigen Tagen Artemia-Nauplien. Die Jungfische erreichen die Geschlechtsreife nach etwa 8 Monaten.

Zuchtwasser: 24 bis 27 °C, pH 6 bis 7, bis 8 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Dawkinsia filamentosa stammt aus den Fließgewässern der Westghats in Südindien, konkret aus den Bundesstaaten Kerala, Tamil Nadu und Karnataka. Die Art bewohnt mittelgroße bis größere Flüsse und deren Zuläufe mit moderater bis kräftiger Strömung, sandigem oder kiesigem Untergrund, häufig eingestreuten Felsbrocken und Wurzelwerk als Rückzugsmöglichkeiten. Während der Monsunzeit zieht die Art in temporäre Überschwemmungsgebiete, um dort zu laichen, und kehrt mit sinkendem Wasserstand in permanente Gewässer zurück – eine typische saisonale Wanderung vieler südasiatischer Cypriniden. In der Natur ist die Art gelegentlich auch in leicht brackigen Flussmündungsbereichen anzutreffen. Typische Wasserwerte der Habitate liegen bei 22 bis 27 °C, einem pH-Wert von 6,5 bis 7,5 und einer weichen bis mittelharten Wasserhärte (5 bis 15 °dGH). IUCN-Status: Least Concern (LC, 2020), die Wildbestände gelten derzeit als stabil.

Geschlechtsunterschiede

Männchen von Dawkinsia filamentosa sind deutlich farbintensiver als Weibchen mit kräftigen roten und goldenen Tönen in Rücken- und Schwanzbereich. Das markanteste Merkmal adulter Männchen sind die namensgebenden fadenförmig verlängerten Strahlen der Rückenflosse (Filamente), die bei Weibchen nicht auftreten. Zur Laichzeit bilden Männchen außerdem kleine Tuberkel (Laichausschlag) an der Schnauze aus. Weibchen sind fülliger gebaut, besonders im Bauchbereich, und zeigen eine insgesamt blassere, weniger kontrastreiche Färbung. Die Rückenflosse bleibt kurz und ohne Filamente. Die Aquariumgröße beträgt typischerweise 10 bis 12 cm SL, in der Natur erreichen Exemplare bis zu 15 cm Gesamtlänge.

Gut zu wissen

  • Männchen entwickeln fadenförmig verlängerte Rückenflossenstrahlen (Filamente, Namengebend)
  • Männchen zeigen zur Laichzeit Tuberkel an der Schnauze und intensivere Färbung
  • Sehr aktive Schwarmfische mit starkem Bewegungsdrang und stark rheophil (strömungsliebend)
  • Saisonale Wanderungen in der Natur, Laichaktivität zur Monsunzeit
  • In der Natur auch in leicht brackigen Gewässern; Aquaristik vorwiegend Süßwasser
  • Junggarnelen und kleine Zwerggarnelen werden als Futter betrachtet; adulte große Garnelen meist sicher
  • Sprungrisiko hoch: schwere, dicht schließende Abdeckung ist Pflicht; stark rheophile Arten sind besonders sprungfreudig
  • Taxonomischer Hinweis: Der deutsche Handelsname „Prachtbarbe“ bezeichnet streng genommen Pethia conchonius (Rosy Barb); fachsprachlich korrekt heißt diese Art „Schwarzfleckbarbe“ oder „Filamentbarbe“
  • Empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten, bei Parasitenbehandlung kupferfreie Mittel bevorzugen

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht die Filament-Prachtbarbe?

Dawkinsia filamentosa benötigt eine Wassertemperatur von 20 bis 25 °C, einen pH-Wert von 6,0 bis 7,5 und eine Gesamthärte zwischen 2 und 15 °dGH (optimal 5 bis 12 °dGH).

Wie groß muss das Aquarium sein?

Mindestens 120 cm Kantenlänge und 240 Liter für eine Gruppe von 8 bis 10 Tieren. Wegen der Endgröße bis 15 cm und des hohen Aktivitätsniveaus sind größere Becken (150 cm) deutlich besser geeignet.

Kann man die Filament-Prachtbarbe vergesellschaften?

Ja, mit anderen friedlichen, mittelgroßen bis großen südasiatischen Arten mit ähnlichen Aktivitätsansprüchen: andere Barben, größere Danio-Arten, robuste Schmerlen. Kleine Zwerggarnelen werden als Futter betrachtet und sind ungeeignet.

Kann man die Filament-Prachtbarbe züchten?

Ja, die Zucht gilt als relativ einfach. Dawkinsia filamentosa ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Zuchtwerte: 24 bis 27 °C, pH 6,0 bis 7,0, GH bis 8 °dGH. Separates Zuchtbecken mit Laichrost oder Javamoos nutzen, Elterntiere nach dem Ablaichen sofort entfernen (Laichräuber). Pro Laichvorgang 100 bis 200 Eier.

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