Gymnocorymbus ternetzi
Beschreibung
Der Trauermantelsalmler (Gymnocorymbus ternetzi) ist ein kompakt gebauter, seitlich leicht abgeflachter Salmler der Familie Acestrorhamphidae von bis zu 6 cm Länge mit charakteristisch dunkler, kontrastreicher Färbung. Die Afterflosse ist breit ausgebildet, was der Art ein typisches Profil verleiht. Im Aquarium zeigt Gymnocorymbus ternetzi lebhafte Schwarmaktivität und hält sich bevorzugt in den mittleren bis oberen Wasserschichten auf.
Bei Einzelhaltung oder in zu kleinen Gruppen kann Flossenknabbern auftreten, das sich in Gruppen von mindestens 12 Tieren weitgehend auflöst. Die Art ist tagaktiv und erkundet das Becken in beständigen Bewegungen – in einem gut bepflanzten Becken wirkt sie deutlich dynamischer als in karger Umgebung.
Gymnocorymbus ternetzi ist anpassungsfähig an unterschiedliche Aquarienbedingungen und profitiert von gedämpftem Licht und reich strukturierter Bepflanzung, die Ruheplätze und Rückzugsmöglichkeiten bietet.
Besonderheiten
- Bekannte Neigung zum Flossenknabbern bei zu kleinen Gruppen oder ungeeigneten Mitbewohnern
- Schwarmbildend – in Gruppen von mindestens 12 Tieren deutlich stressärmer
- Bevorzugt dichte Bepflanzung und gedämpftes Licht
- Keine ausgeprägte Territorialität
- Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen toleriert
- Springt bei Erschrecken – sichere Abdeckung notwendig
- Empfindlich gegenüber Kupfer und kupferhaltigen Medikamenten
Vergesellschaftungshinweise
Gymnocorymbus ternetzi ist ein geselliger Schwarmfisch. Die Haltung in Gruppen von mindestens 12 Tieren wird empfohlen, da sich Aggressionen innerhalb der Gruppe abspielen und Flossenknabbern an Mitbewohnern stark reduziert wird. Kleinere Gruppen unter sechs Tieren führen zu dauerhaftem Stress und erhöhter Aggressivität.
Das Temperament ist ruhig bis lebhaft, nicht übermäßig territorial. Aufgrund der bekannten Neigung zum Flossenknabbern sollten keine Fische mit langen, fließenden Flossen als Mitbewohner gewählt werden.
Schnecken sind weitgehend verträglich. Adulte Garnelen werden toleriert, sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden.
Geeignete Mitbewohner: friedliche südamerikanische Arten gleicher Größenklasse – andere Salmler, kleine Corydoras und Panzerwelse. Fadenfische und Schleierschwanzguppys sind wegen des Flossenknabberns ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind im Allgemeinen etwas größer und rundlicher, insbesondere wenn sie laichbereit sind. Männchen bleiben schlanker und haben eine breitere, charakteristisch geformte Afterflosse sowie eine spitzere Rückenflosse. Während der Paarungsbereitschaft können Männchen intensivere Farbtöne zeigen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: 20–26 °C, pH 6,0–7,0, GH 5–12 °dGH. Gymnocorymbus ternetzi bevorzugt als Weichwasserfisch tendenziell weiches, leicht saures Wasser, ist aber für einen Salmler anpassungsfähig.
Beckengröße: Ab 80 cm Kantenlänge, ca. 112 Liter für eine Gruppe von mindestens 12 Tieren.
Einrichtung: Abwechslungsreich strukturiert mit dichten Pflanzengruppen aus feingliedrigen und blätterreichen Arten als Rückzugsräume. Offene Schwimmzonen in der Beckenmitte für typisches Schwarmverhalten. Feiner Kies oder Sand als Bodengrund, Wurzeln und Mangrovenholz.
Strömung: Gleichmäßig, mäßig. Regelmäßige Wasserwechsel (20–30 % monatlich) für stabile Wasserchemie.
Beleuchtung: Leicht gedämpft, durch dichte Bepflanzung oder Schwimmpflanzen. Beste Farbwirkung und Wohlbefinden bei gedämpftem Licht.
Der Trauermantelsalmler ist ein robuster, lebhafter Schwarmfisch für Gesellschaftsaquarien. Bei der Vergesellschaftung auf die Flossenknabber-Neigung achten und keine langflossigen Arten einsetzen.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Schwierigkeit: Einfach bis Mittel.
Die Zucht gilt als relativ einfach und ist gut dokumentiert. Für die Zucht empfiehlt sich ein separates, schwach beleuchtetes Zuchtbecken mit feingliedrigen Pflanzen (z. B. Javamoos) oder Laichmops. Alternativ kann ein feines Netz über dem Bodengrund verhindern, dass die Elterntiere die Eier fressen.
Konditionierung mit proteinreicher Kost. Zuchtbecken leicht wärmer (ca. 28 °C). Elterntiere nach dem Ablaichen sofort entfernen. Schlupf bei 24 °C nach ca. 20–21 Stunden. Larven zunächst lichtempfindlich – Infusorien, dann Mikrowürmer oder Artemia-Nauplien. Ein Laich umfasst typischerweise 300–400 Eier.
Eier sind lichtempfindlich (Characidae-Merkmal).
Ernährung/Futterbedarf
Ernährungstyp: Allesfresser mit Vorliebe für tierische Kost. Gymnocorymbus ternetzi gedeiht bei abwechslungsreicher Fütterung aus hochwertigen Trockenfutterpellets oder Flocken sowie lebenden oder gefrorenen Futtertieren.
Geeignet: Artemia-Nauplien, Mückenlarven, Cyclops und Daphnien. Mehrere kleine Futtergaben täglich sind empfehlenswert.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Gymnocorymbus ternetzi ist ein Süßwasserfisch aus Südamerika und kommt hauptsächlich in den Flussbecken des Paraguay und Guaporé vor, mit Verbreitung in Teilen Südbrasiliens, Argentiniens und Boliviens. In der Natur bewohnt die Art kleine, langsam fließende Bäche, Nebenflüsse, flache Seen und Lagunen. Charakteristisch sind dichte Wasser- und Ufervegetation sowie gedämpftes Licht.
Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.