Heros efasciatus
Beschreibung
Heros efasciatus, der Severum oder Grüne Severum, gehört zur Familie der Cichlidae und zeigt den für Buntbarsche typischen, kräftigen Körperbau mit einem lateral abgeflachten Rumpf und einem relativ großen Kopf. Die Art erreicht im Aquarium üblicherweise 20-25 cm, in Ausnahmefällen bis zu 30 cm Standardlänge. Die Grundfärbung ist grünlich mit dunklen, teilweise verwischten Querbändern; ein markanter dunkler Fleck auf dem Schwanzstiel ist für diese Art charakteristisch und unterscheidet H. efasciatus vom ähnlichen H. severus.
Im Aquarium zeigt Heros efasciatus ein für seine Größe vergleichsweise ausgeglichenes Temperament. Außer zur Fortpflanzungszeit gelten die Tiere als relativ friedlich, sind aber charakterstark und territorialbewusst. Die Art bevorzugt die untere und mittlere Wasserzone in der Nähe von Wurzeln und anderen Strukturgebern.
Hinweis zur Artbestimmung: Im Handel werden unter dem Namen Severum oft mehrere Heros-Arten angeboten. Tiere mit einem ausgeprägten rotorangenen Schulterfleck werden als Rotkeil-Severum (Heros cf. efasciatus sp. Rotkeil) bezeichnet und stellen möglicherweise eine eigene, noch unbeschriebene Art dar.
Besonderheiten
- Paare bilden sich am zuverlässigsten durch gemeinsames Aufziehen einer Jungtiergruppe.
- Substratlaicher mit biparentaler Brutpflege; Jungfische werden im Maul transportiert, aber nicht wie bei echten Maulbrütern über Tage gehältert.
- Geeignet für große, ruhige Gesellschaftsbecken mit südamerikanischen Arten.
- Anfällig für Lochkrankheit (Hexamitose/HITH) bei hohen Nitratwerten und einseitiger Ernährung.
- Garnelen ungeeignet; Schnecken werden toleriert.
- Omnivore Ernährung mit deutlich pflanzlicher Komponente (teils frugivor).
- Geringes Sprungrisiko; Abdeckung dennoch empfehlenswert.
Vergesellschaftungshinweise
Heros efasciatus wird als Paartier gehalten; es empfiehlt sich, aus einer Gruppe gemeinsam aufgezogener Jungtiere natürliche Paarbindungen entstehen zu lassen. Das Temperament ist außerhalb der Fortpflanzungszeit mäßig territorial und vergleichsweise ruhig; zur Brutzeit nehmen die Revieransprüche beider Elternteile deutlich zu.
Garnelen sind ungeeignet, Jungtiere werden als Beute betrachtet. Schnecken werden überwiegend toleriert. Bodenbewohner wie Panzerwelse sind in der Regel verträglich, sofern sie nicht zu klein sind.
Für eine Vergesellschaftung eignen sich größere Salmler, Panzerwelse sowie mittelgroße, ruhige südamerikanische Buntbarsche mit ähnlichem Temperament und gleichen Wasseransprüchen. Hartwasserarten aus ostafrikanischen Seen sowie aggressive Dominanzbuntbarsche sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer und können den dokumentierten Maximalwert eher ausschöpfen. Sie zeigen markante Zeichnungen auf den Kiemendeckeln und können einen Nackenhöcker sowie verlängerte Rücken- und Afterflossen entwickeln. Weibchen bleiben kompakter und zeigen diese Ausprägungen nicht in gleichem Maß.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 22-29 °C, pH 5,5-7,0, GH 1-8 °dGH.
Mindestens 120 cm Kantenlänge und 243 Liter für ein Paar. Das Aquarium sollte strukturreich gestaltet sein: Wurzeln, Äste und grobe Steine schaffen Rückzugs- und Revierbereich. Flache Steine dienen als Ablaichunterlagen. Robuste Pflanzen (z. B. Anubias, Java-Farn) sind möglich; zarte Pflanzen werden häufig herausgepflügt.
Kräftige biologische Filterung ist wichtig, da große Buntbarsche erhebliche Mengen organischen Abfalls produzieren. Nitrat sollte unter 50 mg/l gehalten werden (Vorbeugung der Lochkrankheit). Moderate Strömung. Gedämpfte Beleuchtung mit natürlichen Schattenzonen.
Bei guter Pflege erreicht die Art ca. 10 Jahre.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (kein echtes Maulbrüten). Zuchtschwierigkeit: Mittel.
Die Eltern reinigen einen flachen, glatten Untergrund und laichen dort ab. Beide Elternteile bewachen die Eier intensiv bis zum Schlupf (nach ca. 3-5 Tagen). Die Jungfische werden von den Eltern in vorgegrabene Bodengruben umgesiedelt und nach ca. einer Woche freischwimmend. Die Eltern transportieren die Larven mit dem Maul zwischen Brutplätzen. Aufzucht mit Artemia-Nauplien.
Empfohlene Zuchtwasserwerte: Temperatur ca. 28 °C, weiches, leicht saures Wasser.
Ernährung/Futterbedarf
Ernährungstyp: Allesfresser mit deutlich pflanzlicher Komponente (teils frugivor).
Hochwertige Cichliden-Pellets als Basis, ergänzt durch Mysis, Artemia, Daphnien, Regenwürmer. Pflanzliche Komponenten sind besonders wichtig: Spirulina-Tabs, gedämpfte Erbsen, Blattspinat, Gurkenscheiben. Carotinoidreiche Kost intensiviert die Färbung. Eine pflanzliche Ergänzung beugt der Lochkrankheit (Hexamitose) vor.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Heros efasciatus stammt aus dem Amazonasbecken in Südamerika: Hauptstrom des Amazonas, Rio Solimões und Rio Xingu (Brasilien), sowie Zuflüsse des Ucayali (Peru). In der Natur bewohnt die Art langsam fließende Flüsse, Nebenflüsse und Überschwemmungsgebiete mit ruhigeren, tieferen Bereichen und viel untergetauchtem Wurzelwerk.