Heros sp.
Beschreibung
Heros sp. (Augenfleckbuntbarsch „Rio Curare“) ist ein gedrungener südamerikanischer Großcichlide von bis zu 25 cm Länge aus der Familie Cichlidae. Die Grundfärbung reicht von grünlich bis gelblich und wird durch acht bis neun dunkle vertikale Bänder kontrastiert. Ein diagnostisches Merkmal dieser Form ist ein halbiertes siebtes Band, das nur in der unteren Körperhälfte bis in die Afterflosse reicht. Hinter den Kiemendeckeln trägt die Art einen markanten rot-orangen Keil. Flossen können orange bis rötliche Töne annehmen. Im Handel wird die Art als „Red Tiger Severum“ oder „Heros severus Rio Curare“ geführt. Taxonomisch ist die Form noch nicht formal beschrieben und gehört möglicherweise zu einer eigenständigen Art.
Besonderheiten
- Halbiertes siebtes Band als diagnostisches Erkennungsmerkmal
- Rot-oranger Keil hinter dem Kiemendeckel
- Taxonomisch nicht formal beschrieben, im Handel als „Red Tiger Severum“
- Substratlaicher mit biparentaler Brutpflege
- Herkunft: Rio-Negro-Einzugsgebiet, Venezuela/Kolumbien (nicht Peru!)
Vergesellschaftungshinweise
Heros sp. wird paarweise oder in kleinen Gruppen gehalten. Die Art zeigt eine ruhige Grundstimmung, die sich zur Laichzeit deutlich wandelt. Paare verteidigen ihr Revier energisch und können auch gleichgroße Mitbewohner attackieren. Geeignete Mitbewohner sind robuste, ähnlich große südamerikanische Arten: größere Salmler (ab ca. 6 cm), robuste Welse und andere mittelgroße bis große Cichliden. Sehr kleine Fische und Wirbellose sind gefährdet. Kleine Garnelen und Schnecken werden als Nahrung betrachtet. Zur Laichzeit sind ausreichend Beckenvolumen und Sichtbarrieren nötig.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden etwas größer und können einen leichten Stirnbuckel sowie intensivere Färbungen entwickeln. Zeichnungen auf den Kiemendeckeln sind beim Männchen oft lebhafter. Weibchen bleiben etwas gedrungener und zeigen dezenter gefärbte Kiemendeckel. Beide Elterntiere beteiligen sich aktiv an der Brutpflege.
Haltungstipps / Pflege
Heros sp. benötigt ein gut strukturiertes Aquarium ab 120 cm Kantenlänge und mindestens 240 Litern mit viel Totholz, Wurzeln und Verstecken. Sandiges Substrat und robuste Pflanzen entsprechen dem natürlichen Habitat. Feinblättrige Pflanzen können beim Wühlen beeinträchtigt werden. Die Form stammt aus weichem, teils schwarzwasserbeeinflussten Gewässern des Rio-Negro-Systems und zeigt beste Farbentwicklung in weichem, leicht saurem Wasser. Moderate Strömung und gute Filterung sind wichtig.
Kurzfristige Absenkung auf 24 °C und ein Wasserwechsel mit weicherem Wasser können Laichbereitschaft fördern (Regenzeit-Simulation).
Die Wasserwerte sollten bei 24 bis 29 °C, pH 6,0 bis 7,0 und GH 1 bis 8 °dGH liegen.
Zucht und Fortpflanzung
Heros sp. ist ein Substratlaicher mit biparentaler Brutpflege. Paare legen Eier auf vorbereiteten, leicht vertikalen oder flachen Flächen ab. Beide Elternteile bewachen das Gelege und führen die Schwärme der Jungfische aktiv.
Auslöser: Großzügiger Wasserwechsel (ca. 50 %) mit weichem, leicht kühlerem Wasser zur Simulation der Regenzeit, gleichzeitige Erhöhung der Fütterung mit hochwertigem Lebendfutter.
Zuchtwasser: pH 6,0 bis 6,8, GH bis 6 °dGH, 27 bis 29 °C.
Ernährung/Futterbedarf
Heros sp. ist ein Allesfresser mit starkem Pflanzenfresser-Schwerpunkt. Im Aquarium ist eine überwiegend pflanzenbetonte, abwechslungsreiche Kost wichtig. Spirulina-Flocken, gedünstete Zucchini, entwässerte Erbsen und blanchierter Salat werden empfohlen. Ergänzend sollten regelmäßig hochwertiges Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Mückenlarven und Krill angeboten werden. Warmblutfleisch (z. B. Rinderherz) ist zu vermeiden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Heros sp. „Rio Curare“ stammt aus dem Rio-Negro-Einzugsgebiet in Venezuela und angrenzenden Gebieten Kolumbiens. Bevorzugte Habitate sind Uferzonen mit Totholz, Falllaub und langsam fließenden, geschützten Bereichen mit sandigem oder feinkiesigem Substrat. Das Wasser ist oft weich und leicht sauer, teils schwarzwasserbeeinflusst.