Yunnanilus sp. "Rosy"
Beschreibung
Die Rosy-Zwergschmerle (Yunnanilus sp. „Rosy“) gehört mit nur 3 bis 4 cm Gesamtlänge zu den kleinsten Schmerlenarten im Aquarienhandel. Die Grundfärbung variiert je nach Stimmung und Haltungsbedingungen von blassbeige bis zu einem warmen, leuchtenden Rosaton. Männchen in Balzstimmung zeigen eine kräftigere Rotfärbung, besonders im vorderen Körperbereich. Weibchen sind blasser und fülliger.
Der Körperbau ist schlank und walzenförmig mit nach unten gerichtetem Maul. Die Art gehört zur Familie Nemacheilidae und ist wissenschaftlich noch nicht formal beschrieben. Im Handel wird sie als Yunnanilus sp. „Rosy“ oder „Rosy Loach“ geführt. Verwandte Arten stammen aus der Region Myanmar (Inle-See) und Yunnan (China).
Besonderheiten
- Eine der kleinsten Schmerlenarten im Aquarienhandel (3–4 cm TL).
- Männchen in Balzstimmung zeigen intensive Rosafärbung.
- Micropredator; Winzlinge unter den Krustentieren und Zooplankton sind natürliche Beute.
- Zucht im Aquarium vereinzelt gelungen; einfacher als viele andere Nemacheilidae.
- Keine spezialisierte Hillstream-Ausrüstung erforderlich.
- Sprungrisiko gering; Abdeckung dennoch empfohlen (allgemeine Aquaristikpraxis).
Vergesellschaftungshinweise
Friedliche, gesellige Art; für artgerechte Haltung werden Gruppen von mindestens 8–10 Tieren empfohlen, gerne mehr. In der Gruppe zeigen Männchen interaktives Balzverhalten ohne ernste Konflikte. Gegenüber anderen Aquariumbewohnern vollständig friedlich; aufgrund der Winzigkeit ist die Vergesellschaftung mit größeren Fischen jedoch riskant (Fressfeinde). Ideale Mitbewohner sind ähnlich kleine, friedliche Fische: Boraras-Arten, Danionella-Arten, Mikrorasboras, Trigonostigma espei (Keilfleckbärbling als Größengrenze), Otocinclus, kleine Corydoras-Arten. Herkunft: Südostasien/China — exakte Wildfangherkunft für sp. „Rosy“ nicht vollständig dokumentiert; verwandte Arten stammen aus Myanmar (Inle-See-Region) und Yunnan (China). Geeignete Mitbewohner: ausschließlich sehr kleine, friedliche Fische (Boraras brigittae, B. merah, Danionella translucida, Trigonostigma espei, Microdevario-Arten). Zwerggarnelen (adulte Neocaridina, Caridina) sind als Mitbewohner geeignet; Junggarnelen können vom Rosy Loach gefressen werden. Schnecken sind sicher. Keine mittelgroßen oder größeren Fische, die die Winzlinge fressen oder bedrängen könnten.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen in Hochform zeigen deutlich intensivere Rosafärbung. Weibchen sind blasser und fülliger (besonders bei Laichbereitschaft). Das Geschlecht ist bei gut ausgeprägten Tieren recht zuverlässig an der Körperfülle und Farbintensität erkennbar.
Haltungstipps / Pflege
Die Rosy-Zwergschmerle bevorzugt kühle bis gemäßigte Temperaturen von 20 bis 24 °C und einen pH-Wert von 6,5 bis 8,0. Angaben zur Gesamthärte liegen nicht spezifisch vor, die Art toleriert aber weiches bis mittelhartes Wasser. Verwandte Arten vom Inle-See kommen in relativ hartem Wasser vor.
Für eine Gruppe von 10 oder mehr Tieren empfehlen sich ein Becken ab 60 cm Kantenlänge und mindestens 60 Liter, für größere Gruppen oder Zuchtansätze sind 80 Liter oder mehr sinnvoll. Die Einrichtung besteht aus feinem Sand oder dunklem Kies, dichter Bepflanzung (Javamoos, Eleocharis, Cryptocoryne) und moderater Beleuchtung. Gute Filterung bei moderater Strömung.
Zucht und Fortpflanzung
Zucht im Aquarium vereinzelt gelungen (in Deutschland und internationalen Hobbykreisen dokumentiert). Die Art laicht zwischen Pflanzen oder Moosen ab; keine Brutpflege. Eier sind sehr klein; Jungfische benötigen paramecien-große Nahrung in den ersten Tagen. Zuchtauslösung durch Wasserwechsel mit etwas kühlererem Wasser und gute Konditionierung mit Lebendfutter. Fortpflanzungstyp: nicht formal in DB erfasst (null); wahrscheinlich freilaichender Substratlaicher in Pflanzendickichten.
Ernährung/Futterbedarf
Die Rosy-Zwergschmerle ist ein Mikropredator. In der Natur werden winzige Krebstiere, Würmer und Zooplankton erbeutet. Im Aquarium werden bevorzugt sehr kleine Lebendfutter und Frostfutter angenommen: Artemia-Nauplien, Cyclops, Mikrowürmer und Grindal-Würmer. Fein gemahlenes Mikrogranulat wird nach Eingewöhnung akzeptiert. Lebende oder gefrorene Kleinstorganismen sind für gutes Gedeihen und intensive Färbung nötig.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Die exakte Wildfangherkunft von Yunnanilus sp. „Rosy“ ist nicht vollständig belegt; der Handelsname und morphologische Ähnlichkeiten weisen auf die Region Myanmar/Yunnan hin. Verwandte Arten (Y. brevis) stammen aus dem Inle-See (Myanmar), einem flachen, kräuterreichen Hochlandsee mit hartem Wasser.