Labidochromis sp. "Perlmutt"
Beschreibung
Labidochromis sp. „Perlmutt“ wird bis zu 10 cm groß und ist ein wissenschaftlich noch unbeschriebener Mbuna-Buntbarsch aus dem Malawisee. Die Art wurde 1995 entdeckt und wird gelegentlich auch als „Pearl of Tanzania“ bezeichnet.
Die Grundfarbe ausgewachsener Männchen ist perlmuttweiß mit starkem irisierendem Glanz, dazu kommen leuchtend zitronengelbe Rücken- und Schwanzflossenanteile sowie gelbe Eiflecken in der Afterflosse. Weibchen und Jungtiere tragen deutliche dunkelbraune Querstreifen auf den Flanken, die bei dominanten Männchen mit zunehmender Reife verblassen. Der Perlmuttschimmer entwickelt sich bereits bei einer Größe von etwa 13 mm.
Besonderheiten
- Wissenschaftlich noch unbeschrieben, 1995 entdeckt, auch als „Pearl of Tanzania“ bezeichnet
- Einzigartiger Perlmuttschimmer entwickelt sich bereits bei etwa 13 mm Körpergröße
- Endemisch im Malawisee, lebt ungewöhnlich tief (ab ca. 12 m, vorwiegend unter 30 m)
- Omnivor und verträgt proteinreiche Nahrung besser als die meisten Mbuna
- Gilt als eine der friedlicheren Mbuna-Arten, Hybridisierungsgefahr mit Labidochromis caeruleus
Vergesellschaftungshinweise
Haremshaltung, friedlich für Mbuna, schwach aggressiv. Haltung: 1 Männchen mit 3–4 Weibchen. Verträglichkeit mit Wirbellosen: nicht shrimpsicher. Labidochromis sp. „Perlmutt“ gehört zu den friedlicheren Mbuna und lässt sich gut mit ähnlich großen, nicht zu dominanten Mbuna-Arten vergesellschaften. Auch ruhigere Malawisee-Cichliden wie Aulonocara oder Copadichromis kommen als Beckenpartner in Frage. Nicht zusammen mit anderen Labidochromis-Arten halten, insbesondere nicht mit L. caeruleus, da Hybridisierungsgefahr besteht. Sehr aggressive Mbuna-Arten sollten ebenfalls vermieden werden. Garnelen sind als Beifische ungeeignet, größere Schnecken werden in der Regel toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden mit bis zu 10 cm deutlich größer als Weibchen (7–8 cm) und zeigen einen intensiveren Perlmuttschimmer mit gelben Flossenanteilen sowie gelbe Eiflecken in der Afterflosse. Weibchen behalten die charakteristischen dunkelbraunen Querstreifen auf den Flanken. Dominante Männchen verlieren diese Streifenzeichnung fast vollständig und wirken nahezu einfarbig perlmuttweiß.
Haltungstipps / Pflege
Labidochromis sp. „Perlmutt“ benötigt ein Malawi-Felsbecken ab 120 cm Kantenlänge (ab 240 Liter) mit hohen Steinaufbauten, zahlreichen Spalten und Höhlen sowie sandigem Bodengrund. Empfohlene Wasserwerte: 24-28 °C, pH 7,5-8,5, GH 10-25 °dGH.
Stabil alkalische und harte Wasserparameter sind wichtig. Eine gute biologische Filterung und regelmäßige Wasserwechsel von 20-30 % wöchentlich unterstützen die Wasserqualität. Die empfohlene Gruppenzusammensetzung ist 1 Männchen mit 3-4 Weibchen; bei größeren Becken (ab 400 Litern) können auch mehrere Männchen gehalten werden.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Maulbrüter (maternal)
Zuchtschwierigkeit: Mittel Zur Zucht ist kein spezieller Auslöser nötig; stabile Wasserqualität, regelmäßige Wasserwechsel und abwechslungsreiche Fütterung fördern die Laichbereitschaft. Die optimalen Zuchtbedingungen liegen bei pH 7,8–8,5, GH bis 20 °dGH und 26–28 °C. Das Weibchen nimmt die befruchteten Eier ins Maul auf und inkubiert sie dort etwa 3–4 Wochen. Die typische Gelegegröße beträgt 10–15 Jungtiere. Die Jungfische können nach dem Entlassen mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert werden. Die Zucht gilt als gut dokumentiert und regelmäßig erfolgreich.
Ernährung/Futterbedarf
Im natürlichen Lebensraum ernährt sich die Art vorwiegend von kleinen Insektenlarven und Krebstierchen, da in den tiefen Felshabitaten kaum Algenwachstum vorkommt. Im Aquarium ist die Art omnivor und verträgt proteinreiche Nahrung besser als die meisten Mbuna. Hochwertige Flocken und Granulate, spirulinahaltige Produkte sowie Artemia, Mysis, Daphnien und Krill sind geeignet. Rote Mückenlarven und Tubifex vermeiden, um das Risiko von Malawi-Bloat zu minimieren.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Labidochromis sp. „Perlmutt“ ist endemisch im Malawisee und kommt ausschließlich an der tansanischen Küste vor: bei Higga Reef, Mbamba Bay Island und Ngkuyo Island. Die Art besiedelt tiefe Felszonen, vorwiegend unterhalb von 30 Metern (beobachtet ab ca. 12 Metern Tiefe). Damit lebt sie deutlich tiefer als die meisten anderen Labidochromis-Arten. Das Habitat besteht aus dichtem Felsgestein mit zahlreichen Spalten und Höhlen, umgeben von sandigem Substrat.