Lepthoplosternum pectorale

Deutscher Name: Zwergschwielenwels

Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Brasilien, Südamerika
Farben:
gelb
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Lepthoplosternum pectorale
Gattung: Lepthoplosternum
Familie: Callichthyidae

Beschreibung

Lepthoplosternum pectorale ist ein kleiner, gedrungener Panzerwels aus der Familie der Callichthyidae mit einer maximalen Standardlänge von etwa 6 cm (ca. 7-8 cm TL). Der Körper wirkt robust und leicht abgeplattet, mit klar erkennbaren, gepanzerten Schuppenreihen entlang der Flanken. Die Brustflossen sind bei den Männchen mit einem charakteristischen verdickten, oft gelb-orangenen oder milchig-opaken vorderen Flossenstrahl versehen. Im Aquarium zeigt Lepthoplosternum pectorale ein ruhiges und zurückhaltendes Verhalten. Als bodenbewohnende Art durchstreift sie bevorzugt die unteren Bereiche des Beckens und sucht unter Wurzeln, Laub und dichten Pflanzenbeständen nach Nahrung. Die Art ist ein obligater Luftatmer: Sie atmet Sauerstoff über den Darm (intestinale Luftatmung), weshalb regelmäßige Oberflächenaufstiege lebenswichtig sind und der Zugang zur Wasseroberfläche im Aquarium stets frei bleiben muss. Für die Fortpflanzung spielen schwimmende Pflanzen eine wichtige Rolle; Männchen errichten komplexe Blasennester aus Luftblasen und Pflanzenmaterial und können dabei hörbare Laute produzieren.
Sozialverhalten: Einzelgänger
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Obligater Luftatmer: intestinale Luftatmung, Zugang zur Wasseroberfläche muss stets gewährleistet sein
  • Blasennestbauer: Männchen errichten ein Nest aus Luftblasen und Pflanzenmaterial
  • Männchen mit verdicktem, gelb-orangenem vorderem Brustflossenstrahl
  • Produziert während der Nestbildung und Balz hörbare Laute
  • Bodenorientiert mit aktivem Wühlverhalten im Substrat
  • Sand als Substrat ist Pflicht (Callichthyidae-Familienregel)
  • Kupferempfindlich (Callichthyidae-Familienregel)

Vergesellschaftungshinweise

Lepthoplosternum pectorale gilt als friedlicher Beckenbewohner und eignet sich gut für Gesellschaftsaquarien mit anderen ruhigen, kleinbleibenden südamerikanischen Arten. Im normalen Alltag zeigen die Tiere ein zurückhaltendes, kaum aggressives Sozialverhalten. Während der Brut- und Revierbildungsphasen können Männchen territorialere Tendenzen zeigen. Schnecken: weitgehend verträglich. Garnelen: Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen werden in der Regel toleriert. Geeignete Mitbewohner sind südamerikanische Salmler, Panzerwelse und kleinere Buntbarsche aus derselben Bioregion. Ostafrikanische Hartwasser-Buntbarsche sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Das Geschlechtsbild ist gut dokumentiert. Männchen entwickeln einen deutlich verdickten vorderen Flossenstrahl an den Brustflossen, der oft gelb-orange bis milchig-opak gefärbt ist; zusätzlich zeigen die Brustflossen der Männchen eine stärkere Krümmung. Weibchen besitzen klarere, weniger verdickte Brustflossen und weisen eine rundere, etwas fülligere Körperform auf.
Größe: ca. 6 cm SL (ca. 7-8 cm TL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 20-22 °C, pH 5,8-7,8, GH 10-25 °dGH. Mindestgröße: 80 cm Kantenlänge und ca. 112 Liter. Einrichtung: Feines bis mittelfeines Substrat (Sand ist Pflicht für Callichthyidae), das das Scharren und Wühlen ermöglicht. Zahlreiche Verstecke wie Wurzelholz, Höhlen und dichte Pflanzengruppen. Schwimmende Pflanzen sind wichtig für das natürliche Fortpflanzungsverhalten. Da die Art obligat luftatmend ist, muss die Wasseroberfläche stets ungehindert zugänglich sein. Moderate Strömung, keine starken Turbulenzen erforderlich. Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden.
Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
5,8-7,8
Temperatur:
20-22 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Blasennestbauer (kein Substratlaicher im klassischen Sinne). Zuchtschwierigkeit: mittel. Die Zucht im Aquarium ist gut dokumentiert. Männchen errichten ein Blasennest bevorzugt unter schwimmenden Pflanzen oder an der Wasseroberfläche und übernehmen aktiv die Brutpflege. Das Weibchen legt die Eier im Nest ab. Gelegentlich wird ein leichtes Absenken der Temperatur auf 20 °C als Auslösereiz beschrieben. Schwimmende Pflanzenstücke als Nestbaumaterial und ruhige Beckenführung während der Brut sind wichtig.

Ernährung/Futterbedarf

Lepthoplosternum pectorale ist ein Allesfresser mit Neigung zum tierischen Anteil. Die Tiere fressen bereitwillig ein breites Spektrum an Nahrung. Geeignetes Futter: Sinkende Futterpellets und -tabletten, Frostfutter wie Artemia, Cyclops und Mückenlarven. Als pflanzliche Komponenten eignen sich Spirulina-Tabs und blanchiertes Gemüse (Zucchini, Erbsen). Futter sollte bevorzugt in sinkender Form angeboten werden. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Lepthoplosternum pectorale kommt in Südamerika vor, vor allem im Einzugsgebiet des Paraguay-Flusses und angrenzenden Flusssystemen. Die Verbreitung umfasst Paraguay, Argentinien, Brasilien, Bolivien und Uruguay. Die Typuslokalität ist Monte Sociedad im Chaco-Departement, Paraguay. In der Natur bewohnt die Art flache, pflanzenreiche Bereiche mit langsamen Strömungen und weichen Substraten. Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.

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