Polypterus delhezi
Beschreibung
Der Zaire-Flösselhecht (Polypterus delhezi) ist ein räuberischer Knochenhecht aus der Familie Polypteridae, der bis zu 44 cm TL (35 cm SL) erreicht. Die Grundfärbung reicht von grau-oliv bis braun, mit 7-8 dunklen Querbinden, die sich zu einem netzartigen Muster verbinden können. Der Bauchbereich ist gelblich bis hell, Flossen zeigen gelbe Tönungen mit braunen bis schwarzen Flecken.
Im Aquarium zeigt Polypterus delhezi ein zurückhaltendes, lauerndes Verhalten. Das Tier bewegt sich bodennah, nutzt Verstecke und ist vorwiegend nachtaktiv. Das Sehvermögen ist schwach; die Art verlässt sich hauptsächlich auf den Geruchssinn. Die Art besitzt eine geteilte Schwimmblase, die als akzessorisches Atemorgan fungiert und regelmäßiges Luftholen an der Wasseroberfläche erfordert.
Alles, was ins Maul passt, wird als Beute angesehen. Trockenfutter wird in der Regel nicht angenommen.
Besonderheiten
- Nachtaktiver Lauerjäger; Jagd hauptsächlich über den Geruchssinn
- Geteilte Schwimmblase als akzessorisches Atemorgan; freier Zugang zur Wasseroberfläche notwendig
- Bekannter Springer; lückenlose Abdeckung notwendig
- Frisst alles, was ins Maul passt; keine kleinen Fische oder Garnelen als Gesellschaft
- Trockenfutter wird in der Regel nicht angenommen
- Benötigt dichte Verstecke und Bodenzonen mit geringer Strömung
Vergesellschaftungshinweise
Polypterus delhezi wird überwiegend einzeln gehalten. Eine Vergesellschaftung mit anderen großen, robusten Fischen ist möglich.
Das Temperament ist ruhig und zurückgezogen gegenüber gleichgroßen Fischen, aber ein aktiver Lauerjäger gegenüber kleinen Tieren.
Verträglichkeit mit Wirbellosen: Garnelen sind ungeeignet, werden gefressen. Kleine Schnecken gefährdet, größere dickschalige Schnecken meist toleriert.
Geeignete Beifische: andere Polypterus-Arten, Synodontis, größere Ctenopoma-Arten, kräftige mittlere bis große Salmler aus Westafrika. Kleine Fische, Zwergbuntbarsche und Garnelen sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen eine deutlich breitere, fleischigere und muskulösere Afterflosse, die während der Balz besonders ins Auge fällt. Weibchen werden oft etwas größer und fülliger im Körperbau. Die Afterflosse ist das sicherste Unterscheidungsmerkmal.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24-30 °C, pH 6,0-8,0, GH 5-25 °dGH. Ein Becken mit mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 200 Liter) ist die Mindestgröße; Bodenfläche ist wichtiger als Volumen.
Feiner Sand als Substrat. Zahlreiche Verstecke aus Wurzeln, hohlen Steinen und dichte Bepflanzung. Offene Bodenbereiche für Jagdbewegungen. Ruhige bis mäßige Strömung.
Freier Zugang zur Wasseroberfläche zum Luftholen ist notwendig. Lückenlose Abdeckung zwingend (Springer!).
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht ist mittelschwer und gelegentlich dokumentiert. Polypterus delhezi ist ein Freilaicher (Eistreuer). Gelegegrößen ca. 100-300 Eier, Schlupf nach 3-4 Tagen.
Zuchtwasserwerte: Temperatur ca. 26 °C, pH 6,0-7,0, GH maximal 10 °dGH. Auslöser: kühlere Wasserwechsel und Absenkung der Wasserhärte (Regenzeit-Simulation).
Das Männchen umschließt die Eier mit After- und Schwanzflossen und befruchtet sie. Eier werden in dichten Pflanzenbereichen verteilt. Eltern nach dem Laichen entfernen (fressen Eier und Larven). Erstfutter: Artemia-Nauplien, Mikrowürmer.
Ernährung/Futterbedarf
Polypterus delhezi ist ein Fleischfresser. Trockenfutter wird in der Regel nicht angenommen. Geeignet sind Mückenlarven, Regenwürmer, Muschelfleisch, Mysis und kleine Fische als Lebend- oder Frostfutter. Gelegentlich sinkende Pellets als Ergänzung. Abwechslungsreiche Fütterung mit hochwertigen Proteinen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Polypterus delhezi stammt aus dem mittleren und oberen Kongobecken in der Demokratischen Republik Kongo und besiedelt ruhige Gewässerabschnitte mit geringer Strömung. Typische Habitate sind langsam fließende oder stehende Bereiche mit weichem Bodengrund aus Sand, dichter Vegetation und zahlreichem Totholz. In Überschwemmungsgebieten der Regenzeit expandiert der Lebensraum.