Micropoecilia picta
Beschreibung
Der Pfauenaugenkärpfling (Micropoecilia picta) wird etwa 3 cm (TL, Männchen) groß und gehört zur Familie der Poeciliidae. Die Männchen zeigen eine lebhafte Färbung in Gelb-, Orange- und Rottönen mit einem markanten dunklen Pfauenaugenfleck in der Schwanzflosse. Schwarze Punkte und Linien akzentuieren das Seitenprofil. Weibchen sind deutlich größer (bis 5 cm), massiger und überwiegend silbergrau bis oliv gefärbt.
Im Aquarium präsentieren sich die Tiere als lebhafte Schwimmer in der oberen Schwimmzone. Männchen balzen intensiv und zeigen häufig Revierverhalten gegenüber Rivalen. Gegenüber anderen friedlichen Arten bleibt die Art insgesamt verträglich. Jungtiere sind sofort schwimmfähig, Eltern können jedoch kannibalisches Verhalten gegenüber frisch geborenen Jungen zeigen.
Die Art kommt in Habitaten vor, die periodisch von leichtem Brackwasser beeinflusst werden, und toleriert schwankenden Salzgehalt.
Besonderheiten
- Lebendgebärend (vivipar)
- Starker Geschlechtsdimorphismus, sehr kleine bunte Männchen
- Markanter Pfauenaugenfleck in der Schwanzflosse der Männchen
- Toleranz gegenüber leicht schwankendem Salzgehalt
- Eltern können Nachzucht fressen, Aufzuchtmaßnahmen empfohlen
- Junggarnelen gefährdet, Schnecken toleriert
- Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Micropoecilia picta ist ein Gruppenfisch mit ausgeprägtem Balztrieb. Bewährt hat sich ein Geschlechterverhältnis mit deutlich mehr Weibchen als Männchen (etwa 1:3), um dauerhaften Stress für Weibchen zu vermeiden.
Das Temperament ist überwiegend friedlich. Während intensiver Balzphasen können Männchen untereinander territorial werden. Schnecken werden toleriert. Junggarnelen können gelegentlich gefressen werden, adulte Garnelen sind meist sicher.
Geeignete Beifische sind ruhige, kleinbleibende Arten aus der gleichen Bioregion. Große Raubfische und aggressive Arten sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Die Art zeigt einen starken Geschlechtsdimorphismus. Männchen werden sehr klein (ca. 2–3 cm TL), sind farbintensiv mit Pfauenaugenfleck in der Schwanzflosse und tragen ein Gonopodium. Weibchen werden deutlich größer (bis ca. 5 cm TL), sind fülliger und weniger kontrastreich gefärbt mit sichtbarem Trächtigkeitsfleck.
Haltungstipps / Pflege
Die empfohlenen Aquariumwerte sind: Temperatur 26–28 °C, pH 7,5–8,2, GH 20–40 °dGH. Als Beckengröße wird ein Aquarium mit mindestens 60 cm Kantenlänge (ab 54 Liter) empfohlen.
Das Becken sollte dichte Bepflanzung im oberen Schwimmbereich bieten, Schwimmpflanzen schaffen Schutz für Jungfische. Feines Substrat mit organischem Material ist geeignet. Die Strömung sollte moderat bis gering sein.
Regelmäßige Wasserwechsel und gute Filterung sind wichtig. Aufgrund des erhöhten GH-Bedarfs sollte die Wasseraufbereitung auf harte Bedingungen abgestimmt sein. Das Sprungrisiko ist gering.
Der Pfauenaugenkärpfling ist ein farbenfroher Poeciliide für Aquarien mit hartem, leicht alkalischem Wasser. Die farbvariablen Männchen mit ihrem Pfauenaugenmuster machen die Art bei Züchtern beliebt.
Zucht und Fortpflanzung
Micropoecilia picta ist lebendgebärend. Die Zuchtschwierigkeit ist mittel, Wildfänge sind anspruchsvoller als Nachzuchten. Zucht-Temperatur: 25–27 °C, Zucht-pH: 7,5–8,2, Zucht-GH: 20–30 °dGH.
Die Tragezeit beträgt etwa 25–30 Tage. Wurfgrößen liegen bei 11–25 Jungfischen. Geschlechtsreife wird nach etwa drei Monaten erreicht. Zur Konditionierung eignet sich hochwertiges Lebendfutter. Ein Weibchenüberschuss (3:1) reduziert Stress und fördert den Zuchterfolg.
Dichte Schwimmpflanzen oder separate Aufzuchtbecken erhöhen die Überlebenschancen der Jungfische. Erstfutter: Artemia-Nauplien, Mikrowürmer und Staubfutter.
Ernährung/Futterbedarf
Micropoecilia picta ist karnivor mit pflanzlicher Ergänzung. Im Aquarium werden Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien, Mückenlarven und Mikrowürmer gut angenommen. Proteinreiche Frostfutter und gelegentlich Granulat- oder Flockenfutter ergänzen den Speiseplan. Spirulina-Pulver oder algenhaltiges Futter sichert die Ballaststoffversorgung.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Micropoecilia picta kommt in flachen, wärmeren Gewässern Südamerikas in Küstennähe vor, häufig in Bereichen mit schwankendem Salzgehalt durch Brackwassereinwirkung. Die Habitate sind dicht bewachsen mit schlammigen oder sandigen Substraten und einer dicken Detritusschicht. Die Strömung ist gering bis vernachlässigbar.
Na, na, na, wer spricht denn bei Wirbeltieren von Larven?
Ist korrigiert. Der Fehlerteufel 😉