Barbodes semifasciolatus

Deutscher Name: Messingbarbe

Herkunft:
China, Japan, Vietnam
Farben:
gelb
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Barbodes semifasciolatus
Gattung: Barbodes
Familie: Cyprinidae

Beschreibung

Barbodes semifasciolatus, die Messingbarbe oder Brokatbarbe (auch Goldbarbe, englisch Gold Barb oder Schuberti Barb), ist eine mittelgroße Barbe aus Südostasien. Die Art wurde 1868 von Günther beschrieben und im Rahmen der umfassenden Cyprinidae-Revision in die Gattung Barbodes überführt – in älterer Literatur findet sich noch die Bezeichnung Puntius semifasciolatus. Die im Handel weit verbreitete Goldform („Schuberti Barb“) ist eine seit den 1960er-Jahren etablierte Farbzuchtform mit leuchtend goldener Grundfärbung, die aus der silbrig-grünen Wildform herausgezüchtet wurde. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von etwa 7 bis 8 cm, Männchen bleiben tendenziell etwas kleiner als Weibchen. Die Wildform zeigt eine silbrig-grüne bis olivfarbene Grundfärbung mit einigen dunklen Flecken und kurzen vertikalen Streifen auf der hinteren Körperhälfte. Die Goldform ist intensiv leuchtend goldgelb mit schwachen oder fehlenden Streifen und gilt als robuster und anpassungsfähiger Zierfisch. Barbodes semifasciolatus stammt ursprünglich aus Südchina, Vietnam und Taiwan und ist eine der ältesten Aquaristik-Arten aus Ostasien.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Geselliger Schwarmfisch im mittleren und bodennahen Bereich
  • Bevorzugt stark bewachsene Bereiche und Uferzonen
  • Goldene Aquariumform ist eine Zuchtform; der natuerliche Wildtyp ist im Handel selten
  • Hohes Sprungrisiko: Aquariumabdeckung ist notwendig
  • Junggarnelen gefaehrdet; adulte Garnelen und Schnecken toleriert
  • Subtropische Art: vertraegt kuehle Temperaturen ab 16 Grad Celsius
  • Zucht einfach; Freilaicher ohne Brutpflege

Vergesellschaftungshinweise

Barbodes semifasciolatus ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 6 bis 8 Tieren gehalten werden. In ausreichender Gruppengröße zeigt die Art lebhaftes, aktives Schwimmverhalten und natürliche Sozialstruktur. Das Temperament ist überwiegend friedlich, aber die Art ist lebhaft und kann bei beengten Platzverhältnissen zu leichtem Flossenzupfen neigen. Wegen des hohen Aktivitätsniveaus ist die Messingbarbe kein idealer Mitbewohner für sehr ruhige oder scheue Arten. Geeignete Beckenpartner sind andere robuste, friedliche Arten ähnlicher Größe und Aktivität: andere Barben, größere Rasboras, Regenbogenfische, Panzerwelse, friedliche Schmerlen. Langflossige Arten (Guppys, Kampffische, Engelfische) sind wegen möglicher Flossenzupferei zu vermeiden. Sehr kleine Fische werden gestresst oder können als Beute betrachtet werden.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen von Barbodes semifasciolatus sind etwas schlanker und kleiner als Weibchen. Während der Balz zeigen Männchen eine intensivere Färbung, besonders deutlich bei der Goldform, wo der goldene Ton leuchtender wird. Die Flossen können bei balzenden Männchen einen leichten Rotton annehmen. Weibchen sind etwas größer, fülliger gebaut und zeigen besonders bei Laichbereitschaft einen deutlich prallen Bauch. Die Färbung ist etwas matter als bei Männchen.
Größe: bis 7,6 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Barbodes semifasciolatus benötigt eine Wassertemperatur von 18 bis 26 °C, einen pH-Wert von 6,0 bis 7,5 und eine Gesamthärte zwischen 5 und 19 °dGH. Die Art ist eine der robustesten Aquaristik-Arten überhaupt und kommt mit einem breiten Spektrum an Wasserwerten zurecht. Wichtig zur Temperatur: Als subtropische Art profitiert Barbodes semifasciolatus von einer kühleren Winterphase (18 bis 20 °C über 2 bis 3 Monate). Eine dauerhafte Haltung bei tropischen 26 bis 28 °C verkürzt die Lebenserwartung. Die Art ist sogar für gut geschützte Freilandbecken im Sommer geeignet, solange die Temperaturen im Toleranzbereich bleiben. Beckengröße: Mindestens 100 cm Kantenlänge und 120 Liter für eine Gruppe von 6 bis 8 Tieren. Einrichtung: ausreichend freier Schwimmraum, robuste Randbepflanzung (Vallisneria, Cryptocoryne, Anubias), Wurzelholz und Steine zur Strukturierung. Moderate Strömung ist ideal. Wichtig bei Medikamenten: Barbodes semifasciolatus ist wie alle Cyprinidae hochempfindlich gegenüber kupferbasierten Medikamenten. Standard-Kupferbehandlungen wirken tödlich. Bei Parasiten stattdessen Malachitgrün-Formalin oder Temperaturerhöhung verwenden.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6,0-8,0
Temperatur:
16-24 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Barbodes semifasciolatus ist ein Freilaicher ohne elterliche Brutpflege. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als einfach bis mittelschwer – eine der bewährten Einsteiger-Zuchtarten. Zuchtbedingungen: Temperatur 22 bis 25 °C (etwas kühler als die Standardhaltung), pH 6,5 bis 7,5, weiches bis mittelhartes Wasser (GH 5 bis 15 °dGH). Ein separates Zuchtbecken mit Laichrost oder dichter Javamoos-Bank schützt die Eier vor den Elterntieren. Eine vorherige Konditionierung mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter fördert die Zuchtbereitschaft deutlich. Die Elterntiere sind ausgeprägte Laichräuber und müssen nach dem Ablaichen sofort entfernt werden. Pro Laichvorgang werden mehrere hundert Eier abgegeben. Die Eier schlüpfen bei 25 °C nach etwa 24 bis 36 Stunden. Erstfutter: Infusorien und Staub-Futter, später feine Artemia-Nauplien.

Ernährung/Futterbedarf

Barbodes semifasciolatus ist ein anspruchsloser Allesfresser mit omnivorer Tendenz. In der Natur frisst die Art Insektenlarven, kleine Krebstiere, Würmer, pflanzliches Material, Algen und organischen Detritus. Im Aquarium akzeptiert sie bereitwillig alle gängigen Futterarten: hochwertiges Flocken- und Granulatfutter als Basis, ergänzt durch Lebend- und Frostfutter (Artemia, Daphnien, Mückenlarven) und pflanzliche Komponenten (Spirulina, blanchiertes Gemüse). Die Art neigt zu Überfressen und sollte kontrolliert gefüttert werden. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Barbodes semifasciolatus stammt aus Südchina (einschließlich Hongkong), Vietnam und Taiwan. Die Art bewohnt langsam fließende oder stehende Gewässer: Bäche, Flüsse, Teiche, Reisfelder und überflutete Gebiete mit dichter Vegetation. Die natürlichen Habitate liegen in subtropischen bis tropischen Tieflagen. Typische Wasserwerte der natürlichen Habitate: Temperatur 18 bis 26 °C (subtropisch mit deutlichen saisonalen Schwankungen), pH 6,5 bis 7,5, weiche bis mittelharte Wasserhärte (GH 5 bis 19 °dGH). Als subtropische Art toleriert Barbodes semifasciolatus deutliche Temperaturschwankungen besser als tropische Verwandte.

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