Monopterus albus

Deutscher Name: Kiemenschlitzaal

Foto: Aquarium Glaser
Herkunft:
China, Indien, Indonesien, Malaysia, Südostasien, Thailand
Farben:
braun, grau
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Monopterus albinus
Gattung: Monopterus
Familie: Synbranchidae

Beschreibung

(Monopterus albus ist die einzige aquaristisch relevante Art der Gattung Monopterus) Kiemenschlitzaale der Gattung Monopterus erreichen bis zu 100 cm Standardlänge und gehören zur Familie der Synbranchidae. Der aalähnliche, schuppenlose Körper ist langgestreckt und seitlich abgeflacht mit stark reduziertem Flossensaum. Die Kopfpartie ist stumpf, die Augen sehr klein und von einer dünnen Hautschicht bedeckt. Farblich reicht das Spektrum von schlammbraunen und olivgrauen Grundtönen mit dunklen Sprenkeln bis hin zu xanthistischen und albinotischen Varianten. Im Aquarium zeigen Monopterus ein nachtaktives und zurückgezogenes Verhalten. Tagsüber graben sie sich tief im weichen Substrat ein oder ziehen sich in Höhlen zurück. Nachts werden sie zu aktiven Lauerjägern, die gezielt Beute mit schnellen Vorstößen ergreifen. Alles, was ins Maul passt, wird als Beute betrachtet. Besondere Merkmale sind das ausgeprägte Grabverhalten, die Fähigkeit zur Ästivation (Überdauerung von Trockenzeiten im Schlamm), ein akzessorisches Atemorgan mit lungenähnlichen Säcken und die Protogynie: Alle Jungtiere schlüpfen als Weibchen, ein Teil wandelt sich bei Geschlechtsreife in Männchen um. Diese Umwandlung kann bei Weibchenmangel auch rückgängig gemacht werden.
Sozialverhalten: Einzelgänger
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Grabender Lebensstil: benötigt tiefes, weiches Substrat zum Eingraben
  • Ästivation: kann in feuchtem Schlamm (bis 1,5 m Tiefe) längere Trockenperioden überdauern
  • Nachtaktiv und scheu; tagsüber selten sichtbar
  • Stark räuberisch; nimmt Lebendfutter und größere Beute
  • Akzessorisches Atemorgan: nur ein Kiemenspalt an der Kehle, lungenähnliche Säcke ermöglichen Luftatmung
  • Protogynie: alle Jungtiere weiblich, Umwandlung in Männchen bei Geschlechtsreife möglich und reversibel
  • Extremer Fluchtantrieb: Becken muss absolut sicher mit schwerem Deckel abgedeckt sein

Vergesellschaftungshinweise

Monopterus-Arten sind einzelgängerisch und territorial. Einzelhaltung ist die einzig empfehlenswerte Haltungsform. Artgenossen werden als Konkurrenten betrachtet und attackiert. Das Temperament ist geprägt von ruhigem, aber entschlossenem Räuberverhalten. Im Alltag sind die Tiere zurückgezogen, in Fressphasen und bei Revierverhalten jedoch sehr agil. Monopterus sollte nur mit sehr robusten, großen Fischen aus Südostasien vergesellschaftet werden, die selbst nicht als Beute gelten. Kleine, friedliche oder bodenbewohnende Arten sind ungeeignet. Garnelen und Krebse werden als Futter betrachtet.

Geschlechtsdimorphismus

Äußerlich sind Männchen und Weibchen nicht sicher zu unterscheiden. Männchen erreichen nach der Geschlechtsumwandlung größere Endmaße als Weibchen. Die Gattung ist proterogyn (alle Jungtiere weiblich; ein Teil wird bei Geschlechtsreife zu Männchen), was eine zuverlässige visuelle Geschlechtsbestimmung im Aquarium erschwert.
Größe: ca. 100 cm

Haltungstipps / Pflege

Die empfohlenen Aquariumwerte betragen 25–28 °C, pH 6,0–8,0 und GH 3–25 dGH. Das Becken sollte mindestens 700 Liter fassen mit einer Kantenlänge von 250 cm oder mehr. Als Substrat ist ein tiefer, weicher Sand- oder Schlammboden nötig, damit die Tiere ihr natürliches Grabverhalten ausüben können. Zahlreiche Verstecke in Form von dicken Höhlen, Wurzelstücken oder halboffenen Röhren bieten Rückzugsmöglichkeiten. Dichte Pflanzenbestände am Uferbereich oder Schwimmpflanzen werden empfohlen. Das Becken muss absolut dicht und mit schwerem Deckel abgedeckt sein. Monopterus ist ein ausdauernder Ausbrecher und verlässt das Becken bei der kleinsten Öffnung. Mäßige Strömung ist ausreichend; das akzessorische Atemorgan erlaubt kurzzeitige Luftatmung. Ein leistungsfähiges Filtersystem ist dennoch erforderlich. Monopterus ist ein anspruchsvoller Spezialhalter-Fisch. Die Protogynie, das akzessorische Atemorgan und die Ästivation machen die Gattung biologisch zu einer der interessantesten für erfahrene Aquarianer mit entsprechendem Platzangebot.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6,0-8,0
Temperatur:
25-28 °C
Beckengröße:
ab 250 cm, 700 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Zucht von Monopterus im Aquarium ist nicht zuverlässig dokumentiert. In der Natur erfolgt die Fortpflanzung in flachen Gewässern, wobei Männchen großflächige Schaumnester in Ufernähe zwischen dichter Vegetation bauen. Weibchen legen bis zu 1.000 Eier, die vom Männchen bewacht werden. Für verwandte Arten (M. albus) wurden folgende Zuchtparameter berichtet: 28 °C, pH 6,5–7,5, GH maximal 15 dGH. Als Auslöser dient die Simulation der Regenzeit mit Absenkung und anschließender Überflutung des Wasserstandes. Die Inkubationszeit beträgt etwa 3–5 Tage. Diese Angaben sind experimentell und nicht auf alle Arten der Gattung übertragbar.

Ernährung/Futterbedarf

Monopterus sind strikte Fleischfresser. Das natürliche Beutespektrum umfasst Würmer, kleine Fische, Krebstiere, Amphibien und größere Insektenlarven. Im Aquarium eignen sich große Regenwürmer, ganze oder zerkleinerte Garnelen, Weißfischstücke und große Insektenlarven. Viele Tiere gewöhnen sich an sinkende Raubfisch-Pellets mit hohem Fleischanteil. Fütterung sollte abends erfolgen, um das nachtaktive Jagdverhalten zu nutzen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
nicht belegt

Natürlicher Lebensraum

Monopterus kommt in Südostasien und Ostasien vor, mit Verbreitungsschwerpunkten in Indien, China, Thailand, Vietnam, Indonesien und Malaysia. In der Natur besiedeln diese Fische überwiegend stehende bis träge Gewässer mit schlammigem Bodengrund und dichter Ufervegetation. Typische Habitate sind Reisfelder, langsam fließende Kanäle, Altwasserarme und temporäre Wasseransammlungen, die während der Regenzeit überflutet werden.

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