Otocinclus macrospilus

Deutscher Name: Ohrgitterharnischwels

Quelle Manuel Roth FA. EFS
Herkunft:
Südamerika
Farben:
braun, silber, transparent
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Otocinclus macrospilus
Gattung: Otocinclus
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Der Ohrgitterharnischwels (Otocinclus macrospilus) ist ein zierlicher Harnischwels aus der Familie Loricariidae, der etwa 3,5 cm (SL) erreicht. Die Grundfärbung reicht von marmoriertem Grau bis zu warmen Braunnuancen mit einem breiten, oft unterbrochenen schwarzen Längsband von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel. Namensgebend ist ein großer, runder schwarzer Fleck an der Basis der Schwanzflosse (griech./lat. macrospilus = großer Fleck). Die Schwanzflosse zeigt hinter dem Fleck zwei schwache vertikale Balken, was die Art von ähnlichen Arten wie O. vestitus und O. vittatus unterscheidet. Im Aquarium zeigt Otocinclus macrospilus ein ruhiges, zurückhaltendes Verhalten als sehr aktives Weidetier, das ständig an Oberflächen nach Aufwuchs, Kieselalgen und Biofilm sucht. Das spezialisierte Saugmaul ermöglicht effizientes Entfernen von Aufwuchs. Die Art kann fakultativ Luft atmen (Speiseröhrenmodifikation). Frisch importierte Tiere sind besonders anfällig für Verhungern; nur gut eingewöhnte Tiere kaufen, die bereits im Handel fressen.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Kupferempfindlich: Kupfer in jeder Form (auch kupferhaltige Medikamente) unbedingt meiden
  • Holz = Nahrung: Wurzeln und Totholz fördern Biofilm als wichtige Nahrungsquelle
  • Spezielles Saugmaul zum Abweiden von Aufwuchs und Biofilm
  • Fakultatives Luftatmen: schnellt gelegentlich zur Oberfläche
  • Starvationsgefahr: Frisch importierte Tiere besonders anfällig für Verhungern
  • Geringes Sprungrisiko
  • Gute Eignung als Aufwuchsfresser in pflanzenreichen Gesellschaftsaquarien

Vergesellschaftungshinweise

Otocinclus macrospilus ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 6, besser 8–10 Tieren gehalten werden. Das Temperament ist sehr friedlich und eher schüchtern. Die Art verträgt keine lebhaften oder ruppigen Mitbewohner. Während der Brutzeit kann man Männchen-Weibchen-Verfolgung beobachten, ohne aggressive Eskalation. Schnecken werden toleriert; adulte Zwerggarnelen meist auch, sehr kleine Junggarnelen können gefährdet sein. Geeignete Beifische: ruhige südamerikanische Salmler, Panzerwelse, kleine Buntbarsche. Afrikanische Buntbarsche (Malawi, Tanganjika) sind ungeeignet. Kupfer in jeder Form ist hochgiftig.

Geschlechtsdimorphismus

Weibchen sind fülliger im Bauchbereich und erreichen oft etwas größere Körperfülle. Männchen besitzen eine Genitalpapille und ein Odontoden-Feld an der Unterseite des Schwanzstiels, das sich während der Fortpflanzungszeit stärker ausprägt.
Größe: ca. 3,5 cm (SL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 21–26 °C, pH 5,5–7,5, GH 1–12 °dGH. Das Mindestmaß beträgt 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter). Feiner Sand oder sehr feiner Kies als Substrat. Reichlich Pflanzen mit großen Blättern, Wurzelholz und Laub als Futter- und Ruheflächen. Moderate Strömung und gute Sauerstoffversorgung. Kupfer in jeder Form ist hochgiftig. Stabile Wasserwerte sind essenziell. Kurzfristige Temperatursenkung auf 22 °C kann Laichbereitschaft fördern. Nur in gut eingefahrene, biologisch stabile Becken einsetzen.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,5-7,5
Temperatur:
21-26 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Zucht ist schwer, aber dokumentiert. Otocinclus macrospilus laicht in einer T-Position (ähnlich Corydoras): Eier werden verstreut an Pflanzen und Scheiben geheftet. Zuchtwasserwerte: Temperatur 24–26 °C, pH 6,0–7,0, GH maximal 10 °dGH. Trigger: Regenzeitsimulation durch große Wasserwechsel mit kühlerem Wasser. Konditionierung mit frischem Gemüse und Lebendfutter. Gelegegrößen ca. 20–50 Eier, Inkubationszeit ca. 48–72 Stunden bei 25 °C. Erstfutter: Infusorien, Biofilm und Staubfutter, später Spirulina-Pulver und Artemia-Nauplien.

Ernährung/Futterbedarf

Otocinclus macrospilus ist primär ein Aufwuchsfresser. Hauptnahrung: Biofilm, Kieselalgen und Mikroorganismen. Ergänzend: überbrühte Zucchini, Gurke, Spinat, Spirulina-Tabs und Algenblätter. Holz im Aquarium ist als Nahrungsquelle wichtig. Gelegentlich proteinreiche Ergänzungen (Mikrowürmer, Artemia-Nauplien) zur Konditionierung. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 3-5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Otocinclus macrospilus stammt aus dem oberen Amazonas-Becken in Peru, Kolumbien und Ecuador (Einzugsgebiete Nanay, Marañón, Japurá, Caquetá, Napo). Die Art findet sich in klaren, sauerstoffreichen Gewässern mit mäßiger Strömung in flachen Uferzonen mit dichter Randvegetation und reichlich Wurzelholz und Laubansammlungen.

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