Otocinclus macrospilus
Beschreibung
Der Ohrgitterharnischwels (Otocinclus macrospilus) ist ein zierlicher Harnischwels aus der Familie Loricariidae, der etwa 3,5 cm (SL) erreicht. Die GrundfΓ€rbung reicht von marmoriertem Grau bis zu warmen Braunnuancen mit einem breiten, oft unterbrochenen schwarzen LΓ€ngsband von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel. Namensgebend ist ein groΓer, runder schwarzer Fleck an der Basis der Schwanzflosse (griech./lat. macrospilus = groΓer Fleck). Die Schwanzflosse zeigt hinter dem Fleck zwei schwache vertikale Balken, was die Art von Γ€hnlichen Arten wie Otocinclus vestitus und Otocinclus vittatus unterscheidet. Im Aquarium zeigt Otocinclus macrospilus ein ruhiges, zurΓΌckhaltendes Verhalten als sehr aktives Weidetier, das stΓ€ndig an OberflΓ€chen nach Aufwuchs, Kieselalgen und Biofilm sucht. Das spezialisierte Saugmaul ermΓΆglicht effizientes Entfernen von Aufwuchs. Die Art kann fakultativ Luft atmen (SpeiserΓΆhrenmodifikation). Frisch importierte Tiere sind besonders anfΓ€llig fΓΌr Verhungern; nur gut eingewΓΆhnte Tiere kaufen, die bereits im Handel fressen.
Besonderheiten
- Kupferempfindlich: Kupfer in jeder Form (auch kupferhaltige Medikamente) unbedingt meiden
- Holz als AufwuchsflΓ€che: Wurzeln und Totholz fΓΆrdern Biofilm als wichtige Nahrungsquelle
- Spezielles Saugmaul zum Abweiden von Aufwuchs und Biofilm
- Fakultatives Luftatmen: schnellt gelegentlich zur OberflΓ€che
- Starvationsgefahr: Frisch importierte Tiere besonders anfΓ€llig fΓΌr Verhungern
- Geringes Sprungrisiko
- Gute Eignung als Aufwuchsfresser in pflanzenreichen Gesellschaftsaquarien
Vergesellschaftungshinweise
Otocinclus macrospilus ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 6, besser 8β10 Tieren gehalten werden. Das Temperament ist sehr friedlich und eher schΓΌchtern. Die Art vertrΓ€gt keine lebhaften oder ruppigen Mitbewohner. WΓ€hrend der Brutzeit kann man MΓ€nnchen-Weibchen-Verfolgung beobachten, ohne aggressive Eskalation. Schnecken werden toleriert; adulte Zwerggarnelen meist auch, sehr kleine Junggarnelen kΓΆnnen gefΓ€hrdet sein. Geeignete Beifische: ruhige sΓΌdamerikanische Salmler, Panzerwelse, kleine Buntbarsche. Afrikanische Buntbarsche (Malawi, Tanganjika) sind ungeeignet. Kupfer in jeder Form ist hochgiftig.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind fΓΌlliger im Bauchbereich und erreichen oft etwas grΓΆΓere KΓΆrperfΓΌlle. MΓ€nnchen besitzen eine Genitalpapille und ein Odontoden-Feld an der Unterseite des Schwanzstiels, das sich wΓ€hrend der Fortpflanzungszeit stΓ€rker ausprΓ€gt.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 21β26 Β°C, pH 5,5β7,5, GH 1β12 Β°dGH. Das MindestmaΓ betrΓ€gt 60 cm KantenlΓ€nge (ca. 54 Liter). Feiner Sand oder sehr feiner Kies als Substrat. Reichlich Pflanzen mit groΓen BlΓ€ttern, Wurzelholz und Laub als Futter- und RuheflΓ€chen. Moderate StrΓΆmung und gute Sauerstoffversorgung. Kupfer in jeder Form ist hochgiftig. Stabile Wasserwerte sind essenziell. Kurzfristige Temperatursenkung auf 22 Β°C kann Laichbereitschaft fΓΆrdern. Nur in gut eingefahrene, biologisch stabile Becken einsetzen.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht ist schwer, aber dokumentiert. Otocinclus macrospilus laicht in einer T-Position (Γ€hnlich Corydoras): Eier werden verstreut an Pflanzen und Scheiben geheftet. Zuchtwasserwerte: Temperatur 24β26 Β°C, pH 6,0β7,0, GH maximal 10 Β°dGH. Trigger: Regenzeitsimulation durch groΓe Wasserwechsel mit kΓΌhlerem Wasser. Konditionierung mit frischem GemΓΌse und Lebendfutter. GelegegrΓΆΓen ca. 20β50 Eier, Inkubationszeit ca. 48β72 Stunden bei 25 Β°C. Erstfutter: Infusorien, Biofilm und Staubfutter, spΓ€ter Spirulina-Pulver und Artemia-Nauplien.
ErnΓ€hrung/Futterbedarf
Otocinclus macrospilus ist primΓ€r ein Aufwuchsfresser. Hauptnahrung: Biofilm, Kieselalgen und Mikroorganismen. ErgΓ€nzend: ΓΌberbrΓΌhte Zucchini, Gurke, Spinat, Spirulina-Tabs und AlgenblΓ€tter. Holz im Aquarium ist als Nahrungsquelle wichtig. Gelegentlich proteinreiche ErgΓ€nzungen (MikrowΓΌrmer, Artemia-Nauplien) zur Konditionierung.
NatΓΌrlicher Lebensraum
Otocinclus macrospilus stammt aus dem oberen Amazonas-Becken in Peru, Kolumbien und Ecuador (Einzugsgebiete Nanay, MaraΓ±Γ³n, JapurΓ‘, CaquetΓ‘, Napo). Die Art findet sich in klaren, sauerstoffreichen GewΓ€ssern mit mΓ€Γiger StrΓΆmung in flachen Uferzonen mit dichter Randvegetation und reichlich Wurzelholz und Laubansammlungen.