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Zierfische, Familie Potamotrygonidae

Pfauenaugenstachelrochen Potamotrygon motoro

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Pfauenaugenstachelrochen (Potamotrygon motoro) ist ein markanter bodenbewohnender Süßwasserrochen mit einer Scheibenbreite von bis zu 90 cm bei Wildfängen (im Aquarium typisch 60 cm). Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: Er lebt auf dem Grund und braucht viel Bodenfläche, schon ein Paar benötigt eine Spezialanlage von mindestens 2.700 Litern bei 360 cm Kantenlänge.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Paarweise
  • Friedlich
  • bis 90 cmEndgröße

  • 20+ JahreLebenserwartung

  • 24-26 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 1-12 °dGHGesamthärte

  • ab 2700 lAquariengröße

Beschreibung

Das Rückenmuster zeigt ringförmige Flecken oder „Augen“ vor einem helleren Grundton – namensgebend für die Art. Im Handel existieren Farbvarianten als „blau“, „orange“, „schwarz“ oder „marmoriert“. Der Schwanz ist schlank und trägt einen giftigen Stachel. Im Aquarium liegen die Tiere häufig eingegraben oder halb verdeckt auf dem Substrat. In Ruhephasen zurückhaltend, als Räuber gegenüber kleinen Fischen blitzschnell. Eingewöhnte Tiere werden oft zahm und erkennen ihren Pfleger. SICHERHEITSHINWEIS: Der Schwanzstachel verursacht intensive Schmerzen und schnelle Gewebedegeneration. Abgeworfene Stacheln bleiben giftig. Beim Arbeiten im Becken immer Schutzhandschuhe tragen. Bei Verletzung: Wunde sofort in heißes Wasser tauchen, ärztliche Versorgung aufsuchen.

Haltung und Pflege

Ein normales Wohnzimmeraquarium reicht für diesen Rochen nicht aus: Er lebt auf dem Grund und braucht eine Spezialanlage mit großer Bodenfläche, die schon vor dem Kauf stehen sollte. Potamotrygon motoro benötigt ein Becken ab 360 cm Kantenlaenge (ca. 2.700 Liter fuer ein Paar) mit Temperaturen von 24–26 °C, einem pH-Wert von 6–7,5 und einer Gesamthärte von 1–12 °dGH. Feiner, weicher Sand als Substrat ist Pflicht. Scharfe Kanten und grobe Dekoration vermeiden. Flache Verstecke aus glatten Steinen, offene Schwimmflächen. Mäßige bis schwache Strömung. Leistungsfähige Filterung und regelmäßige großzügige Wasserwechsel sind wegen des hohen Stoffwechsels unerlässlich. Gedämpfte Beleuchtung mit natürlichem Tag-Nacht-Rhythmus. Beim Arbeiten im Becken wegen des Giftstachels größte Vorsicht. Abdeckung empfohlen. Diese Art ist ausschließlich für erfahrene Spezialhalter mit sehr großen Becken geeignet.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Potamotrygon motoro ist grundsätzlich verträglich und zeigt in der Haltung Tendenzen zu sozialen Interaktionen mit Artgenossen. Das Temperament ist friedlich und zurückgezogen. Während der Fortpflanzungsphase können Männchen extrem aggressiv gegenüber Weibchen werden – engmaschige Beobachtung und ggf. Trennung sind Pflicht. Adulte Schnecken werden toleriert. Garnelen: Jungtiere gefährdet, adulte meist sicher. Zur Vergesellschaftung eignen sich größere, ruhige Cichliden wie Heros- oder Geophagus-Arten, große Characinen und Arowanas aus Südamerika. Aggressive und kleine Bodenbewohner sind ungeeignet.

Ernährung

Potamotrygon motoro ist ein Fleischfresser. Mindestens zweimal täglich füttern. Adulte: ganze Muscheln, Herzmuscheln, Garnelen, Tintenfisch, Stint, Regenwürmer. Jungtiere: rote Mückenlarven, Tubifex, Artemia, Mysis. Säugetierfleisch und Futterfische vermeiden. Futter direkt am Boden platzieren, Reste sofort entfernen.

Zucht

Potamotrygon motoro ist lebendgebärend (matrotrophe Viviparie). Die Embryonen werden über Histotrophe (Uterussekret) ernährt und voll entwickelt geboren. Wurfgröße 1–8 Jungtiere (bis 21 dokumentiert), Tragzeit 9–12 Wochen. Die Zucht gilt als mittelschwierig und erfordert großes Beckenvolumen, stabile Wasserparameter und ausgewogene Futterversorgung. Männchen können während der Balz extrem aggressiv werden – engmaschige Beobachtung und ggf. Trennung sind Pflicht.

Natürlicher Lebensraum

Potamotrygon motoro besiedelt in Südamerika ein breites Spektrum benthischer Biotope: Amazonas, Orinoco, Paraná, Paraguay und Uruguay. Typische Habitate sind Uferbereiche und flachere Zonen großer Flüsse mit weichem Substrat aus Schlamm oder Sand. Während saisonaler Überflutungen dringt die Art in überschwemmte Wälder vor.

Geschlechtsunterschiede

Männchen besitzen an den hinteren Bauchflossen paarige Klasper (röhrenförmige Kopulationsorgane), bereits bei Jungtieren sichtbar. Weibchen fehlen diese Klasper; ihr Körperbau ist breit und kraftvoll zur Austragung der Embryonen ausgelegt.

Gut zu wissen

  • Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: ein Paar braucht eine Spezialanlage ab 2.700 Litern
  • GIFTIGER SCHWANZSTACHEL – Stachel wird ca. alle 6 Monate abgeworfen, bleibt giftig
  • Matrotrophe Viviparie: lebendgebärend mit plazentarer Nährstoffversorgung über Histotrophe
  • Streng benthischer Lebensstil, oft halb eingegraben
  • Männchen können während der Paarungszeit Weibchen schwer verletzen
  • Scheibenbreite bis 90 cm (Wildfang), ca. 60 cm im Aquarium
  • Brasilianische Exemplare nicht legal exportierbar (IBAMA)

Galerie

Häufige Fragen

Kann man den Pfauenaugenstachelrochen im Aquarium halten?

Nur in einer Spezialanlage, nicht im normalen Wohnzimmeraquarium. Ein Paar braucht mindestens 2.700 Liter bei 360 cm Kantenlänge, und die Tiere können über 20 Jahre alt werden. Da die Art im Handel leicht erhältlich ist, sollte die Anlage vor dem Kauf stehen.

Welche Wasserwerte braucht der Pfauenaugenstachelrochen?

Potamotrygon motoro benötigt Temperaturen von 24–26 °C, einen pH-Wert von 6–7,5 und eine Gesamthärte von 1–12 °dGH.

Kann man den Pfauenaugenstachelrochen vergesellschaften?

Mit größeren, ruhigen südamerikanischen Cichliden, großen Salmlern und Arowanas. Kleine Fische und Bodenbewohner werden als Beute betrachtet.

Lässt sich der Pfauenaugenstachelrochen im Aquarium züchten?

Ja, die Art ist lebendgebärend. Wurfgröße 1–8 Jungtiere (bis 21 dokumentiert), Tragzeit 9–12 Wochen. Männchen können während der Balz extrem aggressiv werden.

Was frisst der Pfauenaugenstachelrochen?

Fleischfresser. Muscheln, Garnelen, Tintenfisch, Stint, Regenwürmer. Jungtiere: Blutwürmer, Tubifex, Artemia. Säugetierfleisch und Futterfische vermeiden. Mindestens zweimal täglich füttern.

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Fragen und Erfahrungen

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