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Zierfische, Familie Potamotrygonidae

Perlenrochen Potamotrygon jabuti

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Perlenrochen (Potamotrygon jabuti, im Handel als „Potamotrygon pearl“ geführt) ist ein bodenlebender Süßwasserrochen aus dem Einzugsgebiet des Rio Tapajós in Brasilien mit einer Scheibenbreite von bis zu 50 cm und einer Gesamtlänge bis 80 cm. Die Art wurde erst 2016 wissenschaftlich beschrieben. Die flache, ovale Körperscheibe ist leicht länger als breit mit abgerundeter Schnauze.

  • Schwierigkeit: Mittelschwer
  • Paarweise
  • Friedlich
  • bis 80 cmEndgröße

  • 10-15 JahreLebenserwartung

  • 25-28 °CTemperatur

  • 6-7,2pH-Wert

  • 3-10 °dGHGesamthärte

  • ab 2400 lAquariengröße

Beschreibung

Die Grundfärbung variiert von dunkelbraun bis grünbraun mit einem Muster aus goldgelben bis orangegelben Ocellen, die von netzartigen Linien umgeben sind und an Perlen erinnern. Auf dem Schwanz sitzen ein bis zwei giftige Stachel, die regelmäßig abgestoßen und erneuert werden. WICHTIG: Der Perlenrochen ist seit 2023 in CITES Appendix II gelistet. Für den Erwerb und die Haltung sind entsprechende Dokumente erforderlich.

Haltung und Pflege

Die Haltung des Perlenrochens ist ausschließlich erfahrenen Spezialisten mit entsprechender Infrastruktur vorbehalten. Das Becken muss eine Grundfläche von mindestens 320 x 100 cm bieten, ein Volumen von mindestens 2.400 Litern ist die absolute Untergrenze. Entscheidend ist die freie Bodenfläche, nicht die Beckenhöhe. Wasserwerte: 25-28 °C, pH 6-7,2, GH 3-10 °dGH. Der Bodengrund muss aus feinem, weichem Sand bestehen, da sich die Tiere regelmäßig eingraben. Scharfe Kanten, raue Dekoration und Kies sind strikt zu vermeiden. Eine überdimensionierte Filterung (mindestens das Dreifache des Beckenvolumens pro Stunde) und wöchentliche Wasserwechsel von 30-50 % sind nötig. Nitrat muss dauerhaft unter 20 mg/l bleiben. SICHERHEITSHINWEIS: Der giftige Schwanzstachel kann schwere Verletzungen verursachen. Beim Hantieren im Becken Handschuhe tragen und ruhig arbeiten. Im Notfall die Wunde sofort in möglichst heißes Wasser (etwa 45 °C, so heiß wie erträglich) tauchen, da das Gift thermolabil ist, und einen Arzt aufsuchen.

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Verhalten und Vergesellschaftung

überwiegend einzelgängerisch, ruhig, opportunistisch räuberisch, durchsetzungsstark gegenüber anderen Rochen. Einzeln oder paarweise in sehr großen Becken. Verträglichkeit mit Wirbellosen: frisst Wirbellose. Die Vergesellschaftung ist nur in sehr großen Becken mit robusten, ausreichend großen Beifischen sinnvoll. Perlenrochen sind durchsetzungsstarke Tiere, die selbst deutlich größere Rochen anderer Arten dominieren können. Kleine Fische, Jungfische und sämtliche Wirbellose werden als Beute betrachtet und gefressen. Geeignete Beifische sind große südamerikanische Welse wie Pseudoplatystoma oder Sorubimichthys, die schnell genug sind, um dem Rochen auszuweichen, und nicht ins Maul passen. Die Vergesellschaftung muss individuell an Beckengröße und Verhalten der Tiere angepasst werden.

Ernährung

Der Perlenrochen ist ein strikter Karnivor. Im Aquarium eignen sich Muschelfleisch, Garnelen, Stinte, Regenwürmer und Insektenlarven. Trockenfutter wird in der Regel verweigert. Jungtiere müssen mehrmals täglich in kleinen Portionen gefüttert werden, adulte Tiere alle zwei bis drei Tage. Eine abwechslungsreiche, proteinreiche Fütterung beugt Mangelerscheinungen vor.

Zucht

Potamotrygon jabuti ist lebendgebärend (matrotrophe Viviparie). Die Tragzeit beträgt etwa vier Monate. Ein Wurf umfasst typischerweise 1-4 Jungtiere, meist zwei. Die Neugeborenen haben eine Scheibenbreite von etwa 10 cm und sind sofort selbstständig. Zuchtwasser: pH 6-7, GH 3-8 °dGH, Temperatur 27-29 °C. Großzügige Wasserwechsel mit leicht kühlerem, weichem Wasser können als Auslöser für die Paarung dienen und simulieren den Beginn der Regenzeit. Die Zucht gelingt nur in sehr großen, gut gepflegten Becken bei optimaler Fütterung und niedrigem Stresslevel. In europäischen Aquarien wurden bereits Nachzuchten erzielt.

Zuchtwasser: 27 bis 29 °C, pH 6 bis 7, bis 3 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Der Perlenrochen ist endemisch im Einzugsgebiet des Rio Tapajós und des Rio Teles Pires in Brasilien. Er besiedelt flache Uferzonen und Flussmündungen mit sandigem oder schlammigem Substrat in einer Tiefe von 0-4 Metern. Während der Regenzeit nutzt er überflutete Uferbereiche. Das Wasser im natürlichen Habitat ist weich, leicht sauer und nährstoffarm mit niedriger Leitfähigkeit (unter 75 uS/cm). Die Art wurde erst 2016 wissenschaftlich beschrieben und ist nach dem portugiesischen Wort „jabuti“ (Schildkröte) benannt, da das Rückenmuster erwachsener Tiere an einen Schildkrötenpanzer erinnert.

Geschlechtsunterschiede

Männchen tragen deutlich sichtbare Klaspern (Pterygopodien) an der Basis der Bauchflossen als Begattungsorgane. Weibchen werden tendenziell größer und massiger, besonders während der Trächtigkeit. Die Geschlechtsbestimmung ist ab einer Scheibenbreite von etwa 20 cm sicher möglich.

Gut zu wissen

  • Erst 2016 wissenschaftlich beschrieben (Potamotrygon jabuti), seit 2023 in CITES Appendix II gelistet
  • Lebendgebärend (matrotrophe Viviparie) mit ca. 4 Monaten Tragzeit und 1-4 Jungtieren pro Wurf
  • Giftige Schwanzstachel, die regelmäßig abgestoßen und erneuert werden
  • Endemisch im Einzugsgebiet des Rio Tapajós, Brasilien, bis 50 cm Scheibenbreite
  • Strikter Karnivor, Trockenfutter wird in der Regel verweigert

Häufige Fragen

Wie groß wird Perlenrochen?

Potamotrygon jabuti erreicht bis 50 cm Scheibenbreite, bis 80 cm Gesamtlänge.

Welche Wasserwerte braucht Perlenrochen?

Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 25-28 °C, pH 6-7.2, GH 3-10 °dGH.

Kann man Perlenrochen vergesellschaften?

Die Vergesellschaftung ist nur in sehr großen Becken mit robusten, ausreichend großen Beifischen sinnvoll. Perlenrochen sind durchsetzungsstarke Tiere, die selbst deutlich größere Rochen anderer Arten dominieren können.

Wie groß muss das Aquarium für Perlenrochen sein?

Empfohlen wird ein Becken mit mindestens 320 cm Kantenlänge und 2.400 Liter.

Kann man Perlenrochen im Aquarium züchten?

Potamotrygon jabuti ist lebendgebärend (matrotrophe Viviparie). Die Tragzeit beträgt etwa vier Monate.

Was frisst Perlenrochen?

Der Perlenrochen ist ein strikter Karnivor, der in der Natur Insektenlarven, Krebstiere und kleine Fische erbeutet. Im Aquarium eignen sich Muschelfleisch, Garnelen, Stinte, Regenwürmer und Insektenlarven.

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