Pseudacanthicus sp. (L273)
Beschreibung
Der Titanic-Kaktuswels (L273) ist ein massiv gebauter, stark gepanzerter Harnischwels mit einer Größe von bis zu 30 cm (SL), etwa 35-40 cm Gesamtlänge. Die Grundfärbung variiert von schwarz bis dunkelbraun mit orangen bis rötlichen Flossensäumen und gelegentlich hellen Punkten oder Marmorierung.
Die Gattung Pseudacanthicus wird wegen der ausgeprägten Bestachelung auch als Kaktuswelse bezeichnet. Die dichten Odontoden lassen Kopf, Flanken und Flossenwurzeln stachelig erscheinen. Im Aquarium ist er dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber meist in Spalten und Höhlen verborgen.
Besonderheiten
- Kupferempfindlich wie alle Loricariidae
- Hoch territorial, starke Revierkämpfe zwischen Männchen
- Ausgeprägter Karnivor, raspelt kein Holz und frisst keine Algen
- Dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber in Höhlen verborgen
- Braucht starke Filterung (4-5-faches Beckenvolumen/Stunde)
- Trotz Stacheln können schnelle Fische ihn bedrängen
Vergesellschaftungshinweise
Der Titanic-Kaktuswels ist hoch territorial und aggressiv gegenüber Artgenossen. Einzelhaltung oder Paarhaltung ist die Regel. Die Art sollte nur mit großen, robusten Freiwasserfischen aus dem gleichen Biotop vergesellschaftet werden.
Trotz Panzerung und Stacheln kann der Wels von schnellen Fischen ähnlicher Größe bedrängt werden. Kleinere bodenbewohnende Arten, besonders Corydoras oder andere Harnischwelse, sind gefährdet und ungeeignet. Wirbellose werden als Beute gefressen.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln einen breiteren, massiveren Kopf und deutlich dichtere, längere Odontoden an Brustflossen (Interoperkular-Odontoden) und Körperseiten. Die Brustflossenstacheln sind beim Männchen dicker ausgeprägt. Weibchen haben einen spitzeren Kopf und sind im Bauchbereich fülliger. Geschlechtsunterschiede werden ab etwa 15 cm Körperlänge erkennbar.
Haltungstipps / Pflege
Der Titanic-Kaktuswels benötigt ein großes, strukturiertes Aquarium ab 180 cm Kantenlänge und mindestens 650 Litern. Wasserwerte: 26-30 °C, pH 6-7,5, GH 2-15 °dGH.
Die Filterleistung sollte mindestens das Vier- bis Fünffache des Beckenvolumens pro Stunde umwälzen. Geeignete Einrichtung: Sand- oder Kiessubstrat, stabile Felsblöcke oder Lavasteine und zahlreiche Höhlen, ergänzt durch robustes Totholz. Regelmäßige, großzügige Wasserwechsel (mindestens 30 % wöchentlich) sind besonders wichtig, da proteinreiche Fütterung die Wasserbelastung erhöht.
Wie alle Loricariidae reagiert diese Art empfindlich auf kupferhaltige Medikamente.
Zucht und Fortpflanzung
Der Titanic-Kaktuswels ist ein Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege. Die Zucht im Aquarium ist anspruchsvoll, aber dokumentiert. Zuchtwasser: pH 5,5-6,5, GH bis 5 °dGH, 28-30 °C.
Als Auslöser dient die Simulation der Regenzeit durch große, kühlere Wasserwechsel (Temperatursturz um 2-3 °C), Erhöhung der Strömung und reichhaltige Fütterung über Wochen. Das Männchen bezieht eine Höhle und lockt das Weibchen hinein. Die Eier werden an der Höhlendecke abgelegt und vom Männchen bewacht. Die Larven schlüpfen nach 6-7 Tagen. Die Aufzucht ist ab ca. 3 cm kritisch, da Platzmangel zu hohen Verlusten führen kann.
Ernährung/Futterbedarf
Der Titanic-Kaktuswels ist ein ausgeprägter Fleischfresser. Im Aquarium eignen sich Muschelfleisch, gefrorene Garnelen, Mysis, Krill sowie fleischbasierte Sinking-Pellets und Welstabletten. In der Natur ernährt er sich von Schnecken, Krebstieren und Insektenlarven. Pflanzliche Beigaben werden gelegentlich angenommen. Anders als viele andere Harnischwelse raspelt diese Art kein Holz und frisst keine Algen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Der Titanic-Kaktuswels stammt aus schnell fließenden, sauerstoffreichen Flussabschnitten des Rio Tapajós im brasilianischen Bundesstaat Pará. Er bevorzugt felsige Uferzonen, Geröllfelder und Spalten zwischen größeren Steinen in Bereichen mit starker Strömung. Sein abgeflachter Körperbau und das kräftige Saugmaul sind an diese Habitate angepasst.