Pseudomugil ivantsoffi
Beschreibung
Pseudomugil ivantsoffi, das Rotflossen-Blauauge, wird bis zu 2,8 cm SL groß und ist ein sehr kleiner Schwarmfisch aus der Familie Pseudomugilidae. Männchen zeigen intensiv rote Anal- und Rückenflossen mit bläulichen Körpernuancen und verlängerten Flossen. Weibchen sind weniger farbig und kompakter gebaut.
Im Aquarium verhalten sich Rotflossen-Blauaugen aktiv und tagaktiv. Sie nutzen alle Wasserschichten, bevorzugen aber die mittleren bis oberen Bereiche nahe Pflanzen und schwimmender Vegetation. Männchen intensivieren ihre Färbung während der Balz und zeigen typische Schaukelbewegungen. Als Freilaicher ohne Brutpflege werden Eier und Jungfische von adulten Tieren gefressen.
Die Art gilt laut IUCN als gefährdet (Endangered, EN) aufgrund ihres sehr eingeschränkten natürlichen Verbreitungsgebiets in West-Papua. Nachzucht im Aquarium ist daher besonders wünschenswert.
Besonderheiten
- Sehr kleine Regenbogenfisch-Art (2,8 cm SL) mit intensiv roten Flossen bei Männchen
- Freilaicher: Eierstreuer, keine Brutpflege
- Männchen mit verlängerten Flossen und komplexem Balzverhalten
- Tagaktiv, bevorzugt Schwarmhaltung mit 10-20 Tieren
- IUCN-Status: Endangered (EN), Nachzucht wünschenswert
- Jungfische wachsen langsam, besondere Fürsorge bei der Fütterung nötig
Vergesellschaftungshinweise
Pseudomugil ivantsoffi ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden, idealerweise 10 bis 20 Tiere. Das Temperament ist friedlich, Männchen zeigen während der Balz Imponierverhalten, das auf optische Signale beschränkt bleibt.
Schnecken werden toleriert. Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen werden meist toleriert.
Geeignete Beifische: Friedliche, kleine Schwarmfische aus derselben Bioregion (Australasien/Neuguinea). Andere Pseudomugil-Arten und kleine Regenbogenfische. Keine großen, territorialen oder räuberischen Arten. Afrikanische Buntbarsche sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Bei Pseudomugil ivantsoffi ist ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus ausgeprägt. Männchen sind farbenprächtiger, schlanker und besitzen verlängerte, intensiv rot gefärbte Flossen. Weibchen sind weniger farbig, oft etwas größer im Rumpf und haben kürzere Flossen. Weibchen werden leicht bauchiger, wenn sie Eier tragen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 22-27 °C, pH 6,5-8,0, GH 5-14 dGH.
Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter).
Einrichtung: Feingegliederter Pflanzenbestand mit feinblättrigen Pflanzen und dichterer Bepflanzung an Rückwand und Seiten. Schwimmpflanzen als Tagesverstecke und Substrat für Mikroorganismen. Feiner Kies oder Sand. Viele Verstecke durch Pflanzen, Wurzelholz und flache Steine.
Strömung: Ruhig bis moderat. Schwammfilter oder feiner Außenfilter mit sanfter Ausströmung.
Pseudomugil ivantsoffi ist eine robuste Kleinart für bepflanzte Artenbecken oder ruhige Gesellschaftsbecken. Als IUCN-gefährdete Art ist Nachzucht besonders wertvoll.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher (Eierstreuer). Die Zucht ist gut dokumentiert und als mittel einzustufen.
Weibchen legen über mehrere Tage verteilt einzelne Eier an feinblättrigen Pflanzen oder Nylon-Mops ab. Keine Brutpflege; adulte Tiere fressen Eier und Jungfische. Inkubationszeit ca. 1-2 Wochen. Jungfische wachsen langsam und benötigen sehr feines Futter: Infusorien, Mikrowürmer, später frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.
Bewährt: Verpaarung 1 Männchen zu 2-3 Weibchen oder Koloniebecken mit 10-20 Tieren. Eier regelmäßig entfernen.
Ernährung/Futterbedarf
Pseudomugil ivantsoffi ist ein Allesfresser mit Neigung zu tierischer Kost. Aufgrund des kleinen Mauls sind kleine Futterpartikel wichtig. Im Aquarium: Artemia-Nauplien, Cyclops, Mückenlarven, feine Wasserflöhe als Lebend- oder Frostfutter. Ergänzend Trockenfutterflocken oder Mikrogranulate sowie Spirulina-Tabletten. Für Jungfische: Infusorien, Mikrowürmer und feines Aufzuchtfutter.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pseudomugil ivantsoffi stammt aus West-Papua, Indonesien (Provinz Papua), und ist in der Region Timika-Tembagapura beheimatet. Der Typfundort liegt an einem Nebenfluss des Kopi-Flusses nahe Tembagapura. Die Art besiedelt dicht beschattete Regenwaldbäche mit langsamer bis mäßiger Strömung, feinem Sand oder detritusreichem Substrat und dichtem Pflanzenbewuchs. Feldmessungen ergaben Temperaturen von 24-28 °C und pH 6,7-7,8.