Pseudomugil signifer GAP CREEK Regenbogenfisch

Deutscher Name: Regenbogenfisch

Foto: Aquarium Glaser - Frank Schäfer
Herkunft:
Australien, Ozeanien
Farben:
blau, gelb, grün
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Pseudomugil signifer
Gattung: Pseudomugil
Familie: Pseudomugilidae

Beschreibung

Pseudomugil signifer ist ein filigran gebauter, schlanker Schwarmfisch mit zarten Flossen, die bei ausgewachsenen Tieren oft verlängert und auffällig werden. Männchen zeigen eine deutlich stärkere Zeichnung und intensivierte Färbung gegenüber den unauffälligeren Weibchen; die unpaaren Flossen der Männchen wachsen mit der Reife deutlich aus und verleihen den Fischen ein graziles, fast schmetterlingsartiges Erscheinungsbild. Die dokumentierte Maximalgröße beträgt bis 7 cm SL (Standardlänge), wobei die im Aquarium typisch gehaltene Südform deutlich kleiner bleibt – häufig bei etwa 3,5 cm SL. Nördliche Populationen aus Queensland sind deutlich größer als südliche Populationen aus New South Wales; im Handel sind meist kleinere Südformen erhältlich. Im Aquarium bewegen sich Pseudomugil signifer in der oberen bis mittleren Wassersäule, bilden aber bei Ruhephasen häufig Gruppen nahe der Pflanzenränder und suchen gerne Bereiche mit dichter Bepflanzung oder feinem Unterschlupf auf. Das Verhalten ist insgesamt ruhig bis aktiv-schwarmbildend; in gut eingerichteten Gefäßen zeigen die Tiere reges Schwarmverhalten, erkunden das Becken in kleinen Gruppen und wirken dabei äußerst lebhaft. Charakteristisch ist ein sensibles Reaktionsmuster auf Reize: Bei Aufregung ziehen sich die Fische kurz zusammen und können hektischer schwimmen, beruhigen sich aber relativ schnell wieder, wenn keine Aggression besteht. Besonderheiten der Art sind die auffällig verlängerten Flossen bei Männchen und die Neigung, Eier an Pflanzen oder anderem Substrat zu befestigen. Pseudomugil signifer zeigt kein elterliches Brutverhalten, was sich in der Haltung und Zucht deutlich bemerkbar macht; Eier sind klebrig und bleiben an Vegetation haften, so dass geeignete Einrichtung und Schutz des Laichs für Jungfischüberleben wichtig sind.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Männchen deutlich farbiger und großflossiger als Weibchen
  • Eierstreuer: Eier haften an Pflanzen/Substrat durch klebrige Fäden; Inkubation 10–21 Tage je nach Temperatur
  • Keine Brutpflege; Elterntiere fressen gelegentlich Eier und Jungfische
  • Sprungverhalten gering ausgeprägt (Jumping Risk: low), dennoch bruchsichere Abdeckung empfohlen
  • Verträgt Schnecken weitgehend; Junggarnelen können gefährdet sein
  • Bildet lebhafte Schwärme, daher Mindestgruppe von 8–10 Tieren empfehlenswert
  • Euryhalin: toleriert leicht brackiges Wasser; in Natur in Mangrovengewässern vorkommend

Vergesellschaftungshinweise

Pseudomugil signifer ist ein typischer Schwarmfisch – die Haltung in Gruppen ist artgerecht und reduziert Stress sowie territoriales Verhalten. Als Mindestgruppe werden 8–10 Tiere empfohlen; größere Gruppen zeigen das natürliche Schwarmverhalten intensiver und bieten den Tieren mehr Sicherheit. Innerhalb der Gruppe bilden sich keine festen Reviere wie bei einigen Buntbarschen, dennoch können einzelne Männchen – insbesondere nordaustralische Großformen – in der Balzphase kurzzeitig gegenüber Rivalen dominant auftreten. Das Temperament ist überwiegend friedlich. Es gibt keine ausgeprägte Aggression gegenüber gleichgroßen oder kleineren Friedfischen; während der Laichzeit können Männchen jedoch aufgeregter und kurzzeitig aggressiver gegenüber Weibchen und Rivalen werden. Dokumentierte Beobachtungen weisen nicht auf Brutpflege hin; Brutzeit-Verhalten besteht eher in Balz und Gelegeablegung ohne anschließende Fürsorge. Hinsichtlich Wirbellosen zeigt die Art folgende Verträglichkeit: Schnecken werden weitgehend toleriert und bleiben in der Regel ungestört; Junggarnelen können gefährdet sein, adulte Garnelen werden meist toleriert. Pseudomugil signifer eignet sich gut zur Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Schwarmfischen aus derselben Bioregion (Australien/Ozeanien) sowie mit anderen Pseudomugil-Arten und sanften Regenbogenfischen (Melanotaeniidae). Vermeiden sollte man große, aggressive oder räuberische Fische, da diese durch ihre Größe und Territorialität Stress und Verluste verursachen können. Schnecken sind als Mitbesatz in der Regel unproblematisch; bei Garnelen empfiehlt sich Zurückhaltung, da sehr kleine Garnelen in gemischten Becken gefährdet sein können. Insgesamt sind ruhige, ähnlich temperierte und größenverträgliche Arten die besten Mitbewohner.

Geschlechtsdimorphismus

Bei Pseudomugil signifer ist der Geschlechtsdimorphismus deutlich ausgeprägt. Männchen sind farblich intensiver und tragen oftmals ein stärker ausgeprägtes Muster, das sie von den blasseren Weibchen unterscheidet. Zudem erreichen Männchen in der Regel die größere Körpergröße; die dokumentierte Maximalgröße liegt bei bis zu 7 cm SL, wobei Männchen tendenziell näher an dieser Obergrenze liegen als Weibchen – und dies gilt insbesondere für nördliche Populationen. Die unpaaren Flossen der Männchen – insbesondere Rücken- und Afterflosse – werden mit zunehmendem Alter länger und verleihen den Fischen eine auffällige Silhouette; bei einigen Nordpopulationen können die Flossenspitzen fadenförmig ausgezogen sein (im Aquarium oft nicht voll ausgeprägt).
Größe: ca. 7 cm

Haltungstipps / Pflege

Temperatur: 20–26 °C pH: 6.5–7.5 GH: 11–15 °dGH Für eine artgerechte Haltung wird eine Beckenkante von 60 cm empfohlen; das empfohlene Mindestvolumen liegt bei etwa 54 Litern für Südformen, wobei bei nördlichen Großformen entsprechend größere Behälter sinnvoll sind. Das Becken sollte ausreichend Platz bieten, um dem natürlichen Schwarmverhalten Rechnung zu tragen, mit offener Schwimmfläche in der Mitte und dichter Bepflanzung am Rand als Rückzugs- und Laichzone. Als Substrat eignen sich feine Kies- bis Sandböden in Kombination mit reichlich Pflanzenmaterial, schwimmenden Pflanzen und feingliedrigen Strukturen, die dem Laich Halt bieten. Die Filterung sollte eine ruhige bis mäßige Strömung erzeugen; Pseudomugil signifer bevorzugt keine sehr starke Strömung, reagiert jedoch positiv auf sauberes, gut gefiltertes Wasser mit regelmäßigen Teilwasserwechseln. Eine gut schließende Abdeckung ist sinnvoll, da Sprungverhalten zwar nur gering ausgeprägt ist, aber gelegentliches Springen nicht völlig ausgeschlossen werden kann. Sauerstoffversorgung ist in normal gefüllten, gut bepflanzten Aquarien meist ausreichend.
Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
6,5-7,5
Temperatur:
20–26 °C
Beckengröße:
ab 60 cm Kantenlänge (mind. 54 L für Südformen)

Zucht und Fortpflanzung

Status: gut dokumentiert Fortpflanzungstyp: Eierlegend (Eierstreuer) Zuchtschwierigkeit: Mittel Pseudomugil signifer ist ein typischer Eierstreuer ohne elterliche Brutpflege. Laich wird an Pflanzen oder anderem Substrat befestigt; die Eier sind mit klebrigen Fäden versehen, welche ein Festkleben an Vegetation ermöglichen. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur 10–21 Tage. In Aquarien fressen die Tiere häufig ihre eigenen Eier und Larven, weshalb in gut dekorierten Becken mit ausreichendem Schutz einige Jungfische überleben können. Das Ablaichen tritt eher bei Temperaturen im wärmeren Bereich des empfohlenen Haltungsbereichs auf, wobei Weibchen über mehrere Tage hinweg täglich einige wenige Eier absetzen können; einzelne Männchen paaren sich dabei mit mehreren Weibchen. Frisch geschlüpfte Jungfische nehmen Artemia-Nauplien sofort an. Für die Zuchtpraxis sind naturnahe Verhältnisse mit reichlich feinfiedriger Pflanzenbepflanzung oder speziellen Laichmatten vorteilhaft, da die Eier daran haften. Die Schwierigkeit der Zucht wird als mittel eingestuft: erfolgreiche Zuchtberichte existieren, erfordern jedoch Erfahrung mit Laichschutz und geeigneter Jungfischaufzucht.

Ernährung/Futterbedarf

Pseudomugil signifer ernährt sich in der Natur von schwebenden Kleinstorganismen: Zooplankton, Phytoplankton und kleinen Wirbellosen. Im Aquarium werden lebende und gefrorene Kleinorganismen wie Artemia-Nauplien, Daphnia, Moina und Mückenlarven sehr gut angenommen und fördern Kondition und Färbung. Ergänzend sind hochwertige Flocken- und Granulatfuttermittel geeignet, sofern sie in kleine Portionen angeboten werden, die von den zierlichen Mäulern problemlos aufgenommen werden können. Für eine ausgewogene Ernährung empfiehlt sich abwechslungsreiches Futterangebot: regelmäßige Zugaben von lebenden oder gefrorenen Kleinst-Organismen kombiniert mit gelegentlichem Trockenfutter. Bei Jungtieren ist besonders auf leicht aufnehmbare Nahrung zu achten; gut angepasste Infusorien- oder Nauplienkultur kann die Überlebensrate verbessern.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
3–6 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Pseudomugil signifer ist endemisch in Ostaustrallen (Queensland bis New South Wales) und gehört der Bioregion Australien/Ozeanien an. In der Natur findet man die Art in küstennahen Mangrovenbächen, Sümpfen und Salzmarschen sowie in Süßwassersystemen. Die Art ist bemerkenswert euryhalin und toleriert sowohl Süß- als auch leicht brackiges Wasser. Die Habitate zeichnen sich oft durch feingliedrige Vegetation, Pflanzenränder und Strukturelemente aus, die als Deckung und Laichplätze dienen. Die Strömungsverhältnisse in den natürlichen Habitaten können von ruhig bis moderat variieren; Pseudomugil signifer nutzt sowohl offene Wasserflächen als auch fein strukturierte Flachwasserzonen. Wilde Wasserwerte (Temperatur 15–28 °C, pH 5.5–7.8) können stark variieren und weichen von den empfohlenen Aquariumwerten ab – für die Haltung gelten die engeren Aquariumwerte.

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