Scardinius erythrophthalmus
Beschreibung
Die Goldrotfeder (Scardinius erythrophthalmus) ist ein großer europäischer Karpfenfisch (Cyprinidae) mit einer Standardlänge von bis zu 61 cm. Der Körper ist hochrückig und seitlich abgeflacht. Die Grundfärbung ist silbrig bis gold-oliv, die Brust-, Bauch- und Afterflossen leuchten intensiv orangerot bis blutrot. Die gelblich-goldene Iris ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu ähnlichen Arten.
Im Aquarium oder Gartenteich zeigt die Art ein aktives, schwimmlustiges Verhalten in den mittleren und oberen Wasserschichten. Lebhafter Schwarmfisch mit ausgeprägtem Such- und Weideverhalten.
HINWEIS: Für Heimaquarien aufgrund der Endgröße und des Platzbedarfs (ab 400 cm Kantenlänge) nicht geeignet. Die Art eignet sich ausschließlich für sehr große Gartenteiche oder öffentliche Schauaquarien. Kaltwasserart mit saisonalem Verhalten (Winterruhe in Bodennähe).
Besonderheiten
- Gelblich-goldene Iris als Unterscheidungsmerkmal
- Leuchtend rote bis blutrote Flossen (Brust-, Bauch-, Afterflosse)
- Angepasst an pflanzenreiche Flachwasserzonen
- Kaltwasserart mit Winterruhe in Bodennähe
- Allesfresser mit stark herbivoer Tendenz
- Für Heimaquarien nicht geeignet – nur Gartenteich oder Großanlage
Vergesellschaftungshinweise
Scardinius erythrophthalmus ist ein Schwarmfisch, der in Gruppen ab 8–10 Tieren gehalten wird. Friedlich, aber keineswegs träge, sondern aufmerksam und dauerhaft in Bewegung. Zur Brutzeit treiben Männchen die Weibchen lebhaft in dichte Pflanzenbestände.
Garnelen: Ungeeignet, Zwerggarnelen sind Beute. Schnecken: Kleine Schnecken gefährdet, adulte meist toleriert.
Zur Vergesellschaftung eignen sich große, friedliche europäische Friedfische aus ähnlichen Gewässertypen. Sehr kleine Fische und empfindliche Wirbellose sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen fülliger gebaut und meist größer, besonders im Bauchbereich rundlicher. Männchen schlanker und etwas kleiner. Zur Laichzeit entwickeln Männchen einen feinen Laichausschlag auf Kopf und Schuppen.
Haltungstipps / Pflege
Scardinius erythrophthalmus benötigt ein Becken ab 400 cm Kantenlänge (über 2.400 Liter) oder einen großen Gartenteich mit Temperaturen von 4–22 °C, einem pH-Wert von 7,0–7,5 und einer Gesamthärte von 10–15 °dGH. Die Art verträgt saisonal kühlere Temperaturen und profitiert von einer Winterabsenkung.
Dichte Pflanzung in Teilbereichen mit freien Schwimmstrecken. Sandiger bis feiner Bodengrund. Robuste Wasserpflanzen. Ruhige bis mäßige Strömung.
Leistungsfähige Filterung. Gute Sauerstoffversorgung. Regelmäßige Wasserwechsel.
Zucht und Fortpflanzung
Scardinius erythrophthalmus ist ein Haftlaicher. Die Zucht gilt als schwer. Auslöser ist eine kalte Überwinterungsphase unter 10 °C. Im Frühjahr bei 16–18 °C und zunehmender Tageslänge beginnt das Ablaichen in dichten Pflanzenbeständen. Gelege: 100.000–200.000 Eier. Inkubation: 3–10 Tage (temperaturabhängig). Geschlechtsreife nach ca. 12 Monaten.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser mit stark herbivorer Tendenz. Weiche Wasserpflanzen, Algen, Wasserlinsen, Anflugnahrung. Ergänzend: Mückenlarven, Krebstierchen. Im Aquarium: Spirulina-Flocken, Teichsticks mit hohem Pflanzenanteil, pflanzliches Futter als Basis, tierische Kost als Ergänzung.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Scardinius erythrophthalmus ist in Europa und Zentralasien verbreitet, nördlich der Pyrenäen und Alpen bis zum Ural. Die Art besiedelt nährstoffreiche, stark verkrautete Flachwasserzonen mit dichter Unterwasser- und Ufervegetation. Schlammige, sandige Böden in still bis langsam fließenden Gewässern.