Trichogaster chuna var.
Beschreibung
Der Honiggurami ist ein kompakter, farbenprächtiger Labyrinthfisch mit ovaler Silhouette. Die Bezeichnung „var.“ weist auf eine Zuchtform hin, die sich farblich von der Wildform unterscheidet (z.B. Gold, Rot, Sunset). Männchen zeigen während der Balz intensive honiggelbe bis orange Farbtöne mit dunkelblau-schwarzen Partien an Kehle und Bauch, während Weibchen unauffälliger ocker- bis graubraun mit einem dunklen Längsstreifen gefärbt sind. Im Aquarium zeigt er ruhiges, zurückhaltendes Schwimmverhalten in mittleren bis oberen Wasserschichten und nutzt dichte Pflanzen als Rückzug. Als Labyrinthfisch besitzt er ein zusätzliches Atmungsorgan, das ihm erlaubt, atmosphärische Luft an der Wasseroberfläche aufzunehmen.
Besonderheiten
- Labyrinthfisch mit zusätzlichem Atmungsorgan zur Aufnahme atmosphärischer Luft
- Zuchtform (var.) mit Farbvarianten wie Gold, Rot und Sunset, abweichend von der Wildform
- Schaumnestbauer, Männchen baut Nest an der Oberfläche unter Schwimmpflanzen
- Stammt aus Nordostindien und Bangladesch, bewohnt flache Auen und überschwemmte Felder
- Kann Hydra im Aquarium dezimieren, verträglich mit Schnecken und adulten Zwerggarnelen
Vergesellschaftungshinweise
gesellig, ruhig, zurückhaltend. Haltung: Gruppe (4-6 Tiere, Weibchen in Überzahl). Verträglichkeit mit Wirbellosen: Schnecken, Garnelen. Der Honiggurami lässt sich gut mit ruhigen, nicht-aggressiven Arten vergesellschaften. Geeignete Partner sind kleine Schwarmfische wie Boraras spp., kleine Rasboras oder friedliche Welse wie Corydoras spp. Schnecken und adulte Zwerggarnelen werden in der Regel toleriert, Junggarnelen können jedoch gelegentlich gefressen werden. Dominante Oberflächenkonkurrenten und hektische Arten wie Sumatrabarben sollten vermieden werden. Ausreichend Verstecke und Pflanzen sorgen für ein stressfreies Zusammenleben.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind farbenprächtiger und zeigen intensivere Gelb- bis Orangetöne, besonders während der Balz entwickeln sie eine leuchtend orange Körperfärbung mit dunkelblau-schwarzer Unterseite und Kehle. Die Rückenflosse der Männchen läuft spitzer zu. Weibchen sind unauffälliger gefärbt, meist ocker bis graubraun mit einem durchgehenden dunklen Längsstreifen, und wirken oft etwas fülliger und größer als die Männchen.
Haltungstipps / Pflege
Für die Pflege benötigt der Honiggurami ruhiges Wasser, dichte Schwimmpflanzen und freien Zugang zur Wasseroberfläche. Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0-7,5 und die Gesamthärte bei 4-15 °dGH. Das Becken sollte eine dichte Schwimmpflanzendecke, viele Verstecke und freie Schwimmzonen bieten. Starke Strömung ist zu vermeiden. Die Filterung sollte biologisch wirksam, aber sanft sein. Da Labyrinthfische regelmäßig Luft an der Oberfläche aufnehmen, muss das Becken gut abgedeckt sein, damit die Luft über der Wasseroberfläche warm und feucht bleibt. Ein weicher, dunkler Bodengrund und gedämpftes Licht unterstützen Wohlbefinden und natürliche Verhaltensweisen. In kühleren Monaten kann eine kurzfristige Absenkung auf 22 °C natürliches Verhalten und Laichbereitschaft fördern.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht gelingt als Schaumnestbauer und gilt als mittelschwer. Für die Zucht sollte der Wasserstand auf 15-20 cm abgesenkt und die Temperatur auf 26-28 °C erhöht werden, bei einem pH von 6,0-7,0 und einer GH bis 10 °dGH. Eine dichte Schwimmpflanzendecke und die Strömung komplett abstellen sind wichtig. Reichliche Konditionierung mit Lebendfutter fördert die Laichbereitschaft. Das Männchen baut ein relativ kleines Schaumnest an der Oberfläche, oft unter Schwimmpflanzen. Nach der typischen Umklammerung werden die Eier ins Nest aufgenommen und vom Männchen bewacht. Die Eier schlüpfen nach 24-36 Stunden, die Larven schwimmen nach weiteren 24-48 Stunden frei. Erstfutter: Infusorien, später Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Der Honiggurami ist Omnivor und nimmt ein breites Futterspektrum an. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit hochwertigem Flocken- und Granulatfutter sowie regelmäßigem Lebend- oder Frostfutter (Artemia-Nauplien, Mückenlarven, Daphnien, Fruchtfliegen) fördert Farbpracht und Vitalität. Gelegentliche pflanzliche Kost ergänzt die Ernährung. Honigguramis können auch Hydra im Aquarium dezimieren.
Natürlicher Lebensraum
Der Honiggurami bewohnt flache, stark bewachsene Auen, Nebenarme, Tümpel, Gräben und überschwemmte Felder in Nordostindien (Assam, Meghalaya, Manipur) und Bangladesch, im Einzugsgebiet von Ganges und Brahmaputra. Diese Habitate sind ruhig, dicht bepflanzt und saisonal durch Monsunüberschwemmungen geprägt. Das Wasser ist tendenziell weich bis mittelhart mit geringer Strömung.