Desmopuntius rhomboocellatus

Deutscher Name: Rhombenbarbe

Bild: Enrico Richter
Herkunft:
Südostasien, Thailand
Farben:
rot, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Systomus rhomboocellatus
Gattung: Systomus
Familie: Cyprinidae

Beschreibung

Die Rhombenbarbe oder Rautenaugenbarbe, wissenschaftlich Desmopuntius rhomboocellatus (Koumans, 1940, historisch auch als Puntius rhomboocellatus bzw. Desmopuntius rhomboocellatus geführt), ist ein farbenprächtiger Schwarmfisch aus der Familie Cyprinidae. Nach der Revision der südostasiatischen Barben durch Kottelat (2013) wurde die Art in die Gattung Desmopuntius überführt. Die Art erreicht eine Standardlänge von etwa 5,5 cm (bis 8,8 cm Gesamtlänge) und ist damit eine typische Vertreterin der Desmopuntius-Arten. Der Körper ist kompakt, seitlich leicht abgeflacht und zeigt eine goldgelbe bis bräunlich-orange Grundfärbung mit charakteristischen dunklen, rhombusförmigen Flecken entlang der Körpermitte – diese rautenförmigen Augenflecken haben der Art ihren Namen gegeben. Meist sind vier bis fünf solcher Rauten sichtbar, der erste hinter dem Kiemendeckel, der letzte auf dem Schwanzstiel. Die Rhombenbarbe ist ein Schwarzwasserspezialist und zeigt ihre schönste Färbung in weichem, sauren, tanninreichen Wasser. In zu hartem oder alkalischem Wasser verblassen die Farben und die Tiere werden anfällig für Krankheiten. Im Handel ist die Art eher selten und gilt als Liebhaberfisch für gut gepflegte Südostasien-Biotopaquarien.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

Desmopuntius rhomboocellatus besticht durch markante, rhombusförmige Flecken und schimmernde Seitenmuster. Die Rhombenbarbe zeigt intensives Schwarmverhalten, ist robust und friedlich. Ihr aktiver Lebensstil und dynamisches Erscheinungsbild verleihen jedem Aquarium besonderen Charme.

Vergesellschaftungshinweise

Desmopuntius rhomboocellatus ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und sollte zwingend in einer Gruppe von mindestens 10 bis 12 Tieren gehalten werden. In kleineren Gruppen werden die Tiere scheu, verlieren an Farbe und zeigen kein natürliches Schwarmverhalten. Das Temperament ist friedlich und ruhig. Innerartlich treten leichte Imponiergesten zwischen den Männchen auf, ernsthafte Aggressionen kommen nicht vor. Die Art schwimmt bevorzugt im mittleren Beckenbereich in lockeren, lose verbundenen Schwarmformationen. Geeignete Beckenpartner sind andere ruhige Schwarzwasser-Arten aus Südostasien, die ähnliche Wasserwerte bevorzugen: andere Desmopuntius-Arten (D. hexazona, D. pentazona, D. johorensis), kleinere Rasboras, friedliche Bärblinge, Boraras-Arten, Pangio-Arten (Kuhlis) und ruhige Corydoras-ähnliche Bodenfische. Ungeeignet sind alle Hartwasser-Arten, Flossenzupfer wie Sumatrabarben, hektische Oberflächenfische sowie sehr kleine Beutefische, die ins Beuteschema der Rhombenbarbe fallen könnten. Schnecken und adulte Garnelen werden meist toleriert, sehr kleine Junggarnelen können als Futter angesehen werden.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsdimorphismus von Desmopuntius rhomboocellatus ist bei adulten Tieren gut erkennbar. Männchen bleiben mit 8 bis 9 cm etwas kleiner und schlanker als Weibchen und zeigen im Prachtkleid intensivere, leuchtendere orange-gelbe Körperfarben mit deutlicher ausgeprägten schwarzen Rauten. Besonders während der Balz wirkt die Färbung besonders kontrastreich. Weibchen werden mit bis zu etwa 8,8 cm Gesamtlänge etwas größer und deutlich fülliger, besonders im Bauchbereich, der bei Laichbereitschaft sichtbar anschwillt. Die Grundfärbung ist etwas matter, die Rauten weniger scharf abgegrenzt. Außerhalb der Laichzeit sind die Unterschiede weniger deutlich und eine sichere Geschlechtsbestimmung erfordert direkten Vergleich mehrerer Tiere.
Größe: ca. 5,5 cm SL (bis 8,8 cm TL)

Haltungstipps / Pflege

Desmopuntius rhomboocellatus benötigt weiches, saures Schwarzwasser mit einer Wassertemperatur von 24 bis 27 °C, einem pH-Wert von 5,0 bis 6,5 und einer sehr weichen Gesamthärte von 1 bis 6 °dGH. Hartes oder alkalisches Wasser (pH über 7, GH über 10) ist dauerhaft nicht geeignet und führt zu Farbverlust, Krankheitsanfälligkeit und verkürzter Lebensdauer. Beckengröße: Für eine artgerechte Gruppe von 10 bis 12 Tieren ist ein Aquarium ab 120 cm Kantenlänge und etwa 240 Liter Volumen die Mindestgröße. Die Art schwimmt aktiv und braucht horizontalen Raum. Einrichtung: Naturnahe Schwarzwasser-Gestaltung mit feinem, dunklem Sandbodengrund, zahlreichen Wurzeln und Moorkienholz, einer dicken Schicht Laubstreu (Seemandelbaumblätter, Buchenlaub, Erlenzapfen) und dichter Randbepflanzung mit tanninverträglichen Pflanzen (Cryptocorynen, Anubias, Javafarn, Bucephalandra). Schwimmpflanzen wie Salvinia oder Limnobium dämpfen das Licht zusätzlich. Die Mitte des Beckens sollte als offene Schwimmzone frei bleiben. Filterung: Ruhige bis leicht bewegte Wasserzirkulation. Ein sanft arbeitender Außenfilter mit Torffilterung und regelmäßigen Teilwasserwechseln (25 bis 30 % wöchentlich, mit weichem, angesäuertem Wasser) hält die Wasserqualität stabil. Beleuchtung: Gedämpft. Helles, grelles Licht wird gemieden und unterdrückt die typische Schwarzwasser-Atmosphäre. Wichtig bei Medikamenten: Wie alle Cyprinidae reagiert Desmopuntius rhomboocellatus hochempfindlich auf kupferbasierte Medikamente (Cupramine, Copper Power). Diese wirken schon in therapeutischen Dosen toxisch und müssen vollständig vermieden werden.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
6,0-7,5
Temperatur:
22-26 °C
Beckengröße:
60 cm Breite und 200 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Desmopuntius rhomboocellatus ist ein Freilaicher ohne elterliche Brutpflege. Die Zucht gilt als mittelschwer bis schwer und ist bisher nur in wenigen Fällen gezielt dokumentiert. Zuchtbedingungen: Temperatur 25 bis 27 °C, pH 5,0 bis 6,0, sehr weiches Wasser mit GH unter 4 °dGH (Osmose- oder Regenwasser mit Schwarzwasser-Aufbereitung durch Torf, Erlenzapfen oder Seemandelbaumblätter). Für die gezielte Zucht wird ein separates Zuchtbecken mit dichten, feinfiedrigen Pflanzen (Javamoos, Taxiphyllum, Cabomba) oder einem Laichrost eingerichtet. Die Beleuchtung bleibt gedämpft. Nach intensiver Konditionierung mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter wird ein laichbereites Paar oder eine kleine Gruppe mit Weibchenüberschuss ins Zuchtbecken gesetzt. Der Laichakt findet in den frühen Morgenstunden statt. Ein Weibchen gibt mehrere hundert nicht-klebrige Eier ab, die zwischen den Pflanzen zu Boden sinken. Die Elterntiere müssen sofort nach dem Ablaichen entfernt werden, da sie starke Laichräuber sind. Die Eier schlüpfen bei 26 °C innerhalb von etwa 24 bis 36 Stunden. Die Larven sind winzig und lichtempfindlich; das Becken muss abgedunkelt werden. Erstfutter sind Infusorien und Pantoffeltierchen, ab dem siebten Tag frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.

Ernährung/Futterbedarf

Desmopuntius rhomboocellatus ist ein Allesfresser mit leichter Tendenz zu tierischer Nahrung. Im Aquarium akzeptiert die Art bereitwillig hochwertiges Flocken- und Granulatfutter als Grundration. Ergänzt werden sollte regelmäßig mit Lebend- und Frostfutter: Artemia, Daphnien, Cyclops, Mückenlarven (schwarz, weiß, rot), Moina und Mikrowürmchen. Pflanzliche Beigaben aus Spirulina-Flocken und gelegentlich überbrühtem Gemüse (Zucchini, Spinat) sollten etwa 20 bis 30 % der Gesamtration ausmachen und unterstützen die Verdauung. Wildfänge nehmen Trockenfutter oft nur widerwillig an und müssen durch Lebendfutter eingewöhnt werden. Nachzuchten sind in dieser Hinsicht deutlich unproblematischer. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 4-6 Jahre (optimal bis 7-8)

Natürlicher Lebensraum

Desmopuntius rhomboocellatus ist endemisch auf der Insel Borneo (Indonesien, Malaysia) und kommt dort ausschließlich im Kapuas-Flusssystem im westlichen Teil der Insel sowie in einigen angrenzenden Nebenbächen vor. Die Art besiedelt ausschließlich echte Schwarzwasserhabitate in den flachen, tanninreichen Waldbächen und Torfmoorwäldern des Kapuas-Tiefland. Typische Habitate sind klare bis teebraun gefärbte, stillstehende oder sehr langsam fließende Waldgewässer mit dichter Ufer- und Unterwasservegetation, einer dicken Schicht abgefallenem Laub am Grund und zahlreichen Wurzelstrukturen. Das Wasser ist extrem weich, stark sauer und nährstoffarm, angereichert mit Huminstoffen und Tanninen aus der Zersetzung des Laubes. Typische Wasserwerte in den natürlichen Habitaten liegen bei 24 bis 27 °C, pH 4,0 bis 6,0 (extrem sauer) und sehr weicher Gesamthärte (GH unter 3 °dGH). Die Strömung ist minimal. Aufgrund der fortschreitenden Zerstörung der Torfmoorwälder Borneos durch Palmölplantagen ist die Art in ihrem natürlichen Lebensraum zunehmend gefährdet.

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