Trichogaster chuna var.
Beschreibung
Der Honiggurami (Trichogaster chuna var.) ist eine im Handel weit verbreitete Farbvariante des Honigfadenfischs. Die Bezeichnung „var.“ weist darauf hin, dass es sich um eine Zuchtform handelt, die sich farblich von der Wildform unterscheidet – häufig mit intensiveren Gold-, Sunset- oder Rottönen. Sämtliche Farbformen gehören zur selben Art, Trichogaster chuna, und teilen alle biologischen Eigenschaften.
Die Art erreicht eine Körperlänge von 4 bis 5,5 cm und gehört damit zu den kleinsten Labyrinthfischen überhaupt. Männchen im Prachtkleid zeigen eine intensive honiggelbe bis leuchtend rot-orange Körperfärbung mit markanter schwarzer Kehle und Brustpartie – Weibchen sind deutlich unauffälliger silbrig-grau mit einem bräunlich-gelblichen Längsband.
Trichogaster chuna ist ein Labyrinthfisch aus der Familie Osphronemidae und stammt aus den Reisfeldern, Teichen und langsam fließenden Gewässern des Ganges- und Brahmaputra-Einzugsgebiets in Indien, Bangladesch und Nepal. Ein wichtiger Vorteil der Art gegenüber dem nahe verwandten Zwergfadenfisch (Trichogaster lalius): Der Honiggurami gilt als funktional resistent gegen das tödliche Dwarf-Gourami-Iridovirus (DGIV) und ist damit die gesündere und ethisch bessere Wahl unter den kleinen Labyrinthfischen.
Besonderheiten
- Labyrinthfisch mit zusätzlichem Atmungsorgan zur Aufnahme atmosphärischer Luft
- Zuchtform (var.) mit Farbvarianten wie Gold, Rot und Sunset, abweichend von der Wildform
- Schaumnestbauer, Männchen baut Nest an der Oberfläche unter Schwimmpflanzen
- Stammt aus Nordostindien und Bangladesch, bewohnt flache Auen und überschwemmte Felder
- Kann Hydra im Aquarium dezimieren, verträglich mit Schnecken und adulten Zwerggarnelen
Vergesellschaftungshinweise
Trichogaster chuna ist ein ausgesprochen friedlicher Fisch, der sich überwiegend in der mittleren und oberen Wasserschicht aufhält. Die empfohlene Sozialstruktur ist ein einzelnes Paar oder ein Harem aus einem Männchen mit 2 bis 3 Weibchen. Außerhalb der Brutzeit sind die Tiere unaggressiv, während der Fortpflanzung werden Männchen leicht territorial.
Geeignete Beckenpartner sind kleine, friedliche südostasiatische Arten wie Keilfleckbärblinge, Harlekin-Rasboras, kleine Salmler oder ruhige Bodenbewohner wie Panzerwelse und Kuhlis. Ungeeignet sind aggressive oder flossenzupfende Arten, die die empfindlichen Bauchflossen-Tastorgane beschädigen könnten. Adulte Zwerggarnelen und Schnecken sind verträglich.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen zeigen im Prachtkleid eine intensive honiggelbe bis leuchtend rot-orange Körperfärbung mit markanter schwarzer Kehle, Brust- und Bauchpartie. Die Rücken- und Afterflossen sind elongiert und spitz zulaufend. Weibchen sind deutlich unauffälliger gefärbt: silbrig-grau bis hellbraun mit einem bräunlich-gelblichen Längsband. Sie besitzen einen runderen Körperbau mit fülligerem Bauch und kürzeren, stumpfer zulaufenden Flossen. Beide Geschlechter erreichen ähnliche Endgrößen von 4 bis 5,5 cm.
Haltungstipps / Pflege
Trichogaster chuna benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 28 °C, einen pH-Wert von 6,0 bis 8,0 und eine Gesamthärte zwischen 4 und 15 °dGH. Die Art ist sehr anpassungsfähig und robust.
Beckengröße: Ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter reicht für ein Paar oder einen kleinen Harem. Einrichtung: dichte Randbepflanzung, Schwimmpflanzen als Schaumnest-Unterlage (Salvinia, Pistia), dunkler Bodengrund, Wurzeln und Laubstreu für Huminstoffeintrag. Die Strömung sollte schwach sein, um das Schaumnest und die Tiere nicht zu stören.
Als Labyrinthfisch benötigt Trichogaster chuna freien Zugang zur Wasseroberfläche. Zwischen Wasserstand und Abdeckung muss ein warmer, feuchter Luftraum bleiben – kalte Zugluft kann das Labyrinthorgan schädigen.
Kupferhaltige Medikamente sind bei allen Labyrinthfischen hochtoxisch und müssen strikt vermieden werden. Ein wichtiger Vorteil der Art gegenüber dem Zwergfadenfisch (Trichogaster lalius): T. chuna gilt als funktional resistent gegen das Dwarf-Gourami-Iridovirus (DGIV).
Zucht und Fortpflanzung
Trichogaster chuna ist ein Schaumnestbauer und gehört zu den dankbaren Zuchtobjekten unter den Labyrinthfischen. Das Männchen baut an der Wasseroberfläche – häufig unter einem breiten Blatt einer Schwimmpflanze – ein vergleichsweise kleines, aber dichtes Schaumnest aus luftgefüllten Speichelblasen.
Zuchtauslöser sind weiches, leicht saures Wasser (pH 6,0 bis 7,0), 26 bis 28 °C Temperatur und eine niedrige Wasserstandhöhe von 15 bis 20 cm. Während der Balz zeigt das Männchen seine maximale Farbintensität mit tiefblau-schwarzer Kehle und leuchtend oranger Flankenfärbung, umkreist das Weibchen und lockt es unter das Schaumnest. Bei der Paarung erfolgt die klassische Labyrinthfisch-Umarmung: Das Männchen umschlingt das Weibchen U-förmig, beide geben gleichzeitig Eier und Milch frei. Die Eier treiben nach oben ins Schaumnest.
Das Weibchen muss nach dem Ablaichen aus dem Zuchtbecken entfernt werden, da das brütende Männchen es angreift. Das Männchen pflegt das Nest allein bis zum Freischwimmen der Larven nach etwa 48 bis 72 Stunden. Erstfutter: Infusorien, später feinste Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Trichogaster chuna ist ein omnivorer Mikropredator. In der Natur tastet die Art mit den sensitiven Bauchflossen zwischen dichter Vegetation nach Insektenlarven, Zooplankton und kleinen Wirbellosen. Im Aquarium akzeptiert sie Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops, Microworms, weiße Mückenlarven und feines Frostfutter. Hochwertiges Micro-Granulat oder fein zerkrümelte Flocken bilden die Trockenfutter-Basis.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Trichogaster chuna ist in Südasien beheimatet und kommt in Indien (Nord- und Nordostindien, Ganges-Ebene), Bangladesch und dem Tiefland Nepals vor. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst die Einzugsgebiete von Ganges und Brahmaputra.
Die Art besiedelt stehende oder langsam fließende, flache Gewässer mit dichter Vegetation: überflutete Reisfelder, Bewässerungsgräben, kleine Teiche und dicht bewachsene Flussrandzonen. Wasserwerte der natürlichen Habitate liegen bei 22 bis 28 °C, pH 6,0 bis 8,0 und GH 5 bis 19 °dGH. Die Art ist an die starken Schwankungen des Monsun-Klimas angepasst und gedeiht bei stabilen tropischen Temperaturen ohne Winterruhe.