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Zierfische, Familie Osphronemidae

Betta pallifina

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Betta pallifina ist ein schlank gebauter Kampffisch aus dem oberen Einzugsgebiet des Barito in Zentral-Kalimantan im indonesischen Teil Borneos. Die Art gehört zum Betta-unimaculata-Komplex, dessen Arten einen langgestreckten Körper, einen großen, stumpfen Kopf und eine abgerundete Schwanzflosse mit teils verlängerten Mittelstrahlen haben.

  • Schwierigkeit: Mittelschwer
  • Paarweise
  • Neutral
  • über 10 cmEndgröße

  • 22-27 °CTemperatur

  • 5,5-7,5pH-Wert

  • 0-5 °dGHGesamthärte

  • ab 112 lAquariengröße

Beschreibung

Der Körper ist bräunlich, an der Schwanzwurzel sitzt ein schwarzer Fleck, die unpaaren Flossen sind bläulich mit dunklen Punkten; bei den Männchen glänzen Kiemendeckel und Kehle kräftig. Von den verwandten Arten des Komplexes unterscheidet sich B. pallifina vor allem durch die bei erwachsenen Tieren lanzettförmig zugespitzte Schwanzflosse und ein helles Band in After- und Schwanzflosse der Weibchen, das bei lebenden Tieren orange gefärbt ist. Die Männchen sind Maulbrüter (sie tragen das Gelege im Maul aus). Die Art ist im Handel selten und eignet sich für erfahrene Halter von Wildbetta, die ihr ein eigenes Artbecken einrichten.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: 22–27 °C, pH 5,5–7,5 und weiches Wasser mit 0–5 °dGH. Am Fundort wurden pH-Werte von 6,6 bis 7,4 gemessen (Naturwert). Für ein Paar genügt ein Becken ab 80 cm, 112 Liter; für eine Gruppe oder zwei Paare sollte es ab 100 cm, 200 Liter sein. Die Einrichtung orientiert sich am Waldbach: Sand mit Falllaub, Wurzelholz, Höhlen und eine dichte Bepflanzung, damit unterlegene Tiere sich zurückziehen können. Gedämpftes Licht, einige Schwimmpflanzen und eine schwache Filterung, etwa ein luftbetriebener Schaumstofffilter, kommen der Art entgegen. Das Becken braucht eine dicht schließende Abdeckung und sollte nicht bis zum Rand gefüllt sein: Die Art springt sehr gut und braucht wie alle Betta-Arten Zugang zur feuchtwarmen Luftschicht über dem Wasser; die Jungfische brauchen sie zur Entwicklung des Labyrinthorgans.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Betta pallifina eignet sich nicht für ein übliches Gesellschaftsbecken. Größere oder lebhafte Fische schüchtern die Art ein und verdrängen sie am Futter. Am besten wird sie allein im Artbecken gepflegt oder mit sehr friedlichen Arten aus ähnlichen Lebensräumen, etwa kleinen Karpfenfischen und Schmerlen. Für die Zucht ist die paarweise Haltung am günstigsten; in einem ausreichend großen Becken ist auch eine Gruppe möglich. Zufällig zusammengesetzte Paare können sich heftig bekämpfen, wobei das schwächere Tier getötet werden kann. Besser ist es, eine Gruppe zu pflegen und abzuwarten, bis sich ein Paar von selbst findet. Zu Garnelen und Schnecken liegen keine Halterangaben vor; in der Natur frisst die Art vermutlich Insekten und andere kleine Wirbellose.

Ernährung

In der Natur frisst die Art vermutlich Insekten, kleine Wirbellose und Zooplankton. Im Aquarium nimmt sie Trockenfutter meist an, sobald sie es als Futter erkannt hat, sollte aber regelmäßig Lebend- oder Frostfutter wie Wasserflöhe (Daphnia), Artemia und Mückenlarven bekommen. Große Tiere fressen gelegentlich auch Regenwürmer. Wie viele Betta-Arten neigt B. pallifina zur Verfettung, deshalb sparsam füttern.

Zucht

Betta pallifina ist ein paternaler Maulbrüter (das Männchen trägt Eier und Larven im Maul aus). Für die Zucht empfiehlt sich ein eigenes Becken mit dicht schließender Abdeckung. Halter berichten, dass meist das Weibchen das Ablaichen einleitet. Die Balz zieht sich in der Regel lange hin; das Männchen nähert sich mit gespreizten Flossen und geöffnetem Maul. Eier und Sperma werden in kleinen Portionen während der Umschlingung abgegeben; beide Eltern sammeln Eier, das Weibchen spuckt seine dem Männchen zu. Die Maulbrutzeit beträgt je nach Temperatur 10 bis 17 Tage, meist um 14 Tage. Wird das Männchen gestört, kann es das Gelege verschlucken, deshalb braucht das Becken nach dem Ablaichen Ruhe. Die freigelassenen Jungfische sind etwa 5 mm lang und brauchen kleine, häufige Futtergaben ohne Überfütterung sowie tägliche Teilwasserwechsel von 5 bis 10 %. Ein Bericht von 2007 nennt die Art noch als nicht nachgezogen; neuere Halterangaben beschreiben Jungfische im Paar- oder Artbecken und empfehlen, das brütende Männchen für eine bessere Ausbeute herauszufangen.

Natürlicher Lebensraum

Betta pallifina ist bisher nur aus dem oberen Einzugsgebiet des Barito in Zentral-Kalimantan (Kalimantan Tengah) im indonesischen Teil Borneos bekannt. Die Typuslokalität liegt bei Muara Teweh an der Sungai Laung, einem Zufluss des Barito. Die Art lebt in bewaldeten Quell- und Hügelbächen, dort in den ruhiger fließenden Abschnitten. Das Wasser ist klar bis teefarben, die Ufer sind dicht bewachsen, stellenweise wachsen untergetauchte Pflanzen; der Grund besteht nach Fotos aus Sand mit Falllaub. Am Fundort wurden pH-Werte von 6,6 bis 7,4 gemessen, ein Bericht nennt dazu eine Wassertemperatur von 26 °C (Naturwerte). Die IUCN führt die Art als „Data Deficient“ (Datenlage unzureichend).

Geschlechtsunterschiede

Männchen werden größer, haben einen breiteren Kopf, längere Flossen und mehr glänzende Schuppen an Kopf und Körper; Kiemendeckel und Kehle glänzen bei ihnen kräftig blaugrün. Den Weibchen fehlen diese stark glänzenden Schuppen; After- und Schwanzflosse haben bei ihnen einen bläulichen Außensaum und nach innen ein helles, bei lebenden Tieren orangefarbenes Band. Beide Geschlechter tragen einen schwarzen Fleck an der Schwanzwurzel. Bei Weibchen kann unter seitlichem Licht der Eierstock durchscheinen.

Gut zu wissen

  • Paternaler Maulbrüter: Das Männchen trägt die Eier je nach Temperatur 10 bis 17 Tage im Maul, meist um 14 Tage.
  • Labyrinthfisch: atmet zusätzlich Luft an der Oberfläche und braucht freien Zugang zu ihr.
  • Springt sehr gut: Becken dicht abdecken und nicht bis zum Rand füllen.
  • Bisher nur aus Waldbächen im oberen Barito-Gebiet in Zentral-Kalimantan (Borneo) bekannt.
  • Gehört zum Betta-unimaculata-Komplex; Kennzeichen ist die lanzettförmig zugespitzte Schwanzflosse erwachsener Tiere.
  • Zufällig zusammengesetzte Paare können sich heftig bekämpfen; Paare finden sich besser in einer Gruppe selbst.
  • Neigt bei zu reichlicher Fütterung zur Verfettung.

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird Betta pallifina?

Praxisangaben nennen über 10 cm Länge, Männchen werden größer als die Weibchen. Die Erstbeschreibung nennt 6,6 cm Standardlänge (ohne Schwanzflosse), eine aquaristische Quelle 9 cm Standardlänge.

Welche Wasserwerte braucht Betta pallifina?

Empfohlen sind 22–27 °C, pH 5,5–7,5 und weiches Wasser mit 0–5 °dGH. Am Fundort liegt der pH-Wert bei 6,6 bis 7,4.

Wie groß muss das Aquarium sein?

Für ein Paar ab 80 cm, 112 Liter. Für eine Gruppe oder zwei Paare ab 100 cm, 200 Liter, jeweils dicht bepflanzt, mit Verstecken und gut schließender Abdeckung, denn die Art springt sehr gut.

Kann man Betta pallifina mit anderen Fischen halten?

Nur eingeschränkt. Größere oder lebhafte Fische verdrängen die Art. Geeignet sind ein Artbecken oder sehr friedliche Beifische aus ähnlichen Lebensräumen, etwa kleine Karpfenfische und Schmerlen. Zu Garnelen und Schnecken liegen keine Halterangaben vor.

Wie vermehrt sich Betta pallifina?

Die Art ist ein paternaler Maulbrüter: Beide Eltern sammeln die Eier, das Weibchen spuckt seine dem Männchen zu, das sie je nach Temperatur 10 bis 17 Tage im Maul trägt. Die Jungfische sind beim Freilassen etwa 5 mm lang.

Was frisst Betta pallifina?

Regelmäßig Lebend- oder Frostfutter wie Wasserflöhe, Artemia und Mückenlarven; Trockenfutter wird meist nach einer Gewöhnung angenommen. Sparsam füttern, die Art neigt zur Verfettung.

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Fragen und Erfahrungen

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