Trichogaster labiosa
Beschreibung
Trichogaster labiosa, der Dicklippige Fadenfisch, wird 8-9 cm groß und ist ein friedlicher Labyrinthfisch aus der Familie der Osphronemidae. Er stammt aus dem südlichen Myanmar (Irrawaddy- und Sittang-Becken).
Das namensgebende Merkmal sind die deutlich verdickten Lippen. Männchen zeigen eine intensive rot-braune bis kupferne Grundfarbe mit blau-grünen Querstreifen und spitz zulaufenden Rücken- und Afterflossen. Weibchen sind schlanker, insgesamt schlichter silbrig-braun gefärbt mit abgerundeten Flossen. Im Handel ist die leuchtend orangefarbene „Sunset“-Zuchtform weit verbreitet.
Als Labyrinthfisch besitzt T. labiosa ein zusätzliches Atemorgan, das ihm erlaubt, atmosphärische Luft zu atmen. Er schwimmt vorwiegend in der mittleren bis oberen Wasserzone und gilt als einer der friedlichsten und am besten für Gesellschaftsbecken geeigneten Fadenfische.
Besonderheiten
- Labyrinthorgan: atmet zusätzlich atmosphärische Luft
- Deckel muss dicht schließen, warme Luftschicht über Wasser nötig
- Kupfer-empfindlich: kupferhaltige Medikamente meiden!
- Nicht mit Trichopodus-Arten halten (Kreuzungsgefahr!)
- Verdickte Lippen als namensgebendes Merkmal
- „Sunset“-Zuchtform im Handel weit verbreitet
- Einer der friedlichsten Fadenfische, gut für Anfänger
Vergesellschaftungshinweise
Der Dicklippige Fadenfisch ist friedlich und scheu und gilt als eine der sanftmütigsten Fadenfisch-Arten. Haltung als Paar oder kleine Gruppe (1 Männchen, 2-3 Weibchen). Männchen können untereinander leicht territorial werden, bei mehreren Männchen ausreichend Sichtbarrieren bieten.
Geeignete Beifische sind Rasbora- und Danio-Arten, kleinere Barben, friedliche Schmerlen und Panzerwelse. Nicht mit Trichopodus-Arten (große Fadenfische) vergesellschaften, da Kreuzungsgefahr besteht. Große Garnelen sind möglich, Zwerggarnelen können gefressen werden. Schnecken werden nicht behelligt.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind größer und deutlich farbintensiver mit rot-brauner bis kupferner Grundfarbe und blau-grünen Querstreifen. Ihre Rücken- und Afterflossen laufen spitz zu. Weibchen sind schlanker, insgesamt schlichter silbrig-braun gefärbt und besitzen abgerundete Flossen. Bei Zuchtformen können die Farbunterschiede weniger ausgeprägt sein, die Flossenform bleibt jedoch ein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal.
Haltungstipps / Pflege
Der Dicklippige Fadenfisch benötigt ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge (ab 112 Liter). Empfohlene Wasserwerte: 22-28 °C, pH 6,0-7,5, GH 4-10 °dGH.
Das Becken sollte dicht bepflanzt sein mit Schwimmpflanzen an der Oberfläche. Dunkler Bodengrund und gedämpfte Beleuchtung bringen die Farben zur Geltung. Ruhige Strömung. Sichtbarrieren durch Pflanzen und Wurzeln sind bei mehreren Tieren nötig.
Als Labyrinthfisch muss der Deckel dicht schließen, damit sich über der Wasseroberfläche eine warme, feuchte Luftschicht bildet. Kalte Zugluft kann zu Erkrankungen des Labyrinthorgans führen. Kupferhaltige Medikamente meiden.
Zucht und Fortpflanzung
Der Dicklippige Fadenfisch ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen baut ein Schaumnest aus Luftblasen und Pflanzenmaterial an der Wasseroberfläche, oft unter Schwimmpflanzen. Nach der Balz umschlingt das Männchen das Weibchen. 500-1.000 Eier werden abgegeben und vom Männchen ins Nest gesammelt.
Das Männchen bewacht Nest und Gelege aktiv. Das Weibchen sollte nach dem Ablaichen abgetrennt werden. Die Eier schlüpfen nach 24-36 Stunden, die Jungfische sind nach 2-3 Tagen freischwimmend. Erstfutter: Infusorien, später Artemia-Nauplien.
Zuchtbedingungen: ruhiges Becken, Wassertiefe ca. 15-20 cm, dichte Schwimmpflanzen, Temperatur ca. 25-27 °C. Warme Luftschicht über dem Wasser ist für die Entwicklung des Labyrinthorgans der Jungfische nötig. Zuchtschwierigkeit: einfach bis mittel.
Ernährung/Futterbedarf
Trichogaster labiosa ist ein Allesfresser und unkompliziert in der Fütterung. Als Basis eignen sich hochwertige Flocken- oder Granulatfuttermittel. Regelmäßige Gaben von Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia und Daphnien werden besonders gern angenommen und fördern die Farbintensität. Pflanzliche Beikost wird ebenfalls akzeptiert.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Trichogaster labiosa stammt aus dem südlichen Myanmar, insbesondere dem Unterlauf des Irrawaddy und dem Sittang-Becken. Dort bewohnt die Art ruhige, langsam fließende oder stehende Gewässerabschnitte in Flüssen und Sümpfen mit dichter Ufervegetation und Schwimmpflanzen. Die Habitate sind durch weichen, dunklen Bodengrund, geringe Strömung und leicht saures, weiches Wasser gekennzeichnet.