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Zierfische, Familie Cobitidae

Kottelatlimia hipporhynchos

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Kottelatlimia hipporhynchos ist eine kleine, schlanke Schmerle aus der Familie Cobitidae und mit rund 5,2 cm Standardlänge (ohne Schwanzflosse gemessen) die größte Art ihrer Gattung. Der Körper ist blassgelb und durchscheinend, mit 10 bis 11 schmalen dunkelbraunen Sätteln auf dem Rücken, einer unregelmäßigen Fleckenreihe entlang der Flanke und einem schwarzen Fleck an der Schwanzwurzel.

  • Schwierigkeit: Mittelschwer
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • 23-26 °CTemperatur

  • 4-6,5pH-Wert

  • 0-10 °dGHGesamthärte

  • ab 54 lAquariengröße

Beschreibung

Am Kopf zieht ein Band vom Auge zur Schnauze, ein zweites schräg nach hinten zum Kiemendeckel. Den Namen verdankt sie der langen, abfallenden Schnauze großer Tiere (hipporhynchos bedeutet Pferdeschnauze). Von K. pristes und K. katik trennen sie vor allem die dicht mit Papillen (kleinen Hautzäpfchen) besetzten Lippen und Barteln; K. pristes bleibt mit etwa 4 cm Standardlänge kleiner, ist dunkler und trägt einen Fleck am Beginn der Afterflosse sowie ein Band oder eine Punktreihe auf der Wange unter dem Auge, das Band vom Auge zum Kiemendeckel fehlt ihm oder bleibt sehr kurz. K. katik erreicht nur rund 1,4 cm. Die Art stammt aus dem Süden Borneos und passt zu erfahrenen Aquarianern, die ein eingefahrenes Weichwasserbecken mit feinem Sand bieten können.

Haltung und Pflege

Empfohlen werden 23–26 °C, pH 4,0–6,5 und 0–10 °dGH, also weiches, saures Wasser. Das Becken sollte mindestens 60 cm lang sein (ab 60 cm, 54 Liter). Unverzichtbar ist weicher, feiner Sand, denn die Tiere verbringen einen Teil der Zeit ganz eingegraben oder nur mit herausschauenden Augen. Auf gröberem Kies geraten sie unter Stress, können sich beim Graben verletzen und fressen schlechter. Als weitere Einrichtung eignen sich glatte Steine, Wurzeln und Äste; diese vor dem Sand einbringen, damit die grabenden Tiere sie nicht unterhöhlen, und offene Sandflächen frei lassen. Das Licht darf gedämpft sein. Pflanzen sind nicht nötig, am besten passen Arten, die auf Holz oder Stein aufgebunden wachsen, etwa Javafarn oder Anubias. Eine Handvoll trockenes Falllaub bietet zusätzliche Deckung. Die Strömung spielt bei ausreichender Sauerstoffversorgung keine große Rolle. Organische Belastung vertragen die Tiere schlecht, sie brauchen sehr sauberes Wasser und gehören nur in stabile, eingefahrene Aquarien, nie in frisch eingerichtete Becken. Beim Herausfangen auf den Dorn unter dem Auge achten, er kann sich im Netz verhaken.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Schmerlen der Gattung Kottelatlimia sind untereinander und gegenüber anderen Fischen friedlich, Berichte über verletzte Mitbewohner gibt es nicht. Am besten geht es ihnen in Gesellschaft von Artgenossen, ideal ist eine Gruppe ab 4 Tieren. Robust ist die Art nicht, deutlich größere oder futterneidische Fische sind ungeeignet. Gut passen kleine Schwarmfische aus der Karpfenfisch-Verwandtschaft sowie Labyrinthfische wie Sphaerichthys oder Parosphromenus. Wenn die Herkunft keine Rolle spielt, kommen auch kleine Schwarzwasser-Salmler infrage. Als Bodenbewohner lassen sich Pangio, Acanthopsoides oder kleinere Lepidocephalichthys dazusetzen, einige Vertreter der Bachschmerlen (Nemacheilidae) nur nach genauer Prüfung, weil manche revierbildend oder aggressiv sind, andere Wasserwerte brauchen oder zu groß werden. Fischlaich und Jungfische können gefressen werden. Zur Haltung mit Garnelen und Schnecken liegen in den ausgewerteten Quellen keine Angaben vor.

Ernährung

Die Art ist vor allem ein Mikroräuber (Jäger kleinster Beutetiere): Sie nimmt Bodengrund ins Maul, siebt ihn durch die Kiemen und liest Insektenlarven, Kleinkrebse und Ähnliches heraus. Im Aquarium ist sie nicht schwer zu ernähren. Geeignet ist abwechslungsreiches Futter aus sinkendem Trockenfutter sowie Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Tubifex, Daphnien und Rote Mückenlarven. Das Futter muss den Boden erreichen.

Zucht

Zur Nachzucht im Aquarium ist nichts dokumentiert, Berichte liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Auch das Laichverhalten beschreibt keine dieser Quellen.

Natürlicher Lebensraum

Kottelatlimia hipporhynchos ist nur aus dem Süden Borneos bekannt, aus der indonesischen Provinz Kalimantan Tengah. Dort kommt sie in den Einzugsgebieten von Kahayan, Sampit und Kapuas vor; gemeint ist der Kapuas dieser Provinz, nicht der viel größere gleichnamige Fluss in Kalimantan Barat. Die Typuslokalität (Fundort des beschriebenen Tiers) ist ein Schwarzwasserbach an Kilometer 80 der Straße von Palangka Raya nach Tumbang Telakian im Kahayan-System. Die Art wurde in verschiedenen Lebensräumen und auf unterschiedlichen Böden gefunden, auch auf Torf, am häufigsten aber in Bächen mit klarem, durch Gerbstoffe gefärbtem Wasser über weißem Sand. Solche Waldgewässer sind beschattet, das Wasser ist sehr mineralarm und teefarben. Am Fundort gemessene Wasserwerte nennen die ausgewerteten Quellen für diese Art nicht. K. pristes wurde gelegentlich an denselben Fundorten gesammelt, lebt dort aber getrennt auf oder in Torf, Erde und Falllaub. Im Kahayan-System teilt die Art den Lebensraum unter anderem mit Rasbora cephalotaenia, Betta foerschi, Sphaerichthys selatanensis und Luciocephalus pulcher.

Geschlechtsunterschiede

Bei geschlechtsreifen Männchen ist der erste verzweigte Brustflossenstrahl verdickt. Seine breiten, dicht aneinanderliegenden Fortsätze bilden eine klingenartige Struktur. Weibchen sind fülliger und etwas größer als Männchen.

Gut zu wissen

  • Lippen, Barteln und Lippenlappen sind dicht mit Papillen (kleinen Hautzäpfchen) besetzt, bei den anderen Arten der Gattung sind sie glatt
  • Größte Art der Gattung Kottelatlimia
  • Lange, abfallende Schnauze: 44–55 % der Kopflänge, bei K. pristes 34–43 %
  • Bei Männchen bildet der erste verzweigte Brustflossenstrahl eine klingenartige Struktur, bei K. pristes ist er sägeartig gezähnt
  • Ruht auf dem Sand oder taucht in ihn ein, teils bleiben nur die Augen sichtbar
  • Zweispitziger, beweglicher Dorn unter dem Auge: Tiere können sich im Netz verfangen
  • Nur sporadisch im Handel, unter diesem Namen kam auch schon K. pristes in den Verkauf

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird Kottelatlimia hipporhynchos?

Das größte in der Erstbeschreibung genannte Tier misst 52,3 mm Standardlänge, also rund 5,2 cm ohne Schwanzflosse. Damit ist sie die größte Art der Gattung. Weibchen werden etwas größer als Männchen.

Welche Wasserwerte braucht diese Schmerle?

Empfohlen werden 23–26 °C, pH 4,0–6,5 und 0–10 °dGH. Wichtiger als einzelne Zahlen sind stabile Verhältnisse und sehr sauberes Wasser in einem eingefahrenen Becken.

Wie groß muss das Aquarium sein und welcher Bodengrund passt?

Das Becken sollte mindestens 60 cm lang sein und 54 Liter fassen. Der Boden muss aus weichem, feinem Sand bestehen, denn die Tiere graben sich regelmäßig ein. Grober Kies ist ungeeignet.

Mit welchen Fischen lässt sie sich vergesellschaften?

Die Art ist friedlich und sollte zu mindestens 4 Tieren gehalten werden. Geeignet sind kleine, ruhige Schwarmfische, Labyrinthfische wie Sphaerichthys oder Parosphromenus und kleine Bodenbewohner wie Pangio. Größere oder futterneidische Fische sind ungeeignet.

Was frisst Kottelatlimia hipporhynchos?

In der Natur siebt sie Insektenlarven und Kleinkrebse aus dem Bodengrund. Im Aquarium nimmt sie sinkendes Trockenfutter sowie Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Tubifex, Daphnien und Rote Mückenlarven.

Lässt sich die Art im Aquarium nachzüchten?

Eine Nachzucht im Aquarium ist in den ausgewerteten Quellen nicht dokumentiert.

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Fragen und Erfahrungen

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Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Schmerlen, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Kottelatlimia katik

Schmerlen

Kottelatlimia katik

Kottelatlimia katik

  • Endgröße: 1,7 cm
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 23-26 °C
  • pH-Wert: pH 3,5-6,5
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Mittelschwer

In der Gruppe halten, friedlich

Dornauge Pangio kuhlii mit aalartigem, gelb-dunkelbraun gebändertem Körper auf Sand, eine besondere Schmerle.

Schmerlen

Kuhli-Dornaugen im Handel

Pangio spp.

  • Endgröße: bis 12 cm
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 24-26 °C
  • pH-Wert: pH 6-7
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Mittel

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China-Steinbeißer

Schmerlen

China-Steinbeißer

Cobitis sinensis

  • Endgröße: bis 10 cm
  • Aquarium: ab 160 l
  • Temperatur: 15-25 °C
  • pH-Wert: pH 7-8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

Rüsselschmerle

Schmerlen

Rüsselschmerle

Acantopsis dialuzona

  • Endgröße: 25 cm
  • Aquarium: ab 250 l
  • Temperatur: 20-25 °C
  • pH-Wert: pH 6-8
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Schwierig

In der Gruppe halten, friedlich

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