Aus Freude an der Aquaristik Wissen, Inspiration und Community

my-fish

Zierfische, Familie Channidae

Schlangenkopffisch Channa sp. „Laos Fireback“

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Channa sp. „Laos Fireback“ ist eine wissenschaftlich noch unbeschriebene Form aus der Channa-gachua-Verwandtschaft. Die Tiere werden meist 15–20 cm lang; einzelne Angaben nennen bis zu etwa 25 cm. Kennzeichnend sind der langgestreckte, grau- bis bräunlich-blaue Körper, dunkel gerandete Schuppen und vor allem der breite, tief orangefarbene Saum an Rücken- und Schwanzflosse.

  • Schwierigkeit: Mittelschwer
  • Einzelgänger
  • Aggressiv
  • bis 25 cmEndgröße

  • 18-24 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 3-15 °dGHGesamthärte

  • ab 240 lAquariengröße

Beschreibung

Die für Channa gachua typischen Streifen auf den Brustflossen fehlen. „Laos Fireback“ darf nicht mit dem Handelsfisch „Fire & Ice“ beziehungsweise Channa pyrophthalmus verwechselt werden. Wie andere Schlangenkopffische atmet diese Form zusätzlich atmosphärische Luft über ein Suprabranchialorgan. Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt sie ausgeprägt einzelgängerisch und kann gegenüber Artgenossen wie auch anderen Fischen sehr aggressiv reagieren.

Haltung und Pflege

Für Channa sp. „Laos Fireback“ sollte ein Aquarium ab 120 cm Kantenlänge beziehungsweise etwa 240 Litern vorgesehen werden. Die empfohlenen Orientierungswerte liegen bei 18–24 °C, pH 6–7,5 und GH 3–15 °dGH. Wichtiger als das Ausreizen einzelner Grenzwerte sind stabile Bedingungen und ein sehr gut strukturiertes Becken mit Wurzeln, Höhlen, Laub, Schwimmpflanzen und deutlichen Sichtbarrieren. Der Zugang zur Wasseroberfläche muss frei bleiben, da Schlangenkopffische atmosphärische Luft über ihr Suprabranchialorgan aufnehmen. Das Aquarium muss vollständig und lückenlos abgedeckt sein; bereits kleine Öffnungen reichen zum Entkommen. Für ein Paar muss jederzeit eine sichere Trennmöglichkeit vorhanden sein.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Channa sp. „Laos Fireback“ ist außerhalb der Fortpflanzungszeit ein strikter Einzelgänger. Gruppenhaltung und eine gewöhnliche Vergesellschaftung sind nicht zu empfehlen; Artgenossen können nach der Paarbildung schwer attackiert oder getötet werden. Ein harmonierendes Paar kann nur in einem großzügig strukturierten Becken mit vielen Sichtbarrieren und jederzeitiger Trennmöglichkeit gemeinsam gepflegt werden. Kleine Fische sowie Garnelen, Krebse und andere Tiere geeigneter Beutegröße werden als Nahrung betrachtet. Auch große Beifische sind nicht automatisch sicher.

Ernährung

Channa sp. „Laos Fireback“ ernährt sich karnivor. Geeignet sind vor allem Insekten und deren Larven, Regenwürmer sowie passendes Lebend- und Frostfutter; auch hochwertige fleischliche Pellets können angenommen werden. Lebende Futterfische eignen sich wegen des Risikos eingeschleppter Parasiten und Krankheitserreger nicht als Standardfutter. Säugetier- und Geflügelfleisch ist wegen seiner ungeeigneten Fettzusammensetzung ebenfalls zu vermeiden. Die Futtermenge sollte an Größe, Kondition und Aktivität des einzelnen Tieres angepasst werden.

Zucht

Channa sp. „Laos Fireback“ gehört zur maulbrütenden Channa-gachua-Verwandtschaft. Das Männchen nimmt die befruchteten Eier ins Maul; nach dem Entlassen der Jungfische können beide Eltern an der Brutpflege beteiligt sein. Bei einer dokumentierten Aquariennachzucht entließ das Männchen nach rund sechs Tagen bei etwa 23–24 °C ungefähr 30 Jungfische. Aus dieser Einzelbeobachtung lassen sich noch keine allgemein gültigen Zuchtbedingungen ableiten. Eine Paarbildung lässt sich nicht erzwingen. Wegen der erheblichen innerartlichen Aggression sind viele Sichtbarrieren und eine sofort nutzbare Trennmöglichkeit unverzichtbar. Verlässliche artspezifische Vorgaben zu pH, GH, Temperaturauslösern oder festen Gelegegrößen sind bislang nicht ausreichend dokumentiert.

Natürlicher Lebensraum

Der genaue natürliche Fundort dieser wissenschaftlich unbeschriebenen Handelsform ist nicht geklärt. Der Handelsname verweist auf Laos, andere Angaben nennen dagegen Indien. Ohne formale Artbeschreibung oder verifizierte Fundortdaten dürfen Nordthailand, Laos, Indien, bestimmte Gewässertypen oder natürliche Wasserwerte nicht als gesicherte Verbreitung ausgegeben werden.

Geschlechtsunterschiede

Eine sichere Geschlechtsbestimmung anhand äußerer Merkmale ist schwierig. In der Draufsicht zeigen adulte Männchen meist einen deutlich breiteren und massiveren Kopf als Weibchen. Färbungsintensität oder Rückenflossenhöhe können individuell variieren und eignen sich allein nicht für eine verlässliche Bestimmung.

Krankheiten

In der Haltung sind Verletzungen durch innerartliche Aggression und Ausbruchversuche besonders zu beachten. Sauberes Wasser, eine passende Ernährung und der Verzicht auf unkontrollierte Futterfische reduzieren vermeidbare Risiken.

Gut zu wissen

  • wissenschaftlich noch unbeschriebene Form aus der Channa-gachua-Verwandtschaft
  • breiter, tief orangefarbener Saum an Rücken- und Schwanzflosse
  • keine für Channa gachua typischen Streifen auf den Brustflossen
  • paternaler Maulbrüter mit gemeinsamer Brutpflege der Eltern
  • ausgeprägter Springer: Das Aquarium muss vollständig und spaltfrei abgedeckt sein

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird Channa sp. „Laos Fireback“?

Die Tiere werden meist 15–20 cm lang; einzelne Fachangaben nennen bis zu etwa 25 cm.

Woher stammt Channa sp. „Laos Fireback“?

Die Form stammt aus Südostasien. Als Herkunft wird häufig Nordthailand genannt, teilweise auch Laos. Da sie wissenschaftlich noch nicht beschrieben ist, ist der genaue Fundort bisher nicht abschließend geklärt.

Kann man Channa sp. „Laos Fireback“ vergesellschaften?

Eine gewöhnliche Vergesellschaftung ist nicht zu empfehlen. Außerhalb der Fortpflanzungszeit leben die Tiere einzelgängerisch; kleine Fische und Wirbellose sind Beute. Auch ein Paar benötigt viele Sichtbarrieren und eine jederzeitige Trennmöglichkeit.

Wie groß muss das Aquarium für Channa sp. „Laos Fireback“ sein?

Empfohlen werden mindestens 120 cm Kantenlänge beziehungsweise etwa 240 Liter, eine starke Strukturierung und eine vollständig spaltfreie Abdeckung.

Welche Wasserwerte eignen sich für Channa sp. „Laos Fireback“?

Als Orientierungswerte gelten 18–24 °C, pH 6–7,5 und GH 3–15 °dGH. Stabile Bedingungen sind wichtiger als das Ausreizen der Grenzwerte.

Wie vermehrt sich Channa sp. „Laos Fireback“?

Die Form ist ein paternaler Maulbrüter. Das Männchen trägt die Eier im Maul; anschließend können beide Eltern an der Brutpflege beteiligt sein. Eine Nachzucht mit etwa 30 Jungfischen bei 23–24 °C ist dokumentiert.

Was frisst Channa sp. „Laos Fireback“?

Geeignet sind Insekten, Insektenlarven, Regenwürmer sowie passendes Lebend- und Frostfutter. Unkontrollierte Futterfische und Säugetier- oder Geflügelfleisch sollten vermieden werden.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Fragen und Erfahrungen

Noch keine Kommentare. Stell die erste Frage zu dieser Art.

Mitreden können angemeldete Mitglieder. Anmelden oder kostenlos registrieren.

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Schlangenköpfe, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Asiatischer Schlangenkopffisch

Schlangenköpfe

Asiatischer Schlangenkopffisch

Channa asiatica

  • Endgröße: 25 cm TL
  • Aquarium: ab 450 l
  • Temperatur: 15-25 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,8
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

Einzelgänger, territorial

Afrikanischer Schlangenkopf

Schlangenköpfe

Afrikanischer Schlangenkopf

Parachanna obscura

  • Endgröße: 45 cm
  • Aquarium: ab 1080 l
  • Temperatur: 26-30 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, aggressiv

Zwerg-Schlangenkopffisch

Schlangenköpfe

Zwerg-Schlangenkopffisch

Channa gachua

  • Endgröße: bis 28 cm
  • Aquarium: ab 450 l
  • Temperatur: 18-28 °C
  • pH-Wert: pH 5-8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Paarweise halten, territorial

Channa sp. True Blue Paar

Schlangenköpfe

Schlangenkopffisch

Channa sp. True Blue

  • Endgröße: bis 25 cm
  • Aquarium: ab 240 l
  • Temperatur: 18-24 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Paarweise halten, aggressiv

Newsletter

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der Aquaristik

Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.