
Buntbarsche
Augenfleckbuntbarsch "Rio Curare"
Heros sp. „Rio Curare“
- Endgröße: bis 25 cm
- Aquarium: ab 450 l
- Temperatur: 24-29 °C
- pH-Wert: pH 6-7
- Wasserhärte: weich
- Schwierigkeit: Mittel
In der Gruppe halten, territorial
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Zierfische, Familie Cichlidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Der Maulbrüter-Augenfleckbuntbarsch (Heros liberifer) ist ein kräftiger Buntbarsch aus der Familie Cichlidae und stammt aus dem Orinoco-Gebiet in Venezuela und Kolumbien. Im Aquarium wird er bis etwa 25 cm lang, Weibchen bleiben kleiner; das größte wissenschaftlich vermessene Tier hatte 16,4 cm Standardlänge (ohne Schwanzflosse). Der Körper ist hochrückig und seitlich abgeflacht, typisch für die Gattung Heros.

bis 25 cmEndgröße
24-28 °CTemperatur
6-7,2pH-Wert
2-15 °dGHGesamthärte
ab 450 lAquariengröße
Von allen anderen beschriebenen Heros-Arten unterscheidet er sich durch parallele Reihen kleiner roter Punkte auf der unteren Körperhälfte, einen bei erwachsenen Tieren stets gut sichtbaren Fleck auf der Schwanzwurzel und kleine schwarze Punkte auf Wangen und Kiemendeckeln der Männchen. Vom echten Heros severus, der stellenweise im selben Gebiet lebt, trennt ihn außerdem das leuchtend rote Auge, bei H. severus ist es braun oder dunkelrot. Die Grundfärbung variiert von beige-grau über gelblich-grün bis blaugrau, zur Brutzeit wird sie deutlich intensiver. Spätestens seit 1992 wird die Art aus Venezuela importiert. Sie galt lange als Heros severus und lief im Handel auch als Heros sp. „Maulbrüter“, bis Wolfgang Staeck und Ingo Schindler sie 2015 als eigene Art beschrieben. Der Artname liberifer bedeutet „Kinderträger“: Als einzige Art der Gattung ist sie ein larvophiler Maulbrüter, die Eier werden offen abgelegt und die geschlüpften Larven im Maul getragen.
Als Richtwerte für die Aquarienhaltung gelten 24-28 °C, pH 6,0-7,2 und GH 2-15 °dGH. Beschrieben ist die Haltung bei 23 bis 29 °C, die Art passt sich an ein weites Spektrum von Wasserwerten an; Wildfänge sollten aber weiches, saures Wasser bekommen, in der Natur leben sie in sehr weichem Wasser mit pH 4,1 bis 6,1. Für ein Paar mindestens 150 cm Kantenlänge und 450 Liter. Feiner Sand oder feiner Kies als Bodengrund, da die Tiere graben. Wurzelholz, Steine und Höhlen schaffen Reviergrenzen und Rückzugsorte, dazwischen sollte genug freier Schwimmraum bleiben. Robuste Pflanzen wie Anubias oder Javafarn sind möglich, weichblättrige Pflanzen werden gefressen. Moderate bis geringe Strömung. Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig. Gedämpfte Beleuchtung mit schattigen Bereichen.
Heros liberifer ist außerhalb der Brutphase relativ friedlich und verträgt sich gut mit robusten, ähnlich großen Fischen, die nicht ins Maul passen. Die Tiere können anfangs scheu wirken, besonders Wildfänge. Mit zunehmender Eingewöhnung werden sie deutlich zugänglicher und neugieriger. Gehalten wird die Art paarweise oder in einer Gruppe. Während der Fortpflanzungsphase wird das Paar territorial und verteidigt das Revier aktiv; Sichtbarrieren und ausreichend Platz geben den Mitbewohnern Ausweichmöglichkeiten. Beide Eltern tragen die Larven im Maul und geben sie untereinander weiter. Garnelen sind ungeeignet, da kleine Wirbellose als Beute betrachtet werden. Schnecken sind risikobehaftet; robuste Großschnecken meist sicher. Geeignete Beifische sind große, ruhige Salmler, robuste bodenbewohnende Welse und friedliche Cichliden aus Südamerika.
Allesfresser mit pflanzlichem Anteil. In der Natur fressen die Tiere unter anderem Algen und Früchte. Im Aquarium: hochwertiges Granulat, Cichlidenpellets und Flockenfutter, Frost- und Lebendfutter (Mückenlarven, Artemia, Mysis, Krill) sowie pflanzliche Beikost (Spirulina, Salat, Spinat, gekochte Zucchini). Weichblättrige Aquarienpflanzen werden gern gefressen. Abwechslungsreiche Kost in mehreren kleinen Portionen täglich.
Heros liberifer ist ein larvophiler Maulbrüter, die Eier werden offen abgelegt und erst die Larven ins Maul genommen. In der Gattung ist dieses Brutverhalten einzigartig. Für die Zucht wird weiches, saures Wasser empfohlen, konkrete Zuchtwasserwerte sind nicht dokumentiert. Das Paar reinigt eine senkrechte oder seltener waagerechte Fläche, etwa einen Stein, einen umgedrehten Tontopf oder eine schräg gestellte Fliese. Das Weibchen legt meist 100 bis 200 Eier ab, beide Eltern verteidigen das Gelege. Bei 27 °C schlüpfen die Larven nach etwa 40 Stunden. Beide Eltern nehmen sie ins Maul und reichen sie untereinander weiter, den größeren Teil übernimmt das Weibchen. Etwa sieben Tage nach dem Schlupf schwimmen die Jungfische frei, flüchten nachts und bei Gefahr aber noch ins Maul der Eltern. Gefüttert werden sie mit Artemia-Nauplien (frisch geschlüpften Salinenkrebsen) und zerriebenem Flockenfutter, die Eltern betreuen sie bis zu sechs Wochen. Weil die Jungen auch am Hautschleim der Eltern fressen, müssen sie reichlich gefüttert werden, damit die Eltern keinen Schaden nehmen. In der Natur laicht die Art während der Hochwasserzeit in überfluteten Uferwäldern.
Heros liberifer lebt im oberen und mittleren Orinoco-Einzugsgebiet in Venezuela und Kolumbien. Die Typusexemplare stammen aus der Laguna Piranha am unteren Rio Manapiare, einem Teil des Rio-Ventuari-Systems. In Kolumbien wurde die Art 2017 erstmals nachgewiesen, im Einzugsgebiet des Rio Tomo (Departamento Vichada) im kolumbianischen Orinoco-Gebiet. Die Art ist an stehende Gewässer mit überfluteten Wäldern angepasst und kommt in Klarwasser, extremem Schwarzwasser und auch in Weißwasser vor. Gemessen wurden dort pH-Werte von 4,1 bis 6,1 bei einer sehr geringen Leitfähigkeit von 4 bis 15 µS/cm (elektrische Leitfähigkeit, ein Maß für den Gehalt an gelösten Salzen). Zum Laichen suchen die Tiere in der Hochwasserzeit die überfluteten Uferwälder auf. Fallen diese zu Beginn der Trockenzeit trocken, ziehen sie sich zwischen versunkene Stämme und Äste und in Spalten zwischen Felsblöcken zurück. Stellenweise lebt die Art gemeinsam mit Heros severus.
Der Unterschied ist gering, aber vorhanden: Männchen zeigen kleine dunkle Punkte auf Wange und Kiemendeckel, die den Weibchen meist fehlen oder deutlich schwächer ausgeprägt sind. Mit zunehmendem Alter entwickeln Männchen mehr Rot in der Färbung und werden meist etwas größer. Populationsabhängige Variationen kommen vor. Weil die Tiere langsam heranreifen, lassen sich Jungtiere kaum unterscheiden; wer ein Paar sucht, setzt am besten eine Gruppe unterschiedlich großer Tiere ein.
Als Richtwerte gelten 24-28 °C, pH 6,0-7,2 und eine Gesamthärte von 2-15 °dGH. Die Art passt sich an ein weites Spektrum von Wasserwerten an, Wildfänge brauchen aber weiches, saures Wasser.
Ja, mit großen, ruhigen Salmlern, robusten bodenbewohnenden Welsen und friedlichen Cichliden aus Südamerika, die nicht ins Maul passen. Keine Vergesellschaftung mit aggressiven Cichliden, Garnelen werden gefressen.
Heros liberifer ist der einzige larvophile Maulbrüter der Gattung Heros. Das Weibchen legt meist 100-200 Eier auf einer gereinigten Fläche ab, nach dem Schlupf tragen beide Eltern die Larven im Maul. Für die Zucht wird weiches, saures Wasser empfohlen.
Für ein Paar werden mindestens 150 cm Kantenlänge und 450 Liter empfohlen. Feiner Sand als Bodengrund, Wurzeln und Steine als Revierstrukturen.
Am leuchtend roten Auge (bei H. severus braun oder dunkelrot), an den parallelen Reihen roter Punkte auf der unteren Körperhälfte und am Brutverhalten: Heros liberifer trägt die Larven im Maul, die übrigen Heros-Arten sind Offenbrüter.
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